Soziale Berufe Behindertenhilfe
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Soziale Berufe
Ein Job mit Sinn in der Behindertenhilfe #LebenshilfeMomente

Soziale Berufe – Überblick und Einstieg

Willkommen im Berufe-Portal der Lebenshilfe! Die Lebenshilfe ist deutschlandweit Arbeitgeberin im Sozialen Bereich. Bei ihr kann man im ganzen Land in einen Sozialen Beruf einsteigen – über eine Ausbildung, ein Praktikum oder via Quereinstieg. Auf diesen Seiten geben wir einen ersten Überblick.

Was ist ein Sozialer Beruf?

Einstieg in Soziale Berufe
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An erster Stelle steht die Frage, was überhaupt ein Sozialer Beruf ist. Der Begriff sozial macht deutlich, dass diese Berufe in erster Linie dem Gemeinwohl und der Förderung des menschlichen Miteinanders dienen.

Im Sozialen Bereich geht es immer um Menschen – und darum, sie zu unterstützen, zu fördern oder anderweitig zu begleiten. Hilfsbereitschaft, Empathie und Mitgefühl – aber auch Geduld, Gelassenheit und Resilienz sind wichtige Eigenschaften für Mitarbeitende im Sozialen Bereich.

In Sozialen Berufen kommen Mitarbeitende dabei, je nach Job und Ausrichtung, mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen oder Senioren in Kontakt. Die Vielfalt der Jobs im Sozialen Bereich ist groß.

Welche Sozialen Berufe gibt es?

Soziale Berufe Behindertenhilfe
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Denken Sie, ein Sozialer Beruf könnte zu Ihnen passen? Etwas ...

  • mit Herz,
  • mit Sinn,
  • mit Perspektive,
  • mit ganz besonderen Momenten
  • und beruflicher Sicherheit?

Vielleicht wissen Sie nur noch nicht genau, welche Sozialen Berufe oder welche Ausbildungen für Sie in Frage kommen.

Als Lebenshilfe kennen wir uns mit Sozialen Berufen in der Behindertenhilfe bestens aus. Wir bieten Jobs in ganz Deutschland an. Neue Fachkräfte sind bei uns herzlich willkommen. Sie werden sehen, wie vielfältig der Soziale Bereich ist. Natürlich haben wir auch Antworten auf Ihre Fragen:

  • Was macht eine Heilerziehungspflegerin bzw. ein Heilerziehungspfleger?
  • Warum braucht es einen Sozialassistenten bzw. eine Sozialassistentin?
  • Kann ich als Erzieherin oder Erzieher in der Behindertenhilfe arbeiten?
  • Was heißt überhaupt Heilpädagogik?
  • Gibt es Soziale Arbeit auch in der Behindertenhilfe?

Diese und ähnliche Fragen werden häufig gestellt. Um Ihnen zu helfen, haben wir dieses Berufe-Portal aufgebaut. Klicken Sie gerne auf eine der folgenden Kacheln und informieren Sie sich über die Sozialen Berufe in der Behindertenhilfe, bei denen es um die Arbeit mit Menschen mit sogenannter Behinderung bzw. Beeinträchtigung* geht.

Diese Übersicht soll nur einen ersten Überblick vermitteln. Es gibt natürlich noch mehr Soziale Jobs in der Behindertenhilfe, wie etwa therapeutische Berufe:

  • Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten
  • Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten
  • Logopädinnen und Logopäden
  • u. v. m.

Warum einen Sozialen Beruf in der Behindertenhilfe wählen?

Menschen, die einen Beruf in der Behindertenhilfe wählen, möchten sich oft sozial engagieren. Sie möchten etwas gegen Benachteiligung und Ausgrenzung tun und sich für ein vielfältiges Miteinander einsetzen. Sie haben ein Interesse daran, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigt am Leben teilhaben können und dass Inklusion in unserer Gesellschaft selbstverständlich wird. Ein Beruf in der Behindertenhilfe ermöglicht es, auf diese Ziele hinzuarbeiten.

