Inklusion Schule Lebenshilfe
© Lebenshilfe/David Maurer
Kinder

Thesen zur Schulinklusion | Inklusive Bildung in der Schule

Die Lebenshilfe hat in den vergangenen Jahren eine intensive innerverbandliche Auseinandersetzung rund um das Thema inklusive Schule geführt. Angestoßen wurde der Dialog über Schulinklusion vom Bundesvorstand, der hierzu Thesen formuliert und breit zum Meinungsaustausch eingeladen hatte.

Intensive Debatte zum Thema Inklusive Schule

Lebenshilfe Schule Inklusion
© Lebenshilfe/David Maurer

Der Gesprächsbedarf war groß: Engagierte Diskussionen und lebhafte Debatten wurden in verschiedenen Gremien und bei Veranstaltungen, aber auch auf der Facebook-Seite der Lebenshilfe geführt. Darüber hinaus erreichten uns Beiträge per E-Mail oder Post.

Schlechte Erfahrungen mit der Umsetzung von Inklusion kamen dabei ebenso zur Sprache wie gute. Befürchtungen und Ängste fanden ebenso Gehör wie mit der gemeinsamen Bildung verbundene Chancen und Hoffnungen.

Am vorläufigen Ende des Diskussionsprozesses steht als Ergebnis das Positionspapier „Thesen der Bundesvereinigung Lebenshilfe zur Inklusiven Bildung in der Schule“, das der Vorstand verabschiedet hat.

Die 5 Kernthesen zur Inklusiven Bildung in der Schule

Finden Sie hier die kompletten Kernthesen zum Herunterladen

Eine Schule für alle – die aktuelle Situation in Deutschland

Deutschland hat die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben. Damit haben wir uns verpflichtet, Inklusion auch in der Schule zu etablieren. Da Bildung Ländersache ist, kommt die schulische Inklusion in Deutschland sehr unterschiedlich voran. Eine Orientierung bietet der sogenannte Inklusionsanteil. Er zeigt, wie fortschrittlich die jeweiligen Bundesländer beim Thema Inklusion in der Schule sind und wie viele Kinder mit Förderbedarf bereits in Regelschulen unterrichtet werden. Die Inklusionsanteile liefern jedoch keine hundertprozentig sicheren Aussagen – auch weil von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich interpretiert wird, welche Kinder zu der Gruppe mit sonderpädagogischem Förderbedarf gehören. Laut der Bertelsmann-Stiftung liegt der Inklusionsanteil an deutschen Schulen bei 31,4 Prozent (Stand 2013/2014). Blickt man nur auf den Schwerpunkt Geistige Entwicklung, sind es deutlich weniger: Laut Prof. Dr. Theo Klauß aus dem Bundesvorstand der Lebenshilfe wurden 2014 deutschlandweit nur etwa 11 Prozent dieser Schüler an einer allgemeinen Schule unterrichtet (Fachzeitschrift Teilhabe 4/16).

Corona-Virus – Empfehlungen der Lebenshilfe
© CC0-Lizenz

Inklusive Bildung und Digitalisierung

Die Corona-Krise wirkt wie ein Brennglas: Im Schulsystem zeigt sich überdeutlich, was schon vor der Pandemie nicht gut funktioniert hat. Vielerorts fehlte und fehlt es an den Grundlagen für digitales Lernen und Distanzunterricht, wie der technischen Ausstattung der Schulen, Konzepten für die Umsetzung sowie entsprechender Medien- und Methodenkompetenz bei den Lehrkräften.

Und auch im Hinblick auf die Umsetzung schulischer Inklusion mangelt seit Jahren den an grundsätzlichen Ressourcen. Dies wird jetzt in Pandemiezeiten noch sichtbarer. Für viele Kinder mit Behinderung gibt es keine passenden digitalen Angebote für das Distanzlernen, es fehlt an Technik und an Unterstützung. Die Kinder und Eltern werden damit allein gelassen. Die inklusive Bildung bleibt auf der Strecke.

Gemeinsam mit anderen Verbänden schließt sich die Lebenshilfe dem Pakt für Inklusion an und fordert: Inklusive Bildung und Digitalisierung zusammen denken!

Wie Inklusion gelingen kann

Kirk Inklusion Schule
© Hans D. Beyer
Kirk und sein erster Schultag

Kirk geht auf eine Berliner Grundschule. Er ist dort das erste und bisher einzige Kind mit Down-Syndrom.

Der Anfang war nicht leicht. Aber seine Eltern sind sich sicher: Kirk gehört auf eine Schule für alle.

Wir begleiten Kirk durch seine ersten Schuljahre.

Lesen Sie hier mehr über seine Erlebnisse.

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