Staatliche Hilfe für Kinder
© Lebenshilfe/David Maurer
Kinder

Staatliche Hilfen: Ein Kind wird geboren – Leistungen im Überblick

Die Geburt eines Kindes ist immer eine große Umstellung. Das Leben ändert sich von Grund auf. Bei einem Kind mit Behinderung kommt hinzu, dass es häufig viel intensiver versorgt werden muss. Die Anforderungen an die Eltern sind hoch. Deshalb gibt es eine Reihe staatlicher Hilfen.

Mütter eines Kindes mit Behinderung haben nach der Geburt Anspruch auf längere Mutterschutzfristen. Statt acht Wochen stehen diesen Familien zwölf Wochen zu. Die Bedingung: Ein Arzt muss innerhalb von acht Wochen nach der Geburt bei dem Kind eine Behinderung feststellen. Außerdem muss die Mutter eine Verlängerung der Schutzfrist bei ihrem Arbeitgeber beantragen. Und sie muss ihre Krankenkasse über den gestellten Antrag informieren. Nur so können staatliche Hilfen wie die verlängerte Schutzfrist bei der Auszahlung des Mutterschaftsgeldes berücksichtigt werden.

Sind die Eltern gesetzlich versichert, besteht für das Kind als staatliche Hilfe ebenfalls ein voller Krankenversicherungsschutz in der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Grund ist die Familienversicherung. Über die Krankenversicherung kann zum Beispiel eine Haushaltshilfe finanziert werden, wenn es der Mutter nach der Entbindung gesundheitlich nicht gut geht. Staatliche Hilfen schonen die Familienfinanzen, denn es besteht auch ein Anspruch auf Hilfsmittel, wie Schienen oder Orthesen gegenüber den Krankenkassen.

Auch die Leistungen der Pflegeversicherung stehen einem Kind mit Behinderung und seinen Eltern praktisch ab der Geburt zu. Reichen die Leistungen der Pflegekasse nicht, kann zusätzlich Hilfe zur Pflege vom Sozialamt gewährt werden. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass alle Neugeborenen und Säuglinge eine umfassende Versorgung brauchen. Dieser allgemeine Pflegebedarf wird natürlich nicht über die Pflegeversicherung abgedeckt.

Um das Kind bestmöglich zu fördern, gibt es verschiedene pädagogische und therapeutische Maßnahmen. Sie fallen unter den Sammelbegriff der Frühförderung. Diese stehen Kindern bis zum sechsten Lebensjahr zu. Frühförderstellen oder Sozialpädiatrische Zentren sind hierfür die richtigen Ansprechpartner. Für die Betreuung in einer integrativen oder heilpädagogischen Kindertageseinrichtung (Kita) ist das Jugendamt zuständig, die heilpädagogische Betreuung wird über den Sozialhilfehilfeträger finanziert.

Außerdem gibt es sogenannte Nachteilsausgleiche. Das können zum Beispiel verschiedene finanzielle Hilfen wie Steuererleichterungen sein oder die Möglichkeit, unentgeltlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Es geht darum, durch die Behinderung verursachte finanzielle Nachteile auszugleichen oder eine unabhängige Lebensführung zu erleichtern. Voraussetzung für diese Vergünstigungen ist immer eine behördliche Feststellung des Grades der Behinderung und der Merkmale des Unterstützungsbedarfs, sogenannte Merkzeichen, durch das Versorgungsamt.

Elterngeld ist eine staatliche Unterstützung zur finanziellen Absicherung des Familieneinkommens, das insbesondere direkt nach der Geburt eines Kindes geschwächt ist. Gerade in dieser Zeit verzichten Elternteile auf ein regelmäßiges Einkommen, um das neugeborgene Kind zu betreuen. Dieser Nachteil wird durch das Elterngeld als staatliche Hilfe abgemindert.

Mit Unterhaltsvorschuss wird eine staatliche Hilfe bezeichnet, die alleinerziehende Elternteile finanziell unterstützt, die nur unregelmäßig (oder gar nicht) Unterhalt vom anderen Elternteil erhalten. Den Unterhaltsvorschuss können Kinder bis zum zwölften Geburtstag erhalten.

Schließlich steht Eltern von Kindern mit Behinderung – wie allen anderen Eltern auch – Kindergeld zu. Der Kinderzuschlag in Form eines regelmäßigen Kindergelds muss beantragt werden, damit eine Auszahlung erfolgen kann. Antrag und Auszahlung erfolgen über die Familienkasse. Die Höhe des Kindesgeldes beläuft sich (stand 2018) auf 194 Euro für das erste und das zweite Kind. Ab dem 1. Juli 2019 wird das Kindergeld für jedes Kind um 10 Euro erhöht.

Staatliche Hilfen: Unterstützung für Eltern und Kinder

Infografik Recht auf Teilhabe
© Grafik aus: „Recht auf Teilhabe“ der BV Lebenshilfe e. V.
Ein Überblick über staatliche Hilfen, die Menschen mit Behinderung bis zum 6. Lebensjahr zustehen. Die Grafik gibt es weiter unten als Download. Sie stammt aus dem Buch: "Recht auf Teilhabe" (Link ebenfalls unten).

Der Staat unterstützt Familien mit Kindern über verschiedene finanzielle Hilfen oder Leistungen.

Ob Wohngeld, Kindergeld oder Mutterschaftsgeld: Gerade in den ersten sechs Jahren brauchen Eltern eines Kindes mit Behinderung oft besondere Hilfe.

Die Infografik auf der rechten Seite zeigt übersichtlich, welche Leistungen einem Menschen mit Behinderung bis zum sechsten Lebensjahr zustehen und welche staatlichen Einrichtungen verantwortlich sind.

Ziel aller staatlichen Hilfen ist es, Kindern Teilhabe am Sozialleben zu ermöglichen und Familien ganz besonders in den ersten Jahren zu untersützen.

Doch auch danach gibt es verschiedene Formen von staatlichen Hilfen, die etwa die Ausbildung junger Erwachsener unterstützen (z.B. BAföG).

Weiterführende Informationen zu staatlichen Hilfen

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