Barrierefreiheit – Weg mit den Hindernissen
© Lebenshilfe/David Maurer
Wohnen
Teilhabe ermöglichen

Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung

Im Jahr 2006 hat sich der Rat behinderter Menschen der Bundesvereinigung Lebenshilfe zum ersten Mal mit dem Thema „Barrierefreiheit“ beschäftigt. Immer wieder hat er sich seit dem mit dem Thema beschäftigt. Und festgestellt, dass es wenig Wissen zum Thema gibt. Nur wenn man weiß, worin Hindernisse bestehen, dann kann man sie auch abbauen! So einfach ist das.

Geld für die Forschung zur Barrierefreiheit

Barrierefreiheit – Weg mit den Hindernissen
© Lebenshilfe/David Maurer

Der Rat hat dann an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales geschrieben. Der Rat wollte, dass es Geld für die Forschung zum Thema Barrierefreiheit gibt.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat nun Geld bereitgestellt. Damit kann ein Anfang mit der Forschung gemacht werden. Vielen Dank dafür!

Prof. Dr. Trescher und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mit der Forschung begonnen. Man kann sich die Ergebnisse ausdrucken. Wie toll!

Die Ergebnisse der Forschung zur Barrierefreiheit

Zu den Ergebnissen der Forschung: Die Wissenschaftler haben zuerst in Büchern und Zeitschriften auch aus anderen Ländern gesucht, was es schon an Wissen gibt zum Thema. Es ist wirklich sehr, sehr wenig. Das hatten wir ja gesagt. Ohne es genau zu wissen. Jetzt wissen wir es!

Danach haben die Wissenschaftler mit Experten in eigener Sache gesprochen. Die haben gesagt, worin im Alltag Hindernisse bestehen. Jetzt vermuten wir nicht mehr. Jetzt wissen wir schon ein bisschen mehr.

Das ist aber noch nicht genug. Dieses Buch zeigt auch, was wir alles noch nicht wissen. Deshalb muss es mehr Forschung geben. Wir bitten das Ministerium, weitere Gelder zur Verfügung zu stellen.

Barrierefreiheit beim Wohnen: Barrierefreier Wohnraum

Es gibt zu wenig preiswerte Wohnungen für Menschen mit Behinderung. Es fehlen vor allem Wohnungen ohne Barrieren. Das sind die Ergebnisse einer Studie aus Hessen. Der Lebenshilfe Landesverband Hessen stellte im Oktober 2018 in der Landespressekonferenz in Wiesbaden eine Studie über die Chancen von Menschen mit Behinderung auf dem Wohnungsmarkt in Hessen vor. „Wenn der Inklusionsgedanke beim Wohnen in die Realität umgesetzt werden soll, ist eine erhebliche Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus erforderlich“, so das Fazitder Forscher vom renommierten Pestel-Institut.

„Die Zeit ist reif, um mit dem Land und den Kommunen über den Wohnungsmangel von Menschen mit Behinderung ins Gespräch zu kommen“, sagte der Geschäftsführer der Lebenshilfe in Hessen, Alexander Mühlberger, gleich zu Beginn der Pressekonferenz. Damit diese Diskussion auf Fakten basiert, hatte der Selbsthilfe-Landesverband aus Marburg beim Pestel-Institut aus Hannover eine Studie über die Chancen von Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt in Hessen in Auftrag gegeben.

Grundsätzlich stellt die Studie fest, dass die Lage am Wohnungsmarkt im mittleren und unteren Preissegment durch extremen Mangel gezeichnet ist. Allein in Hessen fehlen derzeit bereits 80.000 Wohnungen, voraussichtlich wird der Bedarf je nach Schätzung bis zum Jahr 2035 sogar auf zwischen 260.000 und 400.000 Wohnungen ansteigen. Benachteiligte Gruppen, zu denen Menschen mit Behinderung zählen, sind besonders von Ausgrenzung auf einem derartig von Fehlen an Wohnraum gezeichneten Wohnungsmarkt betroffen, so die Studie und die Erfahrungen der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Wohnen in Hessen, dem Zusammenschluss von Wohnanbietern für Menschen mit Behinderung, die die Erstellung der Studie unterstützt haben.

Für die Lebenshilfe ist klar, dass die Landes- und Kommunalpolitik in Hessen gefordert ist und mehr zur Verwirklichung des Artikels 19 der UN-Behinderten-Konvention, dem Recht auf Unabhängige Lebensführung, tun muss. Es handelt sich nach einhelliger Meinung nicht um ein Erkenntnis-, sondern um ein Umsetzungsproblem. Die Fachleute der Behindertenhilfe forderten zur Behebung der Situation das Schaffen von vielen bezahlbaren, sozialräumlich gut angeschlossenen und barrierefreien Wohnungen, eine unbefristete Sozialbindung, Zuschnitte der Wohnungen, die auf die Wünsche und Bedarfe behinderter Menschen eingehen, zum Beispiel für Wohngemeinschaften, und eine frühzeitige Berücksichtigung der Inklusion in der Stadt- und Regionalentwicklung. 

Matthias Günther vom Pestel-Institut bestätigte die Forderungen der Lebenshilfe: „Der Markt allein wird den Inklusionsgedanken nicht voranbringen.“ Dies ist vor allem mit Blick auf den Rückgang von Wohnungen mit Belegrechten und Mietpreisbindungen um ein Drittel seit 2010 (42.400 Wohnungen) in Hessen. Notwendig seien neue rechtliche Rahmenbedingungen und wesentlich höhere Investitionen.

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