Berufe wie Heilerziehungspflegerin, Sozialassistent oder Heilpädagogin sind Soziale Berufe. Das bedeutet, es sind Berufe, bei denen der direkte Kontakt zu Menschen besonders wichtig ist. In diesen Sozialen Jobs geht es immer um den Einsatz für und die Zusammenarbeit mit Menschen. Wem Helfen am Herzen liegt, ist hier also genau richtig. Dabei sind diese Eigenschaften elementar:

  • Hilfsbereitschaft und Engagement
  • Empathie und Mitgefühl
  • Offenheit und Geduld 

Die Behindertenhilfe ist dabei ein besonders abwechslungsreicher Bereich innerhalb der Sozialen Berufe. Einerseits gibt es ein sehr breites Spektrum und verschiedene Grade von Behinderungen. Andererseits sind ganz unterschiedliche Menschen betroffen. Es gibt Kinder, die mit einer Behinderung geboren werden; erwachsene und ältere Menschen mit Behinderung; Menschen, die erst im Laufe ihres Lebens von einer Behinderung betroffen sind und Menschen mit Behinderung, die zusätzlich seelisch und/oder körperlich erkranken.

Soziale Berufe und Kinder
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Bleiben Soziale Berufe in der Behindertenhilfe in Zukunft wichtig?

Berufe und Berufsbilder unterliegen einem ständigen Wandel. Manche Berufe verschwinden sogar gänzlich, während andere neu entstehen. Pflege- und Gesundheitsberufe im Allgemeinen und Berufe in der Behindertenhilfe im Speziellen gelten als systemrelevante Berufe und sind von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Fachkräfte in diesen Bereichen sorgen dafür, dass alle Menschen – ob jung oder alt – gleichberechtigt am Leben teilhaben können und die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Kurz gesagt: Pflegeberufe und andere Jobs im Sozialen Bereich sind und bleiben für unsere Gesellschaft sehr wichtig.

In aller Munde ist die Künstliche Intelligenz (KI) mitsamt der Frage: Wird mein Beruf in Zukunft von einem Roboter übernommen? Als besonders zukunftssichere Berufe gelten Jobs, bei denen Eigenschaften gefragt sind, die von einer KI nicht oder nur schwer zu ersetzen sind. Dazu zählen etwa Empathie, Mitgefühl und menschliche Wärme, die gerade für Fachkräfte in der Heilerziehungspflege oder Sonderpädagogik bedeutend sind. Die Zukunftsaussichten für diese Berufe sind also gut bis sehr gut und ihre Relevanz wird voraussichtlich weiter zunehmen.

Zukunftsperspektive für Soziale Berufe: Fachkräfte in Sozialen Berufen sind sehr gefragt. Mit 37.000 nicht besetzten Arbeitsstellen sind die Sozialen Berufe in den Top 10 der Branchen mit den meisten offenen Arbeitsstellen auf dem ersten Arbeitsmarkt in Deutschland (Stand: Juli 2023).

Ausbildung bzw. Studium und Einstieg in einen Sozialen Beruf

Soziale Berufe Behindertenhilfe
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Ein Sozialer Beruf in der Behindertenhilfe kommt für Sie in Frage? Dann möchten wir Ihnen zeigen, wie der Einstieg bzw. Quereinstieg in die Soziale Branche gelingen kann.

Es gibt verschiedene Wege in einen Sozialen Beruf. Einige haben einen mittleren Bildungsabschluss als Voraussetzung, andere benötigen die Hochschulreife.

Grundsätzlich gibt es zwei gängige Einstiegsmöglichkeiten in Soziale Berufe:

  1. Ausbildung: Den Beruf des Heilerziehungspflegers lernt man zum Beispiel an einer Berufsfachschule. Die Ausbildung in Vollzeit dauert bis zu drei Jahre und beinhaltet ausbildungsbegleitende Praktika. Voraussetzung ist oft ein mittlerer Bildungsabschluss.
    • Sehr häufig wird die Ausbildung praxisintegriert durchgeführt (ähnlich wie bei einer Dualen Ausbildung), schließt man einen Ausbildungsvertrag mit der Praxisstelle. Dann erhalten Auszubildende eine Vergütung (oft zwischen 1.000 bis 1.200 Euro). Auch ein Quereinstieg in einen Sozialen Beruf ist über eine berufsbegleitende Ausbildung möglich.
    • Wenn es sich um eine schulische Ausbildung handelt, gibt es (wie bei schulischen Ausbildungen üblich) allenfalls eine Vergütung für die Zeit der Praxisphasen. Es gibt aber Finanzierungsmöglichkeiten (Wohngeld, Schüler-BAföG etc.).
    • Gut zu wissen: Die Lebenshilfe bildet selbst aus. Über freie Ausbildungsplätze in Pflegeberufen und entsprechende Fachschulen können Sie sich weiter unten im Kapitel "Die Lebenshilfe als Arbeitgeberin in der Behindertenhilfe" informieren. 
  2. Studium: Andere Berufe erlernt man über ein Hochschulstudium, wie etwa Heilpädagogik. Den Einstieg bietet hier ein Bachelor-Studium Heilpädagogik, das etwa 3 Jahre dauert (bzw. 6 Semester). Oft gibt es dabei umfangreiche Praxisanteile, die fester Bestandteil des Studiums sind. Noch mehr Praxis bietet auch hier der duale Weg über ein Duales Studium. Voraussetzung ist die Hochschulreife. Anschließend besteht neben dem Berufseinstieg auch die Möglichkeit, den Master Heilpädagogik zu absolvieren (z. B. auch berufsbegleitend).

