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Familie

Verbesserungen durch das Pflegepersonalstärkungsgesetz

Wer ein Familienmitglied pflegt, kommt selbst manchmal an seine Grenzen. Darum ist es wichtig, auch die eigene Gesundheit im Blick zu behalten. Für viele war es bisher allerdings schwierig, an einer Rehabilitationsmaßnahme teilzunehmen. Die Termine ließen sich oft schwer in den Alltag integrieren. Mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz ist der Zugang zur stationären Rehabilitation für pflegende Angehörige nun vereinfacht worden.

 

Bild: Alte Frau mit Gehilfe im Krankenzimmer
© Pixabay
Das Pflegepersonalstärkungsgesetz bringt Verbesserungen für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige.

Pflegende Angehörige haben jetzt einen Anspruch auf stationäre Rehabilitationsmaßnahmen, ohne dass sie vorher die ambulanten Rehabilitationsleistungen am Wohnort ausschöpfen müssen. Während der Rehabilitation muss die Krankenkasse auch die Unterbringung des pflegebedürftigen Familienmitgliedes im Rahmen der Kurzzeitpflege organisieren und finanzieren. Das ist in Paragraph 40 Absatz 2 im fünften Sozialgesetzbuch (SGB) geregelt.

Der Kurzzeitpflegeanspruch ist allerdings auf acht Wochen pro Jahr beschränkt. Eine Verlängerung um die Dauer des Rehabilitationsaufenthaltes erfolgt hierdurch grundsätzlich nicht. Es sei denn, die Rehabilitation des pflegenden Angehörigen erstreckt sich über einen Zeitraum von mehr als acht Wochen. Dann ist die Kurzzeitpflege des Pflegebedürftigen für die gesamte Dauer der Rehabilitation sicherzustellen.

Außerdem wurden die bürokratischen Hürden für Pflegebedürftige reduziert: Ab dem Pflegegrad 3 sowie für Menschen mit dem Merkzeichen „aG“ „Bl“ oder „H“ im Schwerbehindertenausweis, die eine Fahrt zur ambulanten Behandlung benötigen, werden jetzt die Fahrtkosten übernommen, ohne dass eine vorherige Genehmigung der Krankenkasse nötig ist.

Neben diesen konkreten Verbesserungen für pflegenden Angehörige und Pflegebedürftige sieht das Gesetz noch zahlreiche weitere strukturelle Veränderungen zur Verbesserung der Pflege und Betreuung von Patienten im Krankenhaus und von Pflegebedürftigen in Pflegeeinrichtungen vor. Eine Zusammenfassung der Änderungen finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit. Außerdem befasst sich ein umfassender Artikel im Rechtsdienst der Lebenshilfe 1/19 mit dem Thema.

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