Heilmittel-Versorgung
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Familie
Rechtstipp

Versorgung mit Heilmitteln wird unbürokratischer

Die Versorgung mit Heilmitteln wird für Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung mit Wirkung zum 01.01.2021 unbürokratischer. Heilmittel sind beispielsweise Maßnahmen der Physiotherapie, der Sprachtherapie oder der Ergotherapie.

Weniger Bürokratie: Änderung bei der Heilmittel-Versorgung

Bislang galt: Ärzte konnten nur eine bestimmte Menge an Verordnungen für ein Heilmittel ohne Begründung und Genehmigung der Krankenkassen ausstellen. Es wurde davon ausgegangen, dass diese Anzahl reicht, um das angestrebte Therapieziel im Regelfall zu erreichen.

Weitere Verordnungen bedurften der ärztlichen Begründung und der Genehmigung der Krankenkasse. Man spach von sogenannten Verordnungen außerhalb des Regelfalles. Ausnahme war, dass es sich um einen neuen Behandlungsfall handelte, weil innerhalb eines Zeitraumes von 12 Wochen keine Behandlung erfolgt war.

Nach Ablauf dieses sogenannten behandlungsfreien Intervalls konnten Ärzte wieder Verordnungen ohne Genehmigung der Krankenkasse ausstellen, obwohl die Verordnungsmenge für den Regelfall eigentlich bereits ausgeschöpft war.

Heilmittel-Versorgung
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Mit Wirkung zum 01.01.2021 wird dieses Verfahren vereinfacht:

  • Es wird keine Unterscheidung mehr zwischen Verordnungen innerhalb und außerhalb des Regelfalles geben.
  • Vielmehr wird nun nur noch eine sogenannte orientierende Behandlungsmenge definiert, die keine zwingende Vorgabe enthält.
    • Sie kann von Ärzten überschritten werden, ohne dass es einer Begründung auf der Verordnung und der Genehmigung durch die Krankenkasse bedarf.
  • Insofern ist auch die Bedeutung des sogenannten behandlungsfreien Intervalls von 12 Wochen entfallen.

Fristen für Heilmitteltherapien werden verlängert

  • Die Fristen für den Beginn der Heilmitteltherapie wurden verlängert.
    • Ab dem 01.01.2021 haben Versicherte dafür 28 Tage Zeit (bislang nur 14 Tage) ...
    • ... es sei denn, eine unverzügliche Behandlung ist medizinisch geboten.

Entlastung für Menschen mit besonderem Verordnungsbedarf

Weitere positive Veränderung: Ärzte können für Menschen mit einem sogenannten besonderen Verordnungsbedarf die Versorgung mit Heilmitteln für einen Zeitraum von 12 Wochen veranlassen. Das geht jetzt bereits mit der ersten Verordnung. Hierdurch wird diese Personengruppe entlastet. Typischerweise haben sie nämlich gerade zu Beginn ihrer Erkrankung einen intensiven Bedarf an Heilmitteln.

Besonderer Verordnungsbedarf: Bei bestimmten Erkrankungen besteht ein besonders hoher Bedarf an Heilmitteln (Besonderer Verordnungsbedarf). Die entsprechenden Erkrankungen sind in einer Diagnoseliste der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des GKV-Spitzenverbandes gelistet. Die Liste kann unter www.kbv.de abgerufen werden.

Heilmittel nun auch in Regelschulen und Kindergärten

Jetzt können Kinder und Jugendliche mit Behinderung, die eine Regelschule oder einen Kindergarten besuchen, in diesen Einrichtungen mit den erforderlichen Heilmitteln versorgt werden. Dafür muss kein Hausbesuch verordnet werden. Bislang gab es diese Möglichkeit nur für spezielle Fördereinrichtungen.

Weitere Änderungen: Neben den hier vorgestellten Regelungen sind noch diverse weitere Änderungen vorgesehen. Beispielsweise wurden bestimmte Vorgaben zur Ausstellung von Blankoverordnungen aufgenommen. Alle Neuerungen sind im Beschluss des G-BA aufgeführt. Dieser kann unter www.g-ba.de abgerufen werden.

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