Wahlen: Wie man wählt in Leichter Sprache
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Wie wählt man eigentlich?

Wählen: Wie geht das? | Wahl-Hilfe in Leichter Sprache

Was sind Wahlen?
Und wie wählt man eigentlich?
Wir helfen in Leichter Sprache.

Warum gibt es Wahlen?

Selbstbestimmung Wahlen Lebenshilfe
© Reinhild Kassing

Wahlen sind wichtig.

Im Alltag entscheidet oft jeder selbst:
Das mache ich und so soll es sein.
Wenn es viele Menschen sind,
sind Entscheidungen schwerer.
Denn viele Menschen haben viele Meinungen.
Bei Wahlen ist jede Meinung wichtig.
Wahlen machen Mit-Bestimmung möglich.
Mit-Bestimmung meint auch Selbstvertretung.

Es gibt viele verschiedene Wahlen.

  • In der Schule: Jede Klasse wählt einen Klassen-Sprecher.
  • In der Werkstatt: Die Beschäftigten wählen den Werkstatt-Rat und die Frauen-Beauftragte.
  • In der Politik: Die Menschen in Deutschland wählen den Landtag oder den Bundestag.

Wahlen in der Politik

Sitzungssaal im Bundestag
© Reinhild Kassing

Wir leben in einer Demokratie.

In einer Demokratie bestimmt das Volk.
Alle Menschen in einem Land sind das Volk.
Es können aber nicht alle immer alles bestimmen.
Das ist zu schwierig, weil es zu viele sind.
Darum gibt es Wahlen.

Bei Wahlen wählen die Menschen Abgeordnete.

Abgeordnete sind Politiker und Politikerinnen.
Sie sollen die Meinung der Menschen vertreten.
Die Politiker bestimmen, was gemacht wird.
Wahlen sind sehr wichtig.
Weil eine Wahl entscheidet, wer Politik machen darf.

Welche Wahlen gibt es?

Mitglieder des Bundestages
© Reinhild Kassing

Wo Politik gemacht wird, gibt es Wahlen.

Die Politik regelt das Zusammen-Leben.
Die Menschen wählen, wer die Politik macht.
In einer Demokratie gibt es nicht nur eine Wahl.

Welche Wahlen gibt es zum Beispiel?

  • Europa-Wahl
  • Bundestags-Wahl
  • Landtags-Wahl
  • Kommunal-Wahl

Die Europa-Wahl entscheidet:
Diese Politiker dürfen in das Europa-Parlament.
Das Europa-Parlament macht viele Gesetze und Regeln.
Sie gelten für Europa.
Also auch für Deutschland.
Die Europa-Wahlen sind alle 5 Jahre.

Die Bundestags-Wahl entscheidet:
Diese Politiker dürfen in den Bundestag.
Der Bundestag macht viele Gesetze und Regeln.
Sie gelten für Deutschland.

Der Bundestag wählt den Bundes-Kanzler. Oder die Bundes-Kanzlerin.
Der Bundestag entscheidet, wieviel Geld ausgegeben wird.
Zum Beispiel für Schulen und Straßen.
Der Bundestag macht Verträge mit anderen Ländern.
Zum Beispiel die UN-Behinderten-Rechts-Konvention. Kurz: UN-BRK.
Die Bundestags-Wahl ist alle 4 Jahre.

Die Landtags-Wahl entscheidet:
Diese Politiker dürfen in den Landtag.
Jedes Bundes-Land hat einen eigenen Landtag.
Der Landtag macht viele Gesetze und Regeln.
Sie gelten nur für das Bundesland.
Die Landtags-Wahl ist meist alle 5 Jahre.

Kommunal bedeutet: Es betrifft eine Stadt, eine Gemeinde oder einen Land-Kreis.

Die Kommunal-Wahl entscheidet:
Diese Menschen dürfen im Stadt-Rat, Gemeinde-Rat oder Kreistag arbeiten.
Das sind zum Beispiel der Bürger-Meister oder der Land-Rat.
Sie entscheiden: Das ist für die Stadt, Gemeinde oder den Land-Kreis wichtig.

Wer darf wählen?

Frauen und Männer halten Wahlzettel zur Abstimmung hoch
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Seit 2019 gilt für alle Wahlen:

Auch Menschen mit einer Betreuung in allen Angelegenheiten dürfen wählen.
Jeder darf selbst entscheiden, ob er wählen möchte.
Und wen er wählen möchte.

