Presse
01.02.2019 Sonstiges

Robert Antretter tritt gegen Diskriminierung von Menschen mit Behinderung ein

Der Ehrenvorsitzende der Lebenshilfe wird am 5. Februar 80 Jahre alt.

© Alexander Becher
Robert Antretter, Ehrenvorsitzender der Lebenshilfe, im Gespräch

Der gelernte Schriftsetzer lebt im schwäbischen Backnang und war von 1980 bis 1998 Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Von 2000 bis 2012 stand er als ehrenamtlicher Bundesvorsitzender an der Spitze der Lebenshilfe, die heute in ganz Deutschland über 125.000 Mitglieder zählt und sich seit mehr als 60 Jahren für Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung und deren Familien engagiert.

Seine Nachfolgerin, die Bundestagsabgeordnete und frühere Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, sagt über Robert Antretter: „Er setzt sich noch heute vielfältig dafür ein, dass Menschen mit Behinderung nicht abgewertet und diskriminiert werden. Er arbeitete mit Achim Wegmer, dem ersten Selbstvertreter im Bundesvorstand, auf Augenhöhe zusammen, schätzte ihn als Ratgeber und politisch denkenden Menschen.“

In die Amtszeit von Antretter fielen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das Menschen mit Behinderung und andere Minderheiten vor Diskriminierung schützt, und die UN-Behindertenrechtskonvention. Dieses Vertragswerk der Vereinten Nationen ist seit 2009 treibender Motor für Inklusion und Teilhabe in Deutschland – und auch das Grundsatzprogramm der Lebenshilfe aus dem Jahr 2011 fußt auf der UN-Behindertenrechtskonvention.

Unter seinem Vorsitz machte die Lebenshilfe verstärkt auf das Thema Spätabtreibungen aufmerksam und setzte sich erfolgreich für Verbesserungen beim Schwangerschaftskonfliktgesetz ein. Seit 2010 haben werdende Eltern einen Anspruch auf eine qualifizierte Beratung und müssen eine Bedenkzeit von drei Tagen einhalten, bevor ein Abbruch vorgenommen werden darf.

Darüber hinaus stellten Robert Antretter und die anderen Vorstandsmitglieder die Weichen für die Zukunft der Bundesvereinigung Lebenshilfe: Um im Zentrum der Politik präsent zu sein, wurde 2009 eine Geschäftsstelle in der Hauptstadt Berlin eröffnet. Weitere wichtige Stationen waren 2008 das 50-jährige Bestehen der Bundesvereinigung Lebenshilfe, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich auf der Jubiläumfeier gratulierte, und 2010 der Weltkongress von Inklusion International, den die Bundesvereinigung gemeinsam mit Inclusion Europe ausrichtete. Rund 3000 Teilnehmer mit und ohne Behinderung aus mehr als 80 Nationen kamen damals nach Berlin.

In einem Interview der Lebenshilfe-Zeitung zu seinem Abschied als Bundesvorsitzender sagte Antretter: „Besonders berührt hat mich, wie Menschen mit geistiger Behinderung einem nahekommen, wenn man ihr Vertrauen gewinnt … Mein Leben wäre ärmer gewesen, wenn die Lebenshilfe nicht gewesen wäre.“

Download eines druckfähigen und honorarfreien Fotos von Robert Antretter


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