Teilhabe ist Menschenrecht
Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat eine Kampagne gestartet. Sie richtet sich gegen den drohenden Sozialabbau und fordert ein Bekenntnis der Bundesregierung zur uneingeschränkten Teilhabe von Menschen mit Behinderung – denn Teilhabe ist ein Menschenrecht!
Jetzt mitmachen: Nutzen Sie die Materialien auf dieser Seite und unterstützen Sie die Kampagne!
Aktuelle Informationen zur Kampagne
Unterstützen Sie unsere Kampagne: Jede Stimme gegen den Sozialabbau und für die uneingeschränkte Teilhabe von Menschen mit Behinderung zählt!
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Hintergründe zur Kampagne
Bundeskanzler Merz über die Kosten der Eingliederungshilfe
Bundeskanzler Friedrich Merz hat offen Kritik an den steigenden Kosten bei der Eingliederungshilfe geübt und Kürzungen an den Leistungen für Menschen mit Behinderung in die Diskussion gebracht. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe wie auch weitere Verbände und Engagierte haben entschlossen darauf reagiert.
Eine betroffene Mutter hat eine Petition mit dem Titel #TeilhabeIstKeinLuxus gestartet, die auch von der Lebenshilfe unterstützt wurde. Über 240.000 Unterschriften konnten so gesammelt werden.
Was Leistungen der Eingliederungshilfe für Menschen bedeuten
Wie unterstützen die Leistungen der Eingliederungshilfe Kinder, junge Menschen oder Erwachsene im Alltag? Wir möchten das anhand verschiedener Beispiele zeigen:
Mila, 10 Jahre, braucht viel Unterstützung beim Lernen. Eingliederungshilfe sichert eine Schulbegleitung.
Wenn die Eingliederungshilfe gekürzt wird, kann Mila nicht in die Schule gehen.
Erläuterung zur Bedeutung der Eingliederungshilfe für Mila
- Mila darf nur mit einer Schulbegleitung (Leistungen zur Teilhabe an Bildung) am Unterricht der vierten Grundschulklasse teilnehmen.
- Die Schulbegleitung verbringt die Unterrichtszeit mit ihr. Sie hilft ihr, dem Unterricht zu folgen und die Arbeitsmaterialien zu verwenden.
- Zudem unterstützt sie Mila in der Kommunikation mit den Lehrkräften und ihren Mitschüler*innen.
- Wenn ihre Stunden für die Schulbegleitung vom Träger der Eingliederungshilfe gekürzt würden, dürfte sie entsprechend weniger lange die Schule besuchen.
Für Mila steht und fällt der Schulbesuch mit der Unterstützung durch die Eingliederungshilfe – eine Alternative hat sie nicht.
Olga, 29 Jahre, braucht regelmäßig Unterstützung, damit sie in ihrer eigenen Wohnung leben kann.
Mit weniger Eingliederungshilfe müsste sie wieder bei ihren Eltern wohnen oder in eine Wohnstätte ziehen.
Erläuterung zur Bedeutung der Eingliederungshilfe für Olga
- Olga ist mit 27 Jahren zu Hause ausgezogen. Sie hat eine eigene Wohnung und besucht die Werkstatt in ihrer Nähe. Damit sie ihre häuslichen Angelegenheiten, ihr Sozialleben und ihre gesundheitlichen Themen gut hinbekommt, hat sie eine regelmäßige Unterstützung durch ein ambulantes Unterstützungsangebot der Eingliederungshilfe.
- Sie hat schon einmal probiert mit weniger Unterstützung klarzukommen. Das hat nicht funktioniert. Hätte sie nicht sofort wieder ambulante Leistungen der Eingliederungshilfe beziehen können, hätte sie wieder zu ihren Eltern ziehen müssen.
Olga möchte gern selbstständig wohnen, aber ohne die Eingliederungshilfe hätte sie keine Chance.
