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Regional
Lebenshilfe-Werk Weimar-Apolda e.V., Weimar

Spielgruppe für Flüchtlingskinder

Durchführung einer wöchentlichen Spielgruppe im Flüchtlingswohnheim in Weimar. Schaffung eines persönlichen Raumes für die hier wohnenden Flüchtlingskinder (vorrangig 0-3 Jahren) und deren Mütter.

© typelover Michael Schultz

Projekt

Durchführung einer wöchentlichen Spielgruppe im Flüchtlingswohnheim in Weimar. Schaffung eines persönlichen Raumes für die hier wohnenden Flüchtlingskinder (vorrangig 0-3 Jahren) und deren Mütter.
Das Projekt „Spielgruppe für Flüchtlingskinder“ richtet sich an alle Mütter und Kleinkinder die aus den verschiedensten kulturellen Ländern nach Deutschland geflüchtet und in Weimar angekommen sind. Es soll einerseits zum inklusiven Austausch, Kennenlernen der Familien (Mütter und Kinder) untereinander und zum Einleben im neuen Umfeld beitragen, sowie den Kindern und Müttern Routine vermitteln und Normalität im neuen Umfeld bieten. Ferner soll es dabei helfen das Miteinander zu fördern und mögliche kulturelle und sprachliche Barrieren zu minimieren.
Durch die professionellen pädagogischen Fachkräfte der Frühförderung soll andererseits ein Raum für diejenigen Kleinkinder geschaffen werden, die über keinen Platz in einer Kindertageseinrichtung verfügen. Hier liegt der Fokus darauf die natürliche Spiellust des Kinder wieder zu wecken, anzuregen und zu stärken, die als notwendige Vorraussetzung zur aktiven Auseinandersetzung mit der Umwelt vorherrschen muss. 


Organisation

Das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. ist seit mehr als zwei Jahrzehnten für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen ein verlässlicher Partner. In unserem gemeinnützigen Verein begleiten heute rund 500 Fachkräfte mit pädagogischer, therapeutischer und medizinischer Ausbildung fast 1600 Menschen mit und ohne Behinderungen in ihrer Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Das Spektrum der Angebote umfasst die frühzeitige Bildung und Förderung, umfassende Integration in die Gesellschaft und Berufswelt sowie ambulante Hilfen mit entsprechenden individuell angepassten Wohn- und Freizeitmöglichkeiten. Beispielsweise seien hier die Frühförderstellen, die integrative Kindertageseinrichtungen, die Freie Ganztagsgrundschule „Anna Amalia“, Schulassistenz, die stationären Wohnstätten, die Tagesstätten für Menschen mit psychischen Behinderungen, der Familienentlastende Dienst, der Laden „LebensArt am Palais“, das ambulant betreute Wohnen, die Werkstätten für behinderte Menschen sowie die ambulante Arbeit genannt. Die Einrichtungen erstrecken sich auf Weimar, dem Kreis Weimarer Land und Sömmerda. 

Hintergrund der Idee war ein Aufruf der Caritas Flüchtlingskinder in Kitas aufzunehmen. Aufgrund der schwierigen Umsetzung (wenig Kapazitäten), stellte sich das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda die Frage, wie man diesbezüglich noch helfen und unterstützen kann. Dabei wurde die Idee für eine Spielgruppe geboren. 

Die wöchentlichen Treffen der Spielgruppe finden im Flüchtlingswohnheim in Weimar statt und sollen für die hier lebenden Mütter und Kinder einen Anlaufpunkt darstellen. Als geschützter Raum für Kontakte und Austausch soll er den Kindern dazu dienen mit anderen Kindern frei zu spielen und sich durch Anregungen der Fachkräfte mit allen Sinnen auf Entdeckungsreise zu begeben. 

Aktion Mensch als Förderer des Projektes;
die Beratungsstelle der Caritas (Sitz im Flüchtlingswohnheim);
Heimleitung (Stadtverwaltung) die den Raum für die wöchentlichen Treffen zur Verfügung stellen;
die Interdisziplinäre Frühförderstelle des Lebenshilfe-Werkes Weimar/Apolda e.V. die die wöchentlichen Treffen planen und realisieren. 

In Ankündigung an das Projekt hängten wir im und vor dem Büro, sowie in den Treppenaufgängen des Flüchtlingswohnheimes, Plakate in einfacher Sprache aus. Mit einem Hausplan des Flüchtlingsheimes ausgestattet und der Zuarbeit der CaritasmitarbeiterInnen über die Familien, die als Adressaten für unser Projekt in Frage kämen, klopften wir an allen Türen und versuchten uns und unser Anliegen verständlich zu machen. In der ersten Wochen kam eine Familie mit Zwillingen.
So klopften wir uns von Woche zu Woche von Tür zu Tür, veränderten das Plakat des Projektes hinsichtlich der Wortwahl, der Anzahl der Wörter und ergänzten unseren Aushang mit einem aussagekräftigen Bild. Zudem ergänzten wir die wichtigsten Daten (wann und wo) in verschiedenen Sprachen (Englisch, Serbisch, Syrisch). 

Die größte Herausforderung war und ist es die Mütter für dieses Angebot zu gewinnen. Durch die vorhandenen sprachliche Barrieren und die Unkenntniss über den Inhalt und Vