Steuerliche Entlastung
Steuerentlastungen
Rechtstipp

Steuerliche Entlastungen für Menschen mit Behinderung

Das Steuerrecht sieht verschiedene Steuererleichterungen für Menschen mit Behinderung und ihre Familien vor, z. B. den Behinderten-Pauschbetrag oder den Pflege-Pauschbetrag. Jetzt wurden verschiedene Verbesserungen in diesem Bereich vorgenommen.

Verbesserungen bei den Steuerentlastungen

Bundestag und Bundesrat haben ein Gesetz verabschiedet, mit dem verschiedene Verbesserungen in diesem Bereich vorgenommen worden sind.

Alle nachfolgend dargestellten Verbesserungen gelten erstmals zum Veranlagungszeitraum 2021, also für die im Jahr 2021 erhobene Einkommensteuer.

Behinderten-Pauschbetrag

Steuerliche Entlastung: Eine Frau mit einer Behinderung beim Einkauf.
© Lebenshilfe/David Maurer

Der Behinderten-Pauschbetrag wird verdoppelt. Dabei handelt es sich um die erste Erhöhung seit 1975. Der Höchstbetrag liegt in Zukunft bei 7.400 Euro.

Zudem wird zukünftig bereits ab einem festgestellten Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 20 ein Anspruch auf den Behinderten-Pauschbetrag bestehen. Zusätzliche Voraussetzungen – wie sie bisher bei einem GdB zwischen 25 und 50 erfüllt sein mussten – sind entfallen.

Der Behinderten-Pauschbetrag wird daher – entsprechend des festgestellten GdB bzw. bestimmter Merkzeichen – zukünftig in folgender Höhe gewährt:

Überblick über die Behinderten-Pauschbeträge
© Lebenshilfe

Pflege-Pauschbetrag

Auch die Regelungen zum Pflege-Pauschbetrag sind verbessert worden.

Zukünftig wird den Pflege-Pauschbetrag auch in Anspruch nehmen können, wer eine Person mit dem Pflegegrad 2 oder 3 häuslich pflegt. Das ist bisher nicht möglich. Denn den Pflege-Pauschbetrag erhält bisher nur, wer eine Person häuslich pflegt, die entweder das Merkzeichen „H“ hat („hilflos“) oder – dem gleichgestellt – den Pflegegrad 4 oder 5. Für die häusliche Pflege von Personen mit Pflegegrad 3 erhält man zukünftig einen Pflege-Pauschbetrag von 1.100 Euro, beim Pflegegrad 2 von 600 Euro.

Zudem wird auch der bisher vorgesehene Pflege-Pauschbetrag für die Pflege von Personen mit dem Pflegegrad 4 oder 5 bzw. dem Merkzeichen „H“ deutlich erhöht: statt 924 Euro beträgt er in Zukunft 1.800 Euro.

Behinderungsbedingte Fahrtkostenpauschale (NEU)

Außerdem wird eine behinderungsbedingte Fahrtkostenpauschale eingeführt. Diese beträgt 4.500 Euro für Menschen mit den Merkzeichen „aG“, „Bl“, „TBl“ oder „H“ und 900 Euro für geh- und stehbehinderte Menschen mit einem GdB von mindestens 80 oder mit einem GdB von mindestens 70 und dem Merkzeichen „G“.

Für die Berechnung der außergewöhnlichen Belastung ist dadurch in Zukunft kein Einzelnachweis über behinderungsbedingte Fahrten mehr erforderlich. Über die Pauschale hinausgehende behinderungsbedingte Fahrtkosten können im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen nicht geltend gemacht werden.

Personen mit dem Merkzeichen „TBl“

Personen mit dem Merkzeichen „Tbl“ (taubblind) werden nun sowohl beim Behinderten-Pauschbetrag als auch bei der behinderungsbedingten Fahrtkostenpauschale ausdrücklich im Gesetz benannt.

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