Mann mit Kind draußen
© David Maurer/Lebenshilfe
Familie
Fachinformation

Erziehungsberatung inklusiv gestalten

In Deutschland gibt es über 1000 Erziehungs- und Familienberatungsstellen. Hierhin können sich Kinder, Jugendliche, Eltern und andere Erziehungsberechtigte mit Erziehungsfragen und Problemen wenden. Aber wie inklusiv sind diese Angebote eigentlich? Sind Erziehungs- und Familienberatungsstellen auch eine gute Anlaufstelle für Familien, in denen Kinder oder Eltern mit einer Behinderung leben? Wenn nicht: Wie kann sich das ändern?

Erziehungsthemen, Fragen des Zusammenlebens, Paarkonflikte, Geschwistersituationen: Familien mit einem beeinträchtigten Angehörigen gehen im Grunde mit gleichen oder ähnlichen Fragen zu einer Erziehungs- und Familienberatung wie andere auch. Hinzu kommt hier jedoch: Das Vorliegen einer Beeinträchtigung ist für das Familiensystem häufig von hoher Bedeutung. Es beeinflusst das Zusammenleben und familienbezogene Problemlagen. Es darf im Beratungskontext deshalb nicht außer Acht gelassen werden. Außerdem gibt es in Familien, in denen Mitglieder mit Beeinträchtigung leben, spezifische Themen, die unmittelbar mit der Behinderung in Zusammenhang stehen. Die Förderung und Entwicklung eines Kindes mit Beeinträchtigung oder die Loslösung eines Jugendlichen mit Behinderung vom Elternhaus werfen beispielsweise andere Fragen auf, als in Familien ohne behinderte Angehörige.

Damit Familien mit behinderten Angehörigen in Erziehungsberatungsstellen geeignete Hilfe und Unterstützung bekommen, müssen die Angebote und das System der Erziehungsberatung inklusionsorientiert sein. Ansatzpunkte hierfür sieht die Bundesvereinigung Lebenshilfe unter anderem in der Gewährleistung von Fachlichkeit, Barrierefreiheit und einer entsprechenden Willkommenskultur. Von besonderer Bedeutung dürfte zudem auch die Zusammenarbeit zwischen den Erziehungsberatungsstellen und den Diensten und Einrichtungen der sogenannten Behindertenhilfe sein. Netzwerken und verbindlichen Kooperationen, die sich fachlich ergänzen, kommt hier eine enorme Bedeutung zu.

Ihre Erwartungen und Anregungen im Hinblick auf eine inklusionsorientierte Erziehungsberatung hat die Lebenshilfe in einem Diskussionspapier formuliert. Wir möchten so einen fachlichen Dialog einleiten und dazu einladen, sich den Herausforderungen einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe gemeinsam zu widmen. Das Diskussionspapier können Sie hier herunterladen.

Auch im Fachverband der Erziehungs- und Familienberatung in Deutschland (bke) findet eine intensive fachliche Auseinandersetzung mit der Thematik statt. Sie wurde dadurch angestoßen, dass sich Inklusion und Familienvielfalt immer öfter in der alltäglichen Praxis der Erziehungsberatungsstellen widerspiegeln und so entsprechende konzeptionelle Fragen aufgeworfen werden. Die von der bke veröffentlichte Stellungnahme „Inklusion und Vielfalt in der Beziehungsberatung“ können Sie hier herunterladen.

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