Presse
15.11.2018 Inklusion und Teilhabe

Unermüdlicher Werber für eine Gesellschaft der Vielfalt

Dr. Eckart von Hirschhausen ist heute im hessischen Marburg mit dem Lebenshilfe-Medienpreis BOBBY 2018 ausgezeichnet worden. „Als Arzt, Moderator, Komiker, Autor und Gründer der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN wirbt er unermüdlich für eine Gesellschaft der Vielfalt, in der kranke, alte und behinderte Menschen nicht an den Rand gedrängt werden dürfen“, heißt es in der Begründung der Bundesvereinigung Lebenshilfe.

© Lebenshilfe, Nadine Weigel
BOBBY-Verleihung 2018 in der Marburger Stadthalle vor mehr als 500 Delegierten der Lebenshilfe aus ganz Deutschland: Dr. Eckart von Hirschhausen mit Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe

Mit seinen Fernseh-Sendungen, Bühnen-Programmen und Büchern erreicht Eckart von Hirschhausen Millionen von Menschen und setzt sich so nachhaltig für Inklusion ein. „Damit“, betonte die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Ulla Schmidt, MdB, in ihrer Laudatio, „sind Sie geradezu ein Botschafter für unser Lebenshilfe-Motto Teilhabe statt Ausgrenzung. Mit Ihrem besonderen Humor bauen Sie Brücken für ein besseres Miteinander.“

In seiner Dankesrede sagte Eckart von Hirschhausen: „Der Preis ist eine große Ehre für mich. Als ehemaliger Arzt in der Kinderneurologie habe ich erlebt, wie unterschiedlich die Startchancen ins Leben verteilt sind. Und wie das Soziale, die spezialisierten Pädagogen, Physiotherapeuten, Logopäden und viele andere Gesundheitsberufe, Elterngruppen und Engagierte oft langfristig wichtiger sind als Ärzte. Ich teile den Preis heute auf der Bühne mit meiner Schwester, die als Lehrerin an einer Inklusionsschule und ehrenamtliche Leiterin einer christlichen Behindertengruppe sehr viel mehr tut als ich, aber eben nicht in der Öffentlichkeit. Und ich teile ihn mit meiner Redaktion beim WDR, die mir mit ‚Hirschhausens Quiz des Menschen‘ eine Sendung im Ersten ermöglicht, in der ernste Themen und Unterhaltung keine Gegensätze sind und ich mit den Reportagen in Welten eintauchen, staunen und dazulernen kann – und Millionen Zuschauer gleich mit.“

Der BOBBY 2018  wurde vor rund 500 Delegierten der Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung Lebenshilfe und im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten 60 Jahre Lebenshilfe verliehen. Der Verband hat heute mehr als 500 örtliche Vereinigungen und bundesweit rund 125.000 Mitglieder. Er wurde vom niederländischen Pädagogen Tom Mutters und Eltern geistig behinderter Kinder am 23. November 1958 in Marburg gegründet.

Der BOBBY wird gefördert von der Bruderhilfe-Pax-Familienfürsorge, den Versicherern im Raum der Kirchen.

Wer ist der BOBBY?

Mit dem BOBBY, benannt nach seinem ersten Preisträger Bobby Brederlow, einem Schauspieler mit Down-Syndrom, würdigt die Bundesvereinigung Lebenshilfe seit 1999 vorbildliches Engagement, das aufklärt und Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung abbaut. Der Lebenshilfe-Medienpreis wird zum 19. Mal verliehen, er ist nicht mit einem Preisgeld verbunden.

Die bisherigen Preisträger(innen):

  • Natalie Dedreux, die das Down-Syndrom hat und Bundeskanzlerin Angela Merkel in der ARD-Sendung Wahlarena zum Thema „Spätabtreibungen“ befragte (2017)
  • Annette Frier, Schauspielerin, und der WDR-Fernsehfilm "Nur eine Handvoll Leben" (2016)
  • FC Bayern München mit Karl-Heinz Rummenigge für die Aktion des Vereins zum Welt-Down-Syndrom-Tag(2015)
  • Kai Pflaume, Showmaster (2014), für die ARD-Reihe "Zeig mir Deine Welt" mit Tom Auweiler, Verena Glatter, Ronja Nobbe, Anna Ring, Ottavio Tavormine und Sebastian Urbanski, die alle das Down-Syndrom haben
  • ChrisTine Urspruch, kleinwüchsige Schauspielerin, mit dem "Tatort" des WDR aus Münster (2013)
  • Claudia Kleinert, TV-Moderatorin (2012)
  • 2011 wurde der BOBBY nicht verliehen.
  • Willi Lemke, UN-Sonderberater für Sport (2010)
  • Juliana Götze, Schauspielerin mit Down-Syndrom, für ihre Rolle in der ARD-Krimiserie "Polizeiruf 110", Folge "Rosis Baby" (2009)
  • Menschen - das Magazin, ZDF-Sendereihe (2008)
  • Guildo Horn, Sänger, Entertainer und Moderator, für die SWR-Talkshow "Guildo und seine Gäste" (2007)
  • "In Sachen Kaminski", SWR-Fernsehfilm mit Juliane Köhler und Matthias Brandt (2006)
  • Rolf Zuckowski, Liedermacher (2005)
  • "Verrückt nach Paris", Kinofilm mit dem integrativen Bremer Theater Blaumeier-Atelier (2004)
  • Günther Jauch, Moderator und Showmaster (2003)
  • Peter Radtke, Schauspieler mit Glasknochen, ehemaliger Leiter der Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien (2002)
  • "Lindenstraße", ARD-Fernsehserie, mit Jan Grünig in der Rolle des Martin "Mürfel" Ziegler, der das Down-Syndrom hat (2001)
  • Alfred Biolek, Talkmaster (2000)
  • Bobby Brederlow, Schauspieler mit Down-Syndrom, für seine Rolle im deutsch-österreichischen Fernseh-Vierteiler "Liebe und weitere Katastrophen", Erstausstrahlung in der ARD (1999)

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