Yassin, 34 Jahre, lebt in einer Wohnstätte. Hier hat er Freunde und kann teilhaben. Er kann nicht sprechen, braucht viel Pflege und viel Unterstützung.
Ohne Eingliederungshilfe muss er ins Pflegeheim ziehen. Dort ist er allein unter alten Menschen und wird nicht verstanden.
Erläuterung zur Bedeutung der Eingliederungshilfe für Yassin
- Yassin lebt in einer Wohnstätte für Menschen mit komplexen Behinderungen und hohem Unterstützungsbedarf. Er und seine Eltern hatten Glück, denn es gibt sehr wenige Einrichtungen der Eingliederungshilfe, die in der Lage sind, Menschen mit komplexer Behinderung wie Yassin gut zu unterstützen.
- Die Wartelisten sind lang. Je weniger dieser Einrichtungen noch von der Eingliederungshilfe bezahlt werden, desto größer die Gefahr, dass Menschen wie Yassin auch im jungen Alter in ein Pflegeheim ziehen müssen.
Die Unterstützung zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft erhält Yassin ohne Eingliederungshilfe nicht mehr.
Hans, 45 Jahre, ist Fan des FC Köln und besucht gerne die Heimspiele seines Fußballvereins. Zu diesem Zweck fährt Hans regelmäßig zum Stadion des FC Köln, um vor Ort zu sein.
Ohne seine Assistenz wäre das für Hans nicht möglich.
Erläuterung zur Bedeutung der Eingliederungshilfe für Hans
- Hans geht in die Werkstatt und lebt in einer betreuten WG. Er ist FC-Fan. Alle paar Monate wird er vom ambulanten Dienst der Eingliederungshilfe zu einem FC-Spiel begleitet. Sie fahren gemeinsam und genießen die Stadionatmosphäre.
- Diese Besuche sind für Hans die absoluten Highlights in seinem Leben. Sie wären nicht möglich, wenn seine Eingliederungshilfeleistungen gekürzt oder das Eingliederungshilfeangebot, das ihn begleitet, nicht mehr finanziert werden würde.
Ohne Eingliederungshilfe wäre Hans diese Teilhabe am Leben in der Gesellschaft nicht möglich.
Pressemeldungen der Bundesvereinigung zum Prozess
Die Bundesvereinigung Lebenshilfe begleitet den Prozess seit den ersten Debatten. Hier finden Sie die Presse- und Medienmitteilungen zum Nachlesen.
- "An den Schwächsten der Gesellschaft darf auf keinen Fall gespart werden!" Eine Medienmitteilung der Bundesvereinigung Lebenshilfe vom 4. Juni 2025.
- "Hände weg von der Eingliederungshilfe." Eine Medienmitteilung der Bundesvereinigung Lebenshilfe vom 10. September 2025.
- "Teilhabe ist unverzichtbar!" Eine Medienmitteilung der Bundesvereinigung Lebenshilfe vom 27. November 2025.
- "Teilhabe ist Menschenrecht!" Eine Medienmitteilung der Bundesvereinigung Lebenshilfe vom 8. Dezember 2025.
- "Nicht auf Kosten von Menschen mit Behinderung!" Eine Medienmitteilung der Bundesvereinigung Lebenshilfe vom 29. Januar 2026.
Politische Forderungen zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe
Die im Koalitionsvertrag 2025 vereinbarten Beratungen zur Weiterentwicklung des Bundesteilhabegesetzes haben begonnen. Unter Leitung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales startet am 21. November 2025 der gemeinsame Arbeitsprozess von Bund, Ländern und Kommunen. Bis Juni 2026 werden Themen wie Leistungen, Verwaltungsverfahren, Vertragsrecht und Steuerung in mehreren Sitzungen beraten.
Die Akteure haben sich bereits positioniert: Länder, Kommunale Spitzenverbände, die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Sozialhilfeträger, die Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege, die Fachverbände für Menschen mit Behinderungen sowie der Deutsche Behindertenrat:
- Positionspapier der Fachverbände für Menschen mit Behinderung zur Sicherstellung des Rechts auf Teilhabe Ein Angebot der Fachverbände für Menschen mit Behinderung das 14 Punkte aufzeigt, welche die rote Linien bei der Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe markieren.