Gut zu wissen: Duale Ausbildungen (mit Berufsschule und Praxisort) sind im Berufsbildungsgesetz geregelt. Soziale Berufe dagegen sind dies nicht. Verbindet man also zum Beispiel die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin bzw. zum Heilerziehungspfleger an einer Fachschule mit beruflicher Praxis, dann ist das eine sogenannte praxisintegrierte Ausbildung. Oft liest man dennoch von einer Dualen Ausbildung, da dieser Begriff vielen geläufiger ist.

Praktikum im Sozialen Bereich

Vor dem Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums für den Einstieg in einen Sozialen Beruf steht für viele ein Praktikum an. Das Praktikum ermöglicht es Interessierten, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen:

  • Was erwartet mich im Beruf?
  • Wie sieht mein Alltag aus?
  • Passt der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin zu mir?

Die über Praktika gewonnenen Erfahrungen sind oft sehr wertvoll. Man lernt schnell, ob der Soziale Bereich einem liegt und ob man sich dort seine berufliche Zukunft vorstellen kann. Die Zeit kann mitunter auch angerechnet werden.

Praktikum bei der Lebenshilfe: Die Lebenshilfe hat deutschlandweit Angebote für Menschen, die gerne ein Praktikum im Sozialen Bereich beginnen möchten. Wir empfehlen einen Blick auf unsere interaktive Landkarte: Dort einfach nach einer Einrichtung oder dem Landesverband in der Nähe bzw. im eigenen Bundesland suchen und den Kontakt aufnehmen. Die Lebenshilfe gibt es auch in Ihrer Nähe – und sie freut sich immer über engagierte Menschen.

Bundesfreiwilligendienst und Freiwilliges Soziales Jahr in der Behindertenhilfe

Jugendliche und junge Erwachsene, die gerade erst die Schule abgeschlossen haben oder erst einmal in einen Sozialen Beruf hineinschnuppern möchten, können einen Einstieg über den Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) wählen. Aber was hat es mit den Freiwilligendiensten auf sich? 

  • Bundesfreiwilligendienst: Die Einführung des BFD ist eine Folge der Aussetzung von Wehrpflicht und Zivildienst und soll Diensten und Einrichtungen im sozialen Bereich zugutekommen. Der BFD kann in Teilzeit und Vollzeit und ohne Altersgrenze nach oben geleistet werden.
  • Freiwilliges Soziales Jahr: Ein FSJ absolvieren junge Menschen meist zwischen Schulende und vor Beginn der Ausbildung oder des Studiums – als Orientierung oder für einen ersten Eindruck. Die Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Behindertenhilfe sind dabei besonders vielfältig.

Freiwilligendienst bei der Lebenshilfe: Die Lebenshilfe hat deutschlandweit Angebote für Menschen, die gerne einen Freiwilligendienst leisten möchten – sowohl für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) als auch für einen Bundesfreiwilligendienst. Wir empfehlen einen Blick auf unsere interaktive Landkarte: Dort einfach nach einer Einrichtung oder dem Landesverband in der Nähe bzw. im eigenen Bundesland suchen und den Kontakt aufnehmen. Die Lebenshilfe gibt es auch in Ihrer Nähe – und sie freut sich immer über engagierte Menschen.

