Frau mit Brille im Rollstuhl
© David Maurer/Lebenshilfe
Senioren

Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

Das Thema Tod und Sterben wird in der heutigen Zeit größtenteils aus dem alltäglichen Leben verbannt. Zu Unrecht, denn wer sich früh darüber Gedanken macht, hat die Möglichkeit, selbstbestimmt zu entscheiden, wie er am Lebensende versorgt werden möchte. Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung können dabei jetzt Unterstützung leisten: mit der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase.

Seit Januar 2018 haben Einrichtungen der Eingliederungshilfe und stationäre Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit (es ist keine Pflicht), eine Beratung zu den medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und seelsorgerischen Versorgungsmöglichkeiten in der letzten Lebensphase anzubieten. Die Gespräche erfolgen in barrierefreier Kommunikation, unter Beteiligung aller Bezugspersonen und unter Einbeziehung des behandelnden Arztes. Ist ein Betreuer bestellt, erhält dieser ebenfalls Kenntnis von der Beratung und den ermittelten Versorgungswünschen.

Welche Bedingungen müssen Einrichtungen erfüllen?

Um die Leistung erbringen zu können, müssen Einrichtungen über einen sogenannten Berater verfügen. Es muss sich dabei aber nicht um einen eigenen Mitarbeiter handeln. Es reicht aus, wenn eine entsprechend qualifizierte Person über einen externen Anbieter angefragt werden kann oder bei dem gemeinsamen Träger mehrerer Einrichtungen beschäftigt ist.

Außerdem ist die Vernetzung mit allen an der Versorgung beteiligten Akteuren wichtig. Dazu gehören zum Beispiel Ärzte, Rettungssanitäter, Pflege- und Hospizdienste und Seelsorger. Denn nur, wenn sie im Bedarfsfall einfach und schnell Kenntnis von den in der Beratung ermittelten und dokumentierten Entscheidungen erhalten, können sie die Versorgungswünsche auch tatsächlich umsetzen.

Schließlich ist die gesundheitliche Versorgungsplanung allgemein in die Gesamtstruktur und konzeptionelle Ausrichtung der Einrichtung einzubinden. Das kann zum Beispiel durch die Sensibilisierung der Mitarbeiter für das Thema, die Implementierung formalisierter Prozesse und einheitliche Dokumentationsvorgaben sichergestellt werden.

Wie werden die Leistungen abgerechnet?

Liegen alle Voraussetzungen vor, haben Einrichtungen einen Anspruch gegen die Landesverbände der Krankenkassen und die Verbände der Ersatzkassen auf den Abschluss einer Vergütungsvereinbarung. Auf dieser Basis kann dann gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse des zu Beratenden abgerechnet werden. Alle Einzelheiten zur erforderlichen Qualifikation des Beraters, zur Vernetzung, Leistungserbringung und zur Vergütung finden Sie in der Rahmenvereinbarung zwischen dem GKV-Spitzenverband und den Vereinigungen der Einrichtungsträger.

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