Frau mit Brille im Rollstuhl
© David Maurer/Lebenshilfe
Arbeiten

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

Wer Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bekommt, muss bestimmte Bedingungen erfüllen. Die genauen Bestimmungen stehen im zwölften Sozialgesetzbuch. Hier erfahren Sie, wer diese Leistung vom Sozialamt bekommen kann.

Wer kann Grundsicherung erhalten?

© Lebenshilfe/David Maurer

Folgende Gruppen haben einen Anspruch:

  • Menschen mit dauerhafter voller Erwerbsminderung
  • Menschen im Rentenalter

Außerdem müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Ihr gewöhnlicher Aufenthaltsort muss in Deutschland sein.
  • Sie dürfen nicht genug Einkommen/Vermögen haben, um den notwendigen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten.
  • Sie müssen einen Antrag beim Sozialamt stellen. Hier sehen Sie ein Beispiel.

Wer mindestens 18 Jahre alt ist und pro Tag weniger als drei Stunden arbeiten kann, ist dauerhaft voll erwerbsgemindert. Es muss außerdem unwahrscheinlich sein, dass die Erwerbsminderung aufgehoben werden kann.

Auch Menschen, die im Eingangs- oder Berufsbildungsbereich einer Werkstatt beschäftigt sind, sind erwerbsgemindert. Mehr Informationen bekommen Sie hier.

 

Wer vor dem 1. Januar 1947 geboren wurde, erreicht die Altersgrenze an seinem 65. Geburtstag. Für die anderen Jahrgänge finden Sie die Altersgrenzen hier.

Grundsicherung im Alter können auch Menschen bekommen, die keine Rente erhalten.

Weitere Hinweise finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung.

Generell gilt: Wer ein eigenes Einkommen hat, kann keinen oder nur einen niedrigeren Anspruch auf Grundsicherung haben. Allerdings werden manche Einnahmen bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Dazu gehören zum Beispiel 30 Prozent des Einkommens aus selbständiger oder nicht selbständiger Tätigkeit und das Pflegegeld der Pflegeversicherung. Für Werkstattbeschäftigte gelten auch Vergünstigungen. Hier finden Sie dazu weitere Informationen.

Probleme bereiten manchmal die so genannten einmaligen Einnahmen. Das kann zum Beispiel eine Erbschaft sein. Es kann passieren, dass das Geld auf sechs Monate verteilt als Einkommen angerechnet wird. Die Folge: Es gibt dann keine Grundsicherung oder nur reduzierte Leistungen. Um das zu vermeiden, sollte sich jeder, der einem Grundsicherungsempfänger einen Geldbetrag zukommen lassen möchte, vorher beraten lassen.

Das Einkommen der Eltern spielt nur selten eine Rolle. Denn nur sehr hohe Einkommen lassen den Anspruch auf Grundsicherung entfallen. Mehr zum Thema lesen Sie hier. Der Artikel ist noch nicht auf der neuen Homepage eingestellt, dehalb war Verlinkung zur alten Homepage!

Ein wichtiger Hinweis: Auch das Kindergeld führt immer wieder zum Streit. Oft wird es als Einkommen angerechnet, was nicht gerechtfertigt ist. Gegen entsprechende Bescheide sollte Widerspruch eingelegt werden. Zu empfehlen ist dann eine rechtliche Beratung. Vorsichtshalber sollte das Kindergeld auf das Elternkonto überwiesen und nicht an das Kind weitergeleitet werden. Weitere Hinweise finden Sie hier.

 

Wer eigenes Vermögen hat, kann keinen oder nur einen geminderten Anspruch auf Grundsicherung haben. Allerdings wird das Vermögen nicht komplett angerechnet. Jede volljährige Person und jede alleinstehende minderjährige Person darf zum Beispiel bis zu 5000 Euro besitzen. Und trotzdem besteht ein Anspruch auf Grundsicherung. Darüber hinaus wird ein weiterer Schonbetrag für jede Person gewährt, für die Unterhalt geleistet werden muss. Das gilt zum Beispiel für Kinder von Leistungsberechtigten. Dieser beträgt einheitlich jeweils 500 Euro. Auch das eigene Haus oder die Eigentumswohnung sind unter Umständen geschützt. Gleiches gilt, wenn der Einsatz des Vermögens eine Härte wäre, also dem Antragsteller nicht zuzumuten ist. Weitere Einzelheiten finden Sie hier.

Das Vermögen der Eltern wirkt sich nicht auf die Grundsicherung ihres erwachsenen Kindes aus.

Es gibt sogenannte Regelleistungen der Grundsicherung. Wer sie in welcher Höhe bekommt, lesen Sie hier.

Unter bestimmten Voraussetzungen sind auch weitere Zahlungen möglich. Ein Beispiel ist der so genannte Mehrbedarf in Höhe von 35 Prozent der Regelbedarfsstufe für behinderte Menschen. Die Bedingung: Sie sind mindestens 15 Jahre alt und ihnen wurde Eingliederungshilfe gewährt.

Auch die Kosten der Unterkunft und Heizung werden von der Grundsicherung abgedeckt. Wer noch bei seinen Eltern lebt, kann anteilige Unterkunftskosten beanspruchen. Das geht auch, wenn kein Untermietvertrag abgeschlossen wurde. Allerdings werden häufig mehr Kosten übernommen, wenn es einen Untermietvertrag gibt.

Wer sich länger als vier Wochen ohne Unterbrechung im Ausland aufhält, bekommt nach Ablauf der vierten Woche keine Leistungen mehr. Dabei ist es egal, ob sich jemand innerhalb oder außerhalb der Europäischen Union befindet. Weitere Leistungen gibt es erst dann wieder, wenn die Rückkehr nachgewiesen wurde.

Newsletter abonnieren