Entgelt in WfbM
© Lebenshilfe/David Maurer
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Welches Geld bekomme ich, wenn ich in einer Werkstatt beschäftigt bin?

Wie viel Geld bekommen Menschen, die in einer Werkstatt beschäftigt sind? Und woher kommt das Geld? Die Lebenshilfe möchte über die Einkommens-Situation von Menschen mit Behinderung in Werkstätten informieren.

Arbeit in Werkstätten: Ein freiwilliges Beschäftigungs-Angebot

Entgelt in WfbM
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Wichtig: Bei der Tätigkeit in einer Werkstatt handelt es sich um ein sogenanntes arbeitnehmer-ähnliches Beschäftigungs-Verhältnis. Menschen sollen auf eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Diese rehabilitative Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben ist mit weniger Pflichten für die Beschäftigten verbunden. Deswegen gibt es in Werkstätten keinen Mindest-Lohn. Dieses Angebot zur beruflichen Teilhabe ist freiwillig.

Damit Beschäftigte zum Beispiel Wohnung, Essen, Kleidung und andere Sachen bezahlen können, bekommen sie Geld. Ein Teil wird von der Werkstatt gezahlt. Viele Menschen bekommen aber zusätzlich Grund-Sicherung vom Amt oder eine Rente.

Übersicht: Welches Geld bekommen Menschen, die in einer Werkstatt beschäftigt sind?

Was ist das Werkstatt-Entgelt?

Alle Beschäftigten im Arbeits-Bereich einer Werkstatt bekommen ein Entgelt. Das Werkstatt-Entgelt besteht aus einem Grund-Betrag und einem Steigerungs-Betrag.

  • Grund-Betrag: Der Grund-Betrag beträgt seit Januar 2020 mindestens 89 Euro monatlich. Jede Person im Arbeits-Bereich bekommt den gleichen Grund-Lohn.
  • Steigerungs-Betrag: Der Steigerungs-Betrag für Werkstatt-Beschäftigte ist unterschiedlich hoch. Es gibt verschiedene Modelle, die mit dem jeweiligen Werkstatt-Rat abgestimmt werden.
  • Arbeits-Förderungs-Geld: Das Arbeits-Förderungs-Geld heißt kurz auch: AFöG. Viele Beschäftigte bekommen im Arbeits-Bereich ein zusätzliches Arbeits-Förderungs-Geld von derzeit 52 Euro monatlich.

Was wird in der Werkstatt noch bezahlt?

  • Fahrt-Kosten: Die Fahrt-Kosten zur Werkstatt bezahlt das Amt. Für den Fahr-Dienst müssen Werkstatt-Beschäftigte nicht bezahlen. Die Fahrt zu der Werkstatt ist für sie kostenlos.
  • Beiträge zur Sozial-Versicherung: Wenn man arbeitet, muss man Beiträge zur Sozial-Versicherung zahlen (Beträge für die Renten-, Kranken-, Pflege- und Unfall-Versicherung). Das ist zum Beispiel Geld für die spätere Rente. Oder wenn man krank wird und gepflegt werden muss. Oder wenn man einen Unfall hat. Wer in der Werkstatt arbeitet, muss selbst keine Sozial-Versicherungs-Beiträge zahlen. Die Kosten übernimmt das Amt.

Was ist die Grund-Sicherung?

Menschen mit Behinderung können Geld vom Sozial-Amt bekommen. Dieses Geld heißt auch: Grund-Sicherung. Grund-Sicherung ist Geld zum Leben. Dieses Geld gibt das Amt Menschen, die wenig Geld haben. Das Geld ist für Wohnung, Essen, Kleidung und andere wichtige Dinge. Grund-Sicherung bekommen Menschen zum Beispiel, wenn sie dauerhaft voll erwerbs-gemindert und in einer Werkstatt tätig sind.

Wie setzt sich die Grund-Sicherung zusammen?

Die Grund-Sicherung kann aus verschiedenen Geld-Beträgen bestehen.

  • Regel-Satz: Der Regel-Satz ist ein Geld-Betrag. Das Geld ist zum Beispiel für Essen, Kleidung und Körper-Pflege. Der Regel-Satz ist unterschiedlich hoch und hängt vom Bedarf des Menschen ab. Es gibt verschiedene Regel-Bedarfs-Stufen.
  • Kosten für die Wohnung: Das Amt bezahlt die Wohnung. Dazu gehören zum Beispiel auch die Heizung und das warme Wasser. Die Kosten für die Wohnung sind bei jeder Person unterschiedlich hoch.
  • Mehr-Bedarf:  Unter bestimmen Voraussetzungen können manche Menschen zusätzlich Geld bekommen. Das nennt man: Mehr-Bedarf. Der Mehr-Bedarf kann unterschiedlich sein und verschiedene Gründe haben. Manche Menschen brauchen zum Beispiel aus medizinischen Gründen eine besondere Ernährung. Dann bekommen sie mehr Geld.

Gibt es einen Anspruch auf Rente?

  • Renten-Anspruch: Nach 20 Jahren Tätigkeit in einer Werkstatt können werkstatt-beschäftigte Menschen mit Behinderung einen Renten-Anspruch auf Erwerbs-Minderungs-Rente haben. Mit einer Erwerbs-Minderungs-Rente können Beschäftigte auch weiter in einer Werkstatt tätig sein. Oder bei einem anderen Leistungsanbieter. Dort erhält der behinderte Mensch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Es ist kein reguläres Arbeitsverhältnis. Das ist anders: Beschäftigte müssen von ihrem Arbeits-Entgelt keine Beiträge zur gesetzlichen Renten-Versicherung leisten. Dies übernimmt die Werkstatt. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt muss jede Person von ihrem Gehalt Geld in die Renten-Versicherung einzahlen.
  • Renten-Anspruch aus Tätigkeit außerhalb der Werkstatt: Wenn eine Werkstatt-beschäftigte Person auf dem allgemeinen Arbeits-Markt gearbeitet hat, wurden möglicherweise dort Renten-Ansprüche erworben.

Weitere Informationen über das Geld in Werkstätten

Allgemeine Stellungnahme der Lebenshilfe zum Thema Werkstatt-Entgelt

Entgelt in WfbM
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Auch die Lebenshilfe findet, dass Menschen mit Behinderung in Werkstätten zu wenig Geld bekommen und setzt sich deshalb für eine Erhöhung ein.

Eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ist aber kein herkömmlicher Betrieb. Hier werden Menschen beschäftigt, für die der allgemeine Arbeitsmarkt nicht zugänglich ist. Die Beschäftigten erhalten ein sogenanntes Entgelt, das nicht mit einem Gehalt auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vergleichbar ist. Neben dem Werkstatt-Entgelt stehen ihnen zur Sicherstellung ihres Lebensunterhalts Leistungen der Grund-Sicherung oder eine Rente wegen voller Erwerbs-Minderung zu. Außerdem werden ihre Renten- und Krankenkassen-Beiträge bezahlt.

Das heißt: Die WfbM ist eine rehabilitative Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben, die mit weniger Pflichten für die Beschäftigten verbunden ist. Deshalb gibt es in der WfbM auch keinen Mindest-Lohn.

Wichtig: Die Informationen sollen einen allgemeinen Überblick bieten. Bitte beachten Sie: Jede Person in einer Werkstatt bekommt unterschiedlich viel Geld. Damit alle Informationen richtig sind, haben wir sie mehrmals sorgfältig geprüft. Aber manchmal passieren auch uns Fehler. Diese Übersicht ersetzt keine persönliche Beratung.

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