Wer bei der Bundestags-Wahl wählt, muss:

  • mindestens 18 Jahre alt sein,
  • deutscher Staats-Bürger sein
  • und im Wähler-Verzeichnis stehen.

Wer bei der Landtags-Wahl wählt, muss:

  • mindestens 18 Jahre alt sein
    • (in einigen Bundes-Ländern mindestens 16 Jahre),
  • deutscher Staats-Bürger sein,
  • mindestens 1-3 Monate in diesem Bundes-Land wohnen
  • (in jedem Bundes-Land anders)
  • und im Wähler-Verzeichnis stehen.

Wer bei der Kommunal-Wahl wählt, muss:

  • mindestens 18 Jahre alt sein
    • (in einigen Bundes-Ländern mindestens 16 Jahre),
  • deutscher Staats-Bürger sein oder Bürger eines EU-Landes,
  • mindestens 1-3 Monate in diesem Land-Kreis wohnen
    • (je nach Bundes-Land verschieden)
  • und im Wähler-Verzeichnis stehen.

Wer wird gewählt?

Europawahl 2019 Barrierefreies Europa
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Gewählt werden Personen und Parteien:

Manchmal hat ein Wähler zwei Stimmen.
Das bedeutet: Jeder darf zwei Kreuze auf dem Stimm-Zettel machen.
Das gilt bei der Bundestags-Wahl oder der Landtags-Wahl.
Eine Stimme ist für eine Person aus dem eigenen Wahl-Kreis.
Die andere Stimme ist für eine Partei.
Jeder wählt also eine Person und eine Partei.
Bei Kommunal-Wahlen werden einzelne Personen gewählt.

Nach einer Wahl werden Stimmen gezählt.
Das heißt: Die Kreuze auf allen gültigen Stimm-Zetteln.
Wer die meisten Stimmen erhalten hat, gewinnt die Wahl.

Wahl-Kampf – was ist das?

Wahl-Kampf
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Parteien wollen gewählt werden.

Bei Wahlen kann man verschiedene Parteien oder Personen wählen.
Alle haben verschiedene Ideen und Ziele.

Alle wollen viele Stimmen bekommen.
Also: Ein Kreuz für sie auf vielen Wahl-Zetteln.
Alle wollen die Wahl gewinnen.
Deshalb machen sie Wahl-Kampf.

Die Parteien und Personen machen Werbung für sich.
Und informieren: Das möchten sie für das Volk machen.

Werbung machen heißt hier:

  • Sie hängen Plakate auf.
  • Es gibt Werbung im Internet, Radio, im Fernsehen und in der Zeitung.
  • Es gibt Info-Stände in der Stadt.
  • Es gibt Reden von Politikern in verschiedenen Städten.

Alle sollen vor der Wahl wissen:
Das möchten die Parteien und Politiker machen.

Man kann den Politikern auch Fragen stellen:
"Was möchten Sie tun, wenn Sie gewählt werden?"
"Warum sollte ich Ihnen meine Stimme geben?"
"Was möchten Sie für Menschen mit Behinderung tun?"

Information helfen beim Wählen einer Partei oder einer Person.
Dann können die Wähler entscheiden:
Diese Partei und diese Person möchte ich wählen.

Wen wähle ich?

Parteien wählen
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Erst informieren, dann wählen.

Die Entscheidung ist schwer.
Die Wähler sollen wissen:
Was wollen die Parteien oder Personen?

Das steht im Wahl-Programm der Partei.
Das Wahl-Programm gibt es oft in Leichter Sprache.
Oft gibt es Info-Stände von Parteien.
Dort können Bürger Fragen stellen.
Und Informationen bekommen.
"Warum sollte ich Ihnen meine Stimme geben?"
Kann man Politiker zum Beispiel fragen.
Es gibt auch Informationen:

  • im Internet
  • im Radio
  • im Fernsehen
  • in der Zeitung.

Eine besondere Hilfe ist der Wahl-O-Mat.
Das ist ein Angebot im Internet.
Der Wahl-O-Mat stellt viele Fragen.
Dazu gibt es verschiedene Antworten zur Auswahl.
Jeder wählt für sich die passende Antwort.
Zum Schluss zeigt der Wahl-O-Mat:
Diese Parteien passen gut zu deinen Antworten.

