Inklusive Jugendarbeit
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Kinder

Inklusive Jugendarbeit

Inklusion und Teilhabe junger Menschen mit Beeinträchtigungen: das ist die zentrale Herausforderung für die Kinder- und Jugendarbeit. Darum rücken wir Jugend, Partizipation und Inklusive Jugendarbeit in den Fokus unserer Forschung und Arbeit.

Die gleichberechtigte Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung ist Teil der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Inklusive Jugendarbeit bedeutet Selbstbestimmung und verhilft zu gleichberechtigter Partizipation und Teilhabe. Außerschulische Angebote sind elementar für die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen mit Beeinträchtigung.

Inklusive Jugendarbeit – Wege bahnen und Hürden abbauen

Inklusive Jugendarbeit
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Außerschulische Angebote im Jugendalter sind wichtige Orte der Persönlichkeitsentwicklung, um zum Beispiel Freundschaften zu anderen Jugendlichen zu knüpfen. Solche außerschulischen Angebote sind Sportgruppen, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen sowie Jugendverbände. Außerschulische Angebote:

  • fördern die Selbstbestimmung,
  • bieten Raum, um als Mitglied einer Gruppe mitzugestalten und mitzubestimmen,
  • knüpfen an Interessen und konkreten Lebenslagen der jungen Menschen an
  • und bieten eine gute Voraussetzung für inklusive Jugendarbeit.

Dennoch erreichen Einrichtung der Kinder- und Jugendarbeit junge Menschen mit geistiger Beeinträchtigung bisher nur selten. Oftmals führen

  • fehlendes Wissen über die Lebenswelt von Jugendlichen mit Behinderung,
  • fehlende rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen,
  • sowie fehlende konzeptionelle Überlegungen zur Umsetzung von Inklusion in der Praxis

immer noch dazu, dass vielerorts Angebote der Jugendarbeit nicht auf die Bedarfe der Jugendlichen mit Behinderung ausgerichtet sind. Daher benennt der 15. Kinder- und Jugendbericht Inklusion und Teilhabe junger Menschen mit Beeinträchtigungen als eine zentrale Herausforderung für die Kinder- und Jugendarbeit (vgl. Deutscher Bundestag 2017, 26). Auch im Rahmen der aktuellen Debatte um ein inklusives Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) gewinnt Inklusion in der Kinder- und Jugendarbeit gesellschaftlich an Bedeutung.

Inklusive Jugendarbeit bedeutet Selbstbestimmung

Inklusive Jugendarbeit
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Und doch hat sich in den letzten Jahren in den Feldern der Behindertenhilfe und Jugendarbeit viel getan, um die inklusive Jugendarbeit voranzubringen:

  • Es sind inklusive Jugendfreizeiteinrichtungen und inklusive Angebote in Jugendverbänden entstanden.
  • Außerdem haben sich auch Sportgruppen für Jugendliche mit Beeinträchtigung geöffnet.

Um im Sinne der UN-BRK eine gleichberechtigte Teilhabe von Kinder und Jugendlichen mit Behinderung zu ermöglichen sowie Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung zusammenzubringen, müssen sich Einrichtungen der Behindertenhilfe und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit aufeinander zubewegen. Denn Inklusion in der Jugendarbeit kann erst gelingen, wenn Behindertenhilfe und Jugendarbeit zusammenarbeiten und gemeinsam Angebote entwickeln.

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat es sich deshalb zum Ziel gemacht, Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung und deren Freizeitinteressen mehr in den Fokus zu rücken. In den nächsten Jahren wird das Thema „Jugend, Partizipation und Inklusive Jugendarbeit“ einen Schwerpunkt einnehmen. Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Freizeit selbst zu bestimmen sowie selbst zu gestalten. Angebote sollen ihren Freizeitinteressen und -bedürfnissen entsprechend entwickelt werden.

Zusammenfassung: Die Angebote der Jugendarbeit sind noch nicht auf die Bedarfe der Jugendlichen mit Behinderung ausgerichtet. Gleichberechtigte Teilhabe kann erst gelingen, wenn Behindertenhilfe und Jugendarbeit zusammenarbeiten und gemeinsam Angebote entwickeln. Wir rücken Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung und deren Freizeitinteressen mehr in den Fokus und wollen erreichen, dass Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung inklusive und angepasste Freizeitangebote bekommen.

