Eltern mit Beeinträchtigung
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Familie

Unterstützung für Eltern mit Beeinträchtigung

Nicht allein zu sein, ist ein Grundbedürfnis. Auch Menschen mit Beeinträchtigung wünschen sich Freundschaft und Partnerschaft, Liebe und Sexualität, eine eigene Familie mit Kindern.

Elternassistenz und begleitete Elternschaft

Eltern mit Behinderung brauchen aufgrund ihrer Behinderung häufig Unterstützung bei der Versorgung und Betreuung ihres Kindes. Auch wenn diese Leistung bisher nicht ausdrücklich im Gesetz aufgeführt ist, gehört sie aufgrund des offenen Leistungskatalogs zu den möglichen Eingliederungshilfeleistungen (LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 23.02.2012 – Az: L 9 SO 26/11, RdLh 2/2012, 64 f.).

In der Praxis wird häufig zwischen Elternassistenz und begleiteter Elternschaft unterschieden.

  • Elternassistenz: Der Begriff Elternassistenz wird dabei überwiegend für Familien verwendet, in denen Eltern mit einer Körperbehinderung die Betreuung ihres Kindes zwar selbst planen und steuern, diese aufgrund ihrer körperlichen Beeinträchtigung allerdings nur mit Unterstützung umsetzen können.
  • Begleitete Elternschaft: Der Begriff begleitete Elternschaft wird hingegen für Familien gebraucht, in denen Eltern mit einer geistigen Behinderung Unterstützung brauchen, um die Grundbedürfnisse ihres Kindes wahrzunehmen und diesen nachzukommen.
Lebenshilfe Begleitete Elternschaft und Elternassistenz
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Insbesondere bei der begleiteten Elternschaft sind je nach Einzelfall sowohl Leistungen der Eingliederungshilfe als auch Leistungen der Jugendhilfe (Hilfe zur Erziehung) denkbar. In der Praxis kommt es deshalb immer wieder zu Zuständigkeitsstreitigkeiten zwischen dem Sozialhilfeträger und dem Jugendhilfeträger.

Wenn ein Elternteil mit Behinderung Unterstützung bei der Versorgung und Betreuung seines Kindes als Leistung der Eingliederungshilfe benötigt, gibt es im Recht der Eingliederungshilfe besondere Verfahrensregelungen. Insbesondere muss eine Gesamt- bzw. Teilhabeplankonferenz durchgeführt werden, wenn der Elternteil mit Behinderung dem zustimmt.

Wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Bedarfe des Elternteils mit Behinderung durch Leistungen anderer Leistungsträger, durch das familiäre, freundschaftliche und nachbarschaftliche Umfeld oder ehrenamtlich gedeckt werden können, verlangen die neuen Regelungen zum Gesamtplanverfahren darüber hinaus, dass der Sozialhilfeträger die entsprechenden Leistungsträger und Personen mit Zustimmung des Elternteils mit Behinderung informiert und an der Gesamtplankonferenz beteiligt.

Weitere Informationen zur Elternassistenz und zur begleiteten Elternschaft

Einen umfassenden Überblick zur Elternassistenz und zur begleiteten Elternschaft gibt eine "Empfehlung des Deutschen Vereins für eine praxisgerechte Unterstützung von Eltern mit Beeinträchtigungen und deren Kinder" vom September 2014.

Informationen gibt es auch bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Begleitete Elternschaft, die ein Zusammenschluss verschiedener Einrichtungen ist und das Ziel verfolgt, Angebote für Eltern mit geistiger Behinderung zu bieten.

Die Lebenshilfe begleitet Eltern und Kind, wenn diese das wünschen und brauchen

Im Grundsatzprogramm der Lebenshilfe steht: „Die Lebenshilfe unterstützt Partnerschaften. Und sie unterstützt Menschen, die Eltern werden. Die Lebenshilfe begleitet Eltern und Kind, wenn diese das wünschen und brauchen. Sie vermittelt auch Unterstützung durch Beratungsstellen, die dazu viel wissen.“

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