So kann Jeder sehen:
Welche Partei passt gut zu den eigenen Vorstellungen.
Dann weiß man oft, wen man wählen möchte.

Wie wähle ich?

Wählen mit Wahl-Zettel
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Jeder Wähler bekommt eine Wahl-Benachrichtigung.
Das ist ein Brief.
Er kommt mit der Post zu Ihnen.

Darin steht:

  • Wann die Wahl ist.
  • Wo der Wahl-Raum ist.
  • Ob der Raum barrierefrei ist.
  • Wie die Brief-Wahl geht.

Ein anderes Wort für Wahl-Raum ist: Wahl-Lokal.
Für die Wahl gibt es 2 Möglichkeiten:

Am Wahl-Tag Ausweis und Benachrichtigung mitnehmen

Gehen Sie am Wahl-Tag zum Wahl-Lokal.
In der Wahl-Benachrichtigung steht, wo das ist.
Nehmen Sie ihren Personal-Ausweis und ihre Wahl-Benachrichtigung mit.
Im Wahl-Lokal sind Wahl-Helfer.
Zeigen Sie den Wahl-Helfern ihren Personal-Ausweis und Ihre Wahl-Benachrichtigung.
Dann bekommen Sie einen Stimm-Zettel.
Auf dem Stimm-Zettel sind alle Parteien und Personen, die Sie wählen können.

In der Wahl-Kabine wählt man mit dem Stimm-Zettel

Die Wahl ist geheim.
Das heißt: Niemand soll sehen, wen Sie wählen.
Sie müssen das auch niemandem sagen.
Deshalb wählen Sie in einer Wahl-Kabine.
Das ist ein Tisch mit Wänden rundherum.
Dort machen Sie Ihre Kreuze auf dem Stimm-Zettel.
Sie dürfen nur eine bestimmte Anzahl Kreuze machen.
Das steht auch noch einmal auf dem Stimm-Zettel
Dann falten Sie den Zettel in der Mitte.
Erst danach gehen Sie aus der Wahl-Kabine.
Den Stimm-Zettel werfen Sie in die Wahl-Box.
Damit ist die Wahl abgeschlossen.

Sie brauchen Hilfe, dann fragen Sie die Wahl-Helfer!
Die Wahl-Helfer dürfen Ihnen helfen.

Es darf auch ein Freund zur Unterstützung mitkommen.
Oder eine andere Person.
Wichtig ist: Sie entscheiden selbst, wen Sie wählen!
Und: Ihre Wahl bleibt geheim!
Niemand darf verraten, wen Sie wählen.

Wählen kann man auch per Post

Sie haben am Wahl-Tag keine Zeit?
Sie brauchen mehr Zeit und Ruhe um zu wählen?
Sie können nicht ins Wahl-Lokal gehen?
Oder das Wahl-Lokal ist nicht Barriere-frei?
Dann machen Sie die Brief-Wahl!

Wahl-Unterlagen für zu Hause

Für die Brief-Wahl brauchen Sie Ihre Wahl-Unterlagen.
Um die Wahl-Unterlagen zu bekommen,
müssen Sie ein Formular ausfüllen.
Das Formular ist bei der Wahl-Benachrichtigung dabei.
Damit können Sie die Wahl-Unterlagen abholen.
Oder Sie schicken das Formular zurück.
Dann bekommen Sie die Wahl-Unterlagen mit der Post.

Die Wahl-Unterlagen enthalten:

  • den Wahl-Schein,
  • den Stimm-Zettel,
  • mehrere Brief-Umschläge.

Fragen Sie nach dem Wahl-Hilfe-Heft

Die Wahl-Unterlagen sehen immer ein bisschen anders aus.
Unterschreiben Sie den Wahlschein.
Machen Sie Ihre Kreuze auf dem Stimm-Zettel.
Wichtig ist: Beachten Sie die Hinweise auf den Wahl-Unterlagen.
Oft gibt es ein Wahl-Hilfe-Heft in Leichter Sprache.
Dort steht ganz genau, wie es geht.
Haben Sie alles fertig?
Dann bringen Sie die Wahl-Unterlagen zur Post.
Der Brief darf nicht zu spät kommen!
Sonst ist Ihre Wahl ungültig.

Sie dürfen sich auch helfen lassen.
Wichtig ist: Sie entscheiden, wen Sie wählen!
Und: Ihre Wahl bleibt geheim!
Niemand darf verraten, wen Sie wählen.

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