Bild Selbstvertretung Na klar.
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Wünsche und Forderungen aus dem Frei-Raum

500 Menschen mit geistiger Beeinträchtigung kamen vom 29. bis 31. August 2019 nach Leipzig zum Selbstvertreter-Kongress der Lebenshilfe. Miteinander diskutieren, voneinander lernen: Darum ging es beim Kongress. So war es auch in dem sogenannten „Frei-Raum“ auf dem Kongress. In kleinen Gruppen sprachen die Teilnehmer über das, was für Selbstvertretung wichtig ist. Auf großen Papierblättern schrieben sie ihre Ergebnisse auf.

Selbstbestimmung im Alltag

Bild von einem "Tischdecken-Papier", auf dem Selbstvertreter auf dem Lebenshilfe-Kongress in Leipzig ihre Wünsche und Forderungen aufgeschrieben haben.
© Lebenshilfe / C.Doeller & B.Proschak

Viele Selbstvertreter haben aufgeschrieben, was für sie im Alltag besonders wichtig ist. Man konnte z.B. lesen:

  • Aufklärung und Hilfe für Außenarbeitsplatz
  • Selbstständigkeit fördern
  • mehr Barrierefreiheit
  • Internet für alle
  • Teilhabe für jeden
  • Schulen aussuchen dürfen
  • VHS-Kurse in Leichter Sprache
  • mehr unabhängige Beratung
  • Peer-Beratung

Was brauchen Selbstvertreter

Bild von einem "Tischdecken-Papier", auf dem Selbstvertreter auf dem Lebenshilfe-Kongress in Leipzig ihre Wünsche und Forderungen aufgeschrieben haben.
© Lebenshilfe / C.Doeller & B.Proschak

Auf anderen Blättern steht, was einen
guten Selbstvertreter ausmacht, und
was man braucht, um darin gut zu sein:

  • Vertrauen und Mut
  • Rollenwechsel: Menschen mit Behinderung müssen sich auch politisch selbst vertreten
  • Selbstbestimmung und Mitbestimmung
  • nur wir wissen, was uns bewegt
  • Austausch mit anderen
  • Wissen verbreiten
  • häufig Seminare besuchen, um neue Kontakte zu knüpfen
  • klar reden

Unterstützung von Selbstvertretung

Bild von einem "Tischdecken-Papier", auf dem Selbstvertreter auf dem Lebenshilfe-Kongress in Leipzig ihre Wünsche und Forderungen aufgeschrieben haben.
© Lebenshilfe / C.Doeller & B.Proschak

Selbstvertreter brauchen Unterstützung, um gute Arbeit zu machen. Wie genau die aussehen muss, das wissen sie selbst am besten:

  • gegenseitiger Respekt auf Augenhöhe
  • Assistenz und Kosten/Unabhängigkeit
  • Wir möchten mehr Fortbildungen
  • mehr leichte Sprache, damit wir mitreden können
  • Wie können Menschen mit hohem Hilfebedarf Selbstvertreter werden? z.B. Hilfsmittel geben, Zeit geben
  • Öffentlichkeitsarbeit für Beiräte und Selbstvertreter
  • kostenlose PCs und Tablet-Kurse
  • Helfer und Gelder

Selbstvertretung in der Lebenshilfe

Bild von einem "Tischdecken-Papier", auf dem Selbstvertreter auf dem Lebenshilfe-Kongress in Leipzig ihre Wünsche und Forderungen aufgeschrieben haben.
© Lebenshilfe / C.Doeller & B.Proschak

Im Frei-Raum ging es auch um die Frage: Was muss die Lebenshilfe für bessere Selbstvertretung verändern? Viele finden, es gibt zu wenig Selbstvertreter in den Vorständen. Sie fordern, es sollte Selbstvertreter in jedem Lebenshilfe-Vorstand geben.

  • regelmäßige Treffen der Selbstvertreter
  • mehrere Netzwerke sollen sich bilden
  • mehr Kongresse wie in Leipzig
  • Vernetzen in Stadt und Kreis mit anderen Lebenshilfen
  • bundesweite Treffen einmal im Jahr, landesweite Treffen dreimal im Jahr
  • Selbstvertreter in jeden Vorstand
  • Selbstvertreter vor Ort stärken
  • zu wenige Selbstvertreter im Lebenshilfevorstand
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