Mann bei der Arbeit
© David Maurer/Lebenshilfe
Arbeiten

Mitbestimmung beim Arbeiten

Die Werkstättenmitwirkungsverordnung heißt kurz WMVO. Sie regelt die Rechte von Beschäftigten in Werkstätten für behinderte Menschen. Es gibt eine neue WMVO, die die Rechte der Werkstatt-Beschäftigten stärkt.

Vier Menschen stehen um einen Container mit Holz. Sie tragen Arbeitskleidung.
© Lebenshilfe/David Maurer
Ein Team, das zusammenhält.

Frauenbeauftragte sind jetzt zum Beispiel verpflichtend. Sowohl der Werkstatt-Rat als auch Frauenbeauftragte setzen sich für die Rechte ihrer Kolleginnen und Kollegen ein. Mitbestimmen und mitwirken können Beschäftige als gewählte Mitglieder des Werkstattrates. Frauenbeauftragte arbeiten mit dem Werkstatt-Rat zusammen.  Wir haben die wichtigsten Änderungen durch die neue WMVO hier für Sie zusammengefasst. 

Der Werkstattrat

Der Werkstattrat setzt sich je nach Anzahl der Beschäftigten aus mindestens drei Mitgliedern zusammen. Er wird für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt. Mit der Änderung der WMVO wurde die Mitwirkungspflicht des Werkstattrates eingeführt. Mitbestimmungspflichtig sind beispielsweise Regelungen zur täglichen Beschäftigungszeit, Neuregelungen werkstattinterner Entgeltordnungen und Vereinbarungen im Bereich der Verpflegung.

Kommt es bei mitwirkungs- beziehungsweise mitbestimmungsrelevanten Fragen nicht zu einer Einigung zwischen Werkstattrat und -leitung, kann eine sogenannte Vermittlungsstelle einberufen werden. Die Entscheidung der Vermittlungsstelle ist künftig bei mitbestimmungspflichtigen Angelegenheiten bindend, sofern diese nicht das Personal betreffen.

Frauenbeauftragte als Peer-Beraterinnen

Eine weitere zentrale Neuregelung ist die verpflichtende Einführung von Frauenbeauftragten. Frauenbeauftragte vertreten die Interessen der in der Werkstatt beschäftigten Frauen und organisieren niedrigschwellige Unterstützungsangebote. Und zwar innerhalb eines Peer-Kontextes. Das bedeutet, dass Frauen mit Behinderung andere Frauen mit Behinderung auf Augenhöhe beraten und spezifische Angebote organisieren. Durch Gesprächsangebote, die Organisation von Selbstverteidigungskursen oder Kooperationen mit externen Beratungsstellen sollen beschäftigte Frauen gestärkt und vor Gewalt geschützt werden. Wichtig für die Arbeit der Frauenbeauftragten sind eine umfangreiche Schulung und eine gute Begleitung.

Bedeutung für Werkstätten

Werkstatträte und Frauenbeauftragte müssen in ihren neuen Rechten geschult und ermutigt werden, sie wahrzunehmen. Hierzu gibt es vielfältige Schulungsangebote, die im Rahmen des gesetzlich geregelten Fortbildungsanspruchs besucht werden können. In Werkstätten müssen wiederum passende Beteiligungs- und Unterstützungsstrukturen etabliert werden. Entscheidend ist hier das Engagement der Werkstattverantwortlichen. Es kommt vor allem auf ihre Überzeugung an, dass eine starke Selbstvertretung von Werkstattbeschäftigten zur Aufgabe einer jeden Werkstatt gehört. Durch etablierte Strukturen, die Mitwirkung und Mitbestimmung zulassen, kann die Lebensqualität von Beschäftigten erheblich gesteigert und  Werkstätten im Sinne der Inklusion weiterentwickelt werden.

Weiterführende Informationen

Newsletter abonnieren