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Selbstvertretung und Assistenz stärken
Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat ein neues Projekt gestartet. Das Projekt stärkt die politische Partizipation von Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung. Dafür suchen wir engagierte Personen für die politische Selbstvertretung sowie für die Assistenz.
Neuigkeiten zum Projekt
Das Projekt befindet sich in der ersten Phase der Umsetzung. Gemeinsam mit dem Beratungsteam der Lebenshilfe Berlin rund um den Selbstvertreter Sascha Ubrig entwickeln wir Schulungen und bilden das Fundament für eine starke Selbstvertretung.
Über das Projekt
Selbstvertretung und Assistenz stärken: Machen Sie mit und werden Sie Teil der Lebenshilfe-Familie! Als Teil des Projektes bringen Sie ihre Standpunkte ein und vertreten die Interessen der Bundesvereinigung sowie anderer Menschen mit Unterstützungsbedarf.
Ihr Engagement ist gefragt: Gemeinsam tragen Selbstvertreter*in und Assistenz zu einer inklusiveren Gesellschaft bei. Dafür benötigt die Bundesvereinigung Lebenshilfe Sie und Ihr Engagement.
Projektziele
- Ziel des Projektes ist es, Menschen mit Unterstützungsbedarf für die Selbst- und Interessenvertretung zu gewinnen. Als zukünftiger Teil einer Gruppe engagieren sich die Selbstvertretungspersonen in politischen Gremien, Ausschüssen, Arbeitsgruppen und Sitzungen auf Bundesebene – auch als Interessenvertreter*innen für die Lebenshilfe.
- Unterstützung erhalten die Selbstvertreter*innen dabei von Assistenzpersonen. Die Assistenzpersonen werden ebenso in einer Gruppe organisiert sein, um den Selbstvertretungspersonen flexibel assistieren zu können.
Fördermittelgeber & Laufzeit
Wir führen das Projekt von April 2025 bis Ende 2027 durch. Es erhält eine umfassende Förderungen aus dem Partizipationsfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Wir bedanken uns beim Fördermittelgeber für die Unterstützung des Projektes.
Beim Projekt mitmachen
Das Projekt lebt von Menschen, die sich ehrenamtlich politisch engagieren wollen.
Die Tätigkeit ist nicht nur ein wertvoller Beitrag zu Partizipation und Demokratie, sondern stellt auch eine interessante Erfahrung im politischen Umfeld dar. Haben Sie Interesse? Dann bringen Sie sich aktiv mit ein! Ihre Sichtweise ist wichtig für die politische Arbeit. Lernen Sie darüber hinaus neue Perspektiven kennen, erweitern Sie die eigenen Kompetenzen, vernetzen Sie sich und werden Sie Teil eines innovativen Projekts, das die Partizipation von Menschen mit Unterstützungsbedarf nachhaltig stärkt.
Im Rahmen des Projektes können wir ein Fortbildungsangebot unterbreiten mit der Aussicht auf Aufnahme in zwei verschiedene Gruppen, die über die Projektlaufzeit hinaus Politik mitgestalten. Das sind die Gruppe der Selbstvertreter*innen sowie die der Assistent*innen.
Gruppen für Selbstvertretung und Assistenz
Für beide Gruppen, also die Gruppe der Selbstvertreter*innen sowie die Gruppe der Assistenzkräfte, sind diese Punkte wichtige Voraussetzungen:
- Absolvieren der Schulung
- Reisebereitschaft
Mitmachen bei der Gruppe für Selbstvertretung
Wer kann aufgenommen werden?
- Personen aus Berlin und Umgebung oder wenn Sie gern nach Berlin reisen
- Erste Vorerfahrungen mit dem Thema politische Selbstvertretung
- Kenntnisse der Strukturen der Lebenshilfe
- Identifikation mit den Werten der Lebenshilfe
Mitmachen bei der Gruppe für Assistenzpersonen
Wir suchen Menschen, die künftig als ehrenamtliche Assistenzpersonen tätig sein wollen. Durch die Arbeit als Assistenzperson unterstützen Sie das ehrenamtliche Engagement der Selbstvertreter*innen und tragen so zu einer inklusiven und partizipativen Gesellschaft bei.
Schulungen und Vorbereitungen
Während der Projektlaufzeit schulen wir jährlich
- bis zu 15 Personen für die Selbstvertretungsarbeit und
- bis zu 30 Personen für die ehrenamtliche Assistenzarbeit.
Mit der Auswahl für und Aufnahme in das Schulungsprogramm ist verbunden, dass wir die teilnehmenden Personen für die Schulung nach Berlin einladen und die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie Reisekosten erstatten. Für die Schulungen fallen für Sie keine Kosten an.
- Die ersten 15 Selbstvertreter*innen und bis zu 30 Assistenzpersonen schulen wir im Jahr 2026.
- Im Jahr 2027 schulen wir dieselbe Anzahl Selbstvertretungs- und Assistenzpersonen.
Vorbereitung für Selbstvertreter*innen
- Schulungswoche, um die Grundlagen guter Selbstvertretung kennenzulernen.