- Gemeinsames Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe Ein Angebot des Deutschen Behindertenrats, die Liga Selbstvertretung, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und der Fachverbände für Menschen mit Behinderung.
- Umlaufbeschluss der Arbeits- und Sozialministerkonferenz zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe Ein Angebot der Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK).
- Positionspapier der Länder zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe Ein Angebot der Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK).
- Positionspapier der Kommunen zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe Ein Angebot des Deutschen Landkreistags (DLT), des Deutschen Städtetags (DST) und der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe und der Eingliederungshilfe (BAGüS).
- Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege zur Umsetzung und Weiterentwicklung des Bundesteilhabegesetzes Ein Angebot der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW).
- Stellungnahme der Fachverbände für Menschen mit Behinderung zur Umsetzung und Weiterentwicklung des Bundesteilhabegesetzes Ein Angebot der Fachverbände für Menschen mit Behinderung.
- Stellungnahme der Fachverbände für Menschen mit Behinderung zur Entbürokratisierung bei der Erbringung von Leistungen der Eingliederungshilfe Ein Angebot der Fachverbände für Menschen mit Behinderung.
Materialien, Vorlagen und weitere Angebote zur Kampagne
Hier finden Sie Materialien und Vorlagen, um sie vielfältig und kreativ in Ihren jeweiligen Kommunikationskanälen einzusetzen – z. B. auf Websites, in Social Media, Newslettern oder Printmedien. Für die Umsetzung der Materialien gibt es einen speziellen Leitfaden, der die Schritte zur Erstellung der Bilder, Posts, Flyer, Poster und mehr erläutert.
- Start: Wir bitten Sie, den Kampagnenstart am 23. Februar in Ihren Planungen zu berücksichtigen und die Kampagne aktiv mitzutragen. Je geschlossener und sichtbarer wir auftreten, desto größer ist die politische Wirkung.
- Hashtag: Nutzen Sie den Hashtag #TeilhabeIstMenschenrecht in all Ihren Kommunikationskanälen, wenn Sie über die Eingliederungshilfe berichten.
- Leitfaden: Sehen Sie sich hier den Leitfaden zu den Materialen und Vorlagen zur Kampagne an.
Download: Kampagnenlogo
Kampagnenlogo (Bilddateien in .jpg und .png)
- Kampagnenlogo: Eingliederungshilfe ist Menschenrecht | blau, JPG Das Logo zur Kampagne der Lebenshilfe.
- Kampagnenlogo: Eingliederungshilfe ist Menschenrecht | blau, PNG Das Logo zur Kampagne der Lebenshilfe.
- Kampagnenlogo: Eingliederungshilfe ist Menschenrecht | weiß, JPG Das Logo zur Kampagne der Lebenshilfe.
- Kampagnenlogo: Eingliederungshilfe ist Menschenrecht | weiß / transparent, PNG Das Logo zur Kampagne der Lebenshilfe.
Download: Plakate und Bilder zur Kampagne
Kampagnenpaket 1 (PDF, Bilddateien, InDesign-Vorlagen und Bilder für Social Media)
- Vorlagenpaket 1: Plakate als PDF Die Plakate zur Kampagne in verschiedenen PDF-Formaten (A3, A4, A5) und mit unterschiedlichen Motiven zum Herunterladen.
- Vorlagenpaket 1: Plakate als Bilder Die Plakate zur Kampagne als Bilddateien (.jpg) und mit unterschiedlichen Motiven zum Herunterladen.
- Vorlagenpaket 1: Plakate als InDesign-Vorlagen Die Plakate zur Kampagne als Vorlagen für InDesign (.indd) und mit unterschiedlichen Motiven zum Herunterladen.