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Jugendhilfe trifft Behindertenhilfe – Gemeinsam inklusiv denken

Jugendarbeit trifft Behindertenhilfe
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„Inklusion ist gleichermaßen Herausforderung und Chance für die Jugendarbeit“ sagte Prof. Dr. Meyer auf der Fachtagung „Jugendarbeit trifft Behindertenhilfe – Gemeinsam inklusiv denken“ in Kassel. Gemeinsam mit dem Deutschen Bundesjungendring veranstaltete die Bundesvereinigung Lebenshilfe diese Fachtagung. Vom 27. September bis zum 28. September 2019 tauschten sich 100 Aktive aus Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendverbandsarbeit aus.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung war klar: Jugendarbeit und Behindertenhilfe möchten gemeinsame Wege gehen, um Jugendlichen mit und ohne Behinderung Zugang zu Angeboten der Jugendarbeit zu ermöglichen. Angebote der Jugendarbeit stehen allen Jugendlichen offen. Dies zeigen viele gute Beispiele inklusiver Jugendarbeit. So gibt es bereits heute inklusive Feuerwehrjugend, Alpenjugend und inklusive Jugendtreffs. Denn Jugendarbeit ist vielfältig und wichtig: Sie fördert die Selbstbestimmung und schafft Freiräume um Erfahrungen zu sammeln.

Die Lebenshilfe forscht: Inklusive Angebote für Jugendliche

Inklusive Freizeitangebote: Umfrage
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Nicht nur die Jugendarbeit soll ihre Angebote inklusiv gestalten, sondern auch Lebenshilfen sollen in der Weiterentwicklung ihrer Angebote für Jugendliche gestärkt werden.

Im Zeitraum von April 2019 bis Mai 2019 wurden über 150 Lebenshilfen zu den Freizeitangeboten für Jugendliche mit Behinderung befragt. Der Fragebogen wurde gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg entwickelt.

Die Ergebnisse der Befragung liegen jetzt vor.

  • Welche Bedürfnisse und Wünsche haben Jugendliche mit Behinderung in Hinblick auf Angebote der Jugendarbeit? Gemeinsam mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg führt die Bundesvereinigung Lebenshilfe das Projekt: „Mit den Augen von Jugendlichen – was braucht inklusive Jugendarbeit?“ durch.
  • An den Praxisstandorten Hamburg und Ostholstein werden Jugendliche mit sogenannter leichter bis mittel-schwerer geistiger Behinderung nach ihren Freizeitinteressen und -wünschen befragt. In Heidelberg werden die Freizeitinteressen und -wünsche von Jugendlichen mit hohem Unterstützungsbedarf erhoben. Darüber hinaus werden Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendarbeit sowie Behindertenhilfe über ihre Erfahrungen zum Thema „Inklusion in der Jugendarbeit“ interviewt.
  • Die Ergebnisse aus den Befragungen und der Erhebung fließen in Konzeptworkshops ein, in denen Ideen zu inklusiven Angeboten mit Fachkräften aus beiden Systemen entwickelt werden. Ziel ist es, im dritten Jahr des Praxis-Forschungsprojektes, einen Handlungsleitfaden zu entwickeln. Dieser soll bei der Entwicklung von inklusiven Angeboten in der Behindertenhilfe sowie Kinder- und Jugendarbeit als Orientierungshilfe dienen.
  • Auch in Zukunft möchte die Bundesvereinigung Lebenshilfe Wege bahnen, damit Inklusion in der Jugendarbeit gelingt. Inklusion ist großartige Chance für die Jugendarbeit.

Auswertung der Online-Befragung: „Freizeitangebote für Jugendliche mit Behinderung in den Lebenshilfen“

Ergebnisse der Umfrage zur Inklusion
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Auszug aus der Infografik zu den Ergebnissen der Studie (weiter unten als PDF verfügbar).

Bisher gab es zu diese Fragen keine Daten:

  • Welche Freizeitangebote für junge Menschen mit Behinderung in den Kreis- und Ortsvereinigungen gibt es?
  • Wie ist es um die Häufigkeit der Teilnahme an Freizeitangeboten in den Kreis- und Ortsvereinigungen bestellt?

Damit es zu diesen Fragen erste Erkenntnisse gibt, wurde diese Online-Befragung in Kooperation mit Frau Dr. Stephanie Köb von der PH Heidelberg durchgeführt. Die Ergebnisse fließen in das Praxis-Forschungsprojekt „Mit den Augen von Jugendlichen – was braucht inklusive Jugendarbeit?“. Darüber hinaus werden aus den Ergebnissen mögliche Handlungsempfehlungen im Hinblick auf inklusive Freizeitangebote für die Praxis abgeleitet.

Die Ergebnisse können hier heruntergeladen werden

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Interessante Links zum Thema: Inklusion in der Jugendarbeit

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