- Erlernen, was Selbstvertretung in politischen Kontexten bedeutet
- Kennenlernen der BVLH und der politischen Interessenvertretung
- Mitwirken an politischen Prozessen auf Bundesebene
- Vernetzung mit anderen Aktiven
- Engagement für die Ausbildung weiterer Selbstvertreter*innen
Vorbereitung für Assistenzpersonen
- Teilnahme an Schulungen – online und in Präsenz – für gute Assistenz
- Kenntnisse zur Rolle der Assistenz in der politischen Teilhabe
- weitere Fortbildungsmöglichkeiten
- Aufnahme in die Gruppe der Assistenzpersonen mit Vernetzungsmöglichkeiten
Freiwillige gesucht – jetzt ehrenamtlich Assistenz werden
Wir freuen uns, wenn Sie uns als ehrenamtliche Assistenz unterstützen und bieten Ihnen ein finanziertes, zweiteiliges Schulungsprogramm. Eine Vergütung der ehrenamtlichen Tätigkeit ist ebenfalls geplant. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zur Teilnahme am Projekt.
Informationen für Interessierte
Können Sie folgende Fragen für sich mit ja beantworten? Dann bewerben Sie sich gern und werden Sie Teil der Unterstützer*innengruppe:
- Sie wollen ehrenamtlich tätig werden?
- Sie haben Freude an der Zusammenarbeit mit anderen Menschen?
- Sie teilen die Werte der Lebenshilfe?
- Sie interessieren sich für Politik?
- Sie sind zuverlässig, gut organisiert, reflektiert und können sich gut auf unbekannte Situationen einstellen?
Alle Interessierten lernen die Grundlagen der Assistenzarbeit mittels eines Online-Selbstlernkurses kennen. Der Kurs vermittelt die theoretischen Grundlagen sowie zentrale Aspekte der Selbstvertretung. Außerdem erfahren Sie alles Wissenswerte zur Bundesvereinigung Lebenshilfe und unserer Haltung. Während des Kurses wird auch die Gelegenheit bestehen, sich Ihrer eigenen Werte bewusst zu werden. Wichtig ist für uns von Anfang an die Möglichkeit zur Selbstreflektion und zum Austausch zu geben.
Nach Abschluss des Online-Selbstlernkurses laden wir Sie zur Teilnahme an einer mehrtägigen Präsenzschulung nach Berlin ein. Nach dem Abschluss beider Schulungsteile ist ein Einsatz als Assistenzperson für die Bundesvereinigung Lebenshilfe möglich. Dabei ist die Anzahl der Teilnehmenden bei der Präsenzschulung auf 30 Personen begrenzt. Die Kosten für Anreise, Unterkunft und Verpflegung während der Schulungen können wir aus Projektmitteln übernehmen.
Die Schulungen für Assistenzpersonen sollen wie folgt im Jahr 2026 stattfinden:
- Absolvieren des Online-Selbstlernkurses im September 2026
- Teilnahme an der Präsenzschulung in Berlin im November 2026
Wenn Sie Interesse haben, sich in diesem Bereich zu engagieren, freuen wir uns über Ihre Anmeldung und über Menschen, die gemeinsam mit uns Strukturen schaffen möchten, die politische Partizipation ermöglichen.
Wir wissen, dass Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen wertvolle Perspektiven einbringen. Daher ist der Zugang zum Schulungsprogramm bewusst offen gestaltet. Gleichzeitig möchten wir transparent machen, welche Kompetenzen für die Aufgabe hilfreich sind.
1. Charakter und persönliche Haltung
Die Rolle als Assistenzperson verlangt bestimmte persönliche Eigenschaften für eine gelingende Zusammenarbeit mit Selbstvertreter*innen. Wir suchen daher Personen, die diese Eigenschaften mitbringen:
- Eine wertschätzende und unterstützende Grundhaltung.
- Gelassenheit und Geduld.
- Ein aufgeschlossener und respektvoller Umgang mit Menschen – mit und ohne Unterstützungsbedarf.
- Die Motivation, dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln.
- Ein souveränes Auftreten.
- Flexibilität, auch wenn Situationen neu, ungewohnt oder unerwartet sind.
- Ein freundliches und aufmerksames Wesen.
- Die Fähigkeit, sich an sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Formen der Kommunikation anzupassen.
Diese Eigenschaften sind wichtiger als eine formale Qualifikation.
2. Interesse an politischen Themen
Assistenzpersonen unterstützen Selbstvertreter*innen unter anderem in politischen Prozessen. Ein grundlegendes Verständnis davon, wie politische Entscheidungen in Deutschland getroffen werden, ist notwendig. Interesse an politischen Themen wird vorausgesetzt. Fachwissen in Bereichen wie Gesundheits- oder Sozialpolitik ist keine Voraussetzung – aber für die Arbeit durchaus wertvoll. Auf die Einsätze mit Selbstvertretungspersonen werden Sie auch durch unsere Referent*innen vorbereitet. Wichtig ist, dass Sie während eines Einsatzes auch in der Lage sind, Themen und Inhalte für Selbstvertretungspersonen nochmals aufzubereiten oder mit Ihnen zu besprechen.
3. Interesse an Vielfalt und Inklusion
Sie wollen einstehen für eine inklusive Gesellschaft. Daher sind Sie offen gegenüber allen Menschen. Gleich Ihrer beruflichen Expertise freuen wir uns über Ihr Engagement. Vorerfahrungen in der Assistenz von Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung sind nicht erforderlich. Auch eine sozialpädagogische Ausbildung ist keine Voraussetzung. Kenntnisse aus diesem Bereich sind selbstverständlich von Vorteil – aber genauso willkommen sind engagierte Quereinsteiger*innen aus anderen Berufs- und Lebensbereichen.