Soziale Berufe und Senioren
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Die Lebenshilfe als Arbeitgeberin in der Behindertenhilfe

Die Lebenshilfe ist eine gemeinnützige Organisation. Sie unterstützt Menschen mit verschiedenen Behinderungen sowie ihre Familien in ganz Deutschland und sie ist eine der großen Arbeitgeberinnen im sozialen Sektor. Das bedeutet, die Lebenshilfe bietet viele Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten im Sozialen Bereich der Behindertenhilfe an – auch für Quereinsteigerinnnen und Quereinsteiger.

Bei der Lebenshilfe kann man zum Beispiel direkt eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger bzw. zur Heilerziehungspflegerin beginnen. Weitere Informationen und freie Ausbildungsplätze findet man bei den entsprechenden Einrichtungen:

Lebenshilfe-Schulen: Diese und weitere und Ausbildungs- bzw. Weiterbildungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer interaktiven Deutschlandkarte, wenn Sie als Angebot „Fortbildung“ auswählen.

Hat man bereits eine Ausbildung oder ein Studium absolviert, ist Fachkraft und sucht nach einem Job in der Behindertenhilfe, wird man bei der Lebenshilfe schnell fündig. Wir empfehlen Ihnen, auf unserer interaktiven Deutschlandkarte nach einer Einrichtung oder dem Landesverband in Ihrer Nähe bzw. in Ihrem Bundesland zu suchen. Dort gibt es oft Stellenangebote, etwa für:

  • Betreuerinnen und Betreuer im Familienunterstützenden Dienst (FuD)
  • Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten
  • Erzieherinnen und Erzieher
  • Fachkräfte in der Schulbegleitung
  • Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger
  • Heilpädagoginnen und Heilpädagogen
  • Integrationshilfen
  • Logopädinnen und Logopäden bzw. Sprachpädagoginnen und Sprachpädagogen
  • Pädagogische Fachkräfte im Gruppendienst
  • Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten
  • Psychologinnen und Psychologen
  • Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter
  • Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter
  • Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen
  • u. v. m.

Schauen Sie auf den Seiten der Lebenshilfen vorbei und nehmen Sie gerne direkt Kontakt auf. Die Lebenshilfe freut sich immer über engagierte Bewerber*innen. Oder schauen Sie sich den Stellenmarkt der Bundesvereinigung Lebenshilfe an, auf dem deutschlandweit Stellenangebote für Fach- und Führungskräfte angeboten werden.

Soziale Berufe Behindertenhilfe
© Lebenshilfe/David Maurer

Arbeits- und Fachkräftemangel bei Diensten und Einrichtungen im Sozialen Bereich

Der Fachkräftemangel nimmt zum Teil dramatische Formen an. Er führt sogar dazu, dass Angebote für Menschen mit Behinderung wegfallen. Die Lebenshilfe fordert, dass sich die Rahmenbedingungen in der Eingliederungshilfe ändern. Dem Arbeits- und Fachkräftemangel muss wirksam begegnet werden, um die vielfältigen Angebote für Menschen mit Behinderung abzusichern.

#LebenshilfeMomente

Mit der neuen Kampagne #LebenshilfeMomente stellt sich die Lebenshilfe deutschlandweit dem Fachkräftemangel in der Behindertenhilfe entgegen. Sie möchte zeigen, welche besonderen Momente die Mitarbeitenden in Sozialen Berufen verbinden. 

Das Design von #LebenshilfeMomente hebt hervor, was Soziale Berufe so besonders macht.

In den Sozialen Medien und auf den Seiten der Lebenshilfen in ganz Deutschland finden Sie unter #LebenshilfeMomente mehr als nur Momente. Sie finden Teilhabe.

(Hier finden Sie eine Handreiche für weitere Informationen. Lebenshilfe-Mitglieder erhalten in unserem internen Portal zusätzliche Informationen und Materialien zur Kampagne.)

Weiterführende Links und Informationen

*Wir verwenden auf diesen Seiten die Begriffe "Behinderung" und "Beeinträchtigung" als Synonyme. Über die korrekte Bezeichnung von Menschen mit sogenannter "Behinderung" bzw. "Beeinträchtigung" gibt es viele Diskussionen und Meinungen und (bisher) keinen endgültigen Beschluss. Den Begriff "Handicap" verwenden wir nicht, da einige Menschen diesen als diskriminierend empfinden, ebenso wie die Bezeichnung als "behinderte Menschen" oder "beeinträchtigte Menschen".

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