Kinder

Ein Kind wird geboren – Leistungen im Überblick

Die Geburt eines Kindes ist immer eine große Umstellung. Das Leben ändert sich von Grund auf. Bei einem Kind mit Behinderung kommt hinzu, dass es häufig viel intensiver versorgt werden muss. Die Anforderungen an die Eltern sind hoch. Deshalb gibt es eine Reihe staatlicher Hilfen.

Mütter eines Kindes mit Behinderung haben nach der Geburt Anspruch auf längere Mutterschutzfristen. Statt acht stehen ihnen zwölf Wochen zu. Die Bedingung: Ein Arzt muss innerhalb von acht Wochen nach der Geburt bei dem Kind eine Behinderung feststellen. Außerdem muss die Mutter eine Verlängerung der Schutzfrist bei ihrem Arbeitgeber beantragen. Und sie muss ihre Krankenkasse über den gestellten Antrag informieren. Nur so kann diese die verlängerte Schutzfrist bei der Auszahlung des Mutterschaftsgeldes berücksichtigen.

Sind die Eltern gesetzlich versichert, besteht für das Kind ebenfalls ein voller Krankenversicherungsschutz in der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Grund ist die Familienversicherung. Über die Krankenversicherung kann zum Beispiel eine Haushaltshilfe finanziert werden, wenn es der Mutter nach der Entbindung gesundheitlich nicht gut geht. Daneben besteht ein Anspruch auf Hilfsmittel, wie Schienen oder Orthesen gegenüber den Krankenkassen.

Auch die Leistungen der Pflegeversicherung stehen einem Kind mit Behinderung und seinen Eltern praktisch ab der Geburt zu. Reichen die Leistungen der Pflegekasse nicht, kann zusätzlich Hilfe zur Pflege vom Sozialamt gewährt werden. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass alle Neugeborenen und Säuglinge eine umfassende Versorgung brauchen. Dieser allgemeine Pflegebedarf wird natürlich nicht über die Pflegeversicherung abgedeckt.

Um das Kind bestmöglich zu fördern, gibt es verschiedene pädagogische und therapeutische Maßnahmen. Sie fallen unter den Sammelbegriff der Frühförderung. Diese stehen Kindern bis zum sechsten Lebensjahr zu. Frühförderstellen oder Sozialpädiatrische Zentren sind hierfür die richtigen Ansprechpartner. Für die Betreuung in einer integrativen oder heilpädagogischen Kindertageseinrichtung (Kita) ist das Jugendamt zuständig, die heilpädagogische Betreuung wird über den Sozialhilfehilfeträger finanziert.

Außerdem gibt es sogenannte Nachteilsausgleiche. Das können zum Beispiel Steuererleichterungen oder die Möglichkeit, unentgeltlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, sein. Es geht darum, durch die Behinderung verursachte finanzielle Nachteile auszugleichen oder eine unabhängige Lebensführung zu erleichtern. Voraussetzung für diese Vergünstigungen ist immer eine behördliche Feststellung des Grades der Behinderung und der Merkmale des Unterstützungsbedarfs, sogenannte Merkzeichen, durch das Versorgungsamt.

Schließlich steht Eltern von Kindern mit Behinderung – wie allen anderen Eltern auch – Kindergeld zu. Die Beantragung und Auszahlung erfolgt über die Familienkasse.

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