- Vorlagenpaket 1: Plakate als Bilder für Social Media Die Plakate zur Kampagne als Bilddateien für Social Media (.jpg) und mit unterschiedlichen Motiven zum Herunterladen.
Kampagnenpaket 2 mit Stempel (PDF, Bilddateien, InDesign-Vorlagen und Bilder für Social Media)
- Vorlagenpaket 2: Plakate als PDF Die Plakate zur Kampagne mit Stempel in verschiedenen PDF-Formaten (A3, A4, A5) und mit unterschiedlichen Motiven zum Herunterladen.
- Vorlagenpaket 2: Plakate als Bilder Die Plakate zur Kampagne mit Stempel als Bilddateien (.jpg) und mit unterschiedlichen Motiven zum Herunterladen.
- Vorlagenpaket 2: Plakate als InDesign-Vorlagen Die Plakate zur Kampagne mit Stempel als Vorlagen für InDesign (.indd) und mit unterschiedlichen Motiven zum Herunterladen.
- Vorlagenpaket 2: Plakate als Bilder für Social Media Die Plakate zur Kampagne mit Stempel als Bilddateien für Social Media (.jpg) und mit unterschiedlichen Motiven zum Herunterladen.
Canva-Vorlagen (Plakat- und Social-Media-Vorlagen)
- Canva-Vorlagen: Plakate für die Kampagne zur Eingliederungshilfe Die Plakate zur Kampagne als Canva-Vorlagen: Über dieses PDF finden Sie Links zu verschiedenen Canva-Formaten.
- Canva-Social-Media-Vorlagen: Bilder für die Kampagne zur Eingliederungshilfe Die Bilder zur Kampagne als Canva-Vorlagen: Über dieses PDF finden Sie Links zu verschiedenen Canva-Formaten.
Förderung der Aktion Mensch zum Protesttag am 5. Mai
Am 5. Mai findet der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Das Motto: Menschenrechte sind nicht verhandelbar! Mit einer Mikroförderung können kreative Aktionen gegen Diskriminierung und für Teilhabe unterstützt werden.
Hier finden Sie Beispiele für Anträge bzw. Aktionen zum 5. Mai, die durch die Aktion Mensch gefördert werden können:
Kurzbeschreibung: Mit einem Stand und in der Innenstadt/am Einkaufszentrum/am Kulturzentrum am 5. Mai/10. Mai (Samstag nach dem 5. Mai) weisen wir auf die anstehenden Kürzungen bei der Eingliederungshilfe hin. Dabei unterstreichen wir die Bedeutung der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung, indem wir Einblicke in die Lebensrealität geben und gemeinsame Aktivitäten ermöglichen.
Erläuterung Protest-/Aufklärungscharakter: Die Aufklärung wird durch Menschen mit Behinderung und den Einblick in ihr Leben, einerseits durch Informationen, andererseits durch gemeinsame Aktionen erreicht. Damit wird die Bedeutung der Eingliederungshilfe unterstrichen, was gerade in den aktuellen Diskussionen um Kürzung besonders wichtig ist.
Kurzbeschreibung: Mit einer Podiumsdiskussion machen wir auf die Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam. Es sollen Vertreter*innen der Stadt/der Gemeinde mit Menschen mit Behinderung und ihren Familien über die Unterstützung durch Eingliederungshilfe diskutieren.
Erläuterung Protest-/Aufklärungscharakter: Mit der politischen Podiumsdiskussion wird der Protestcharakter durch die Forderungen der Menschen mit Behinderung und ihrer Familien an die Politiker*innen erreicht. Darüber hinaus gibt es den Aufklärungsaspekt über die Darstellung der aktuellen Situation und der Bedeutung der Eingliederungshilfe im Leben von Menschen mit Behinderung.
Bitte beachten: Die Protestaktionen müssen offene Angebote für die breite Öffentlichkeit sein und im Sozialraum bzw. öffentlichen Raum zwischen dem 2. und 10. Mai 2026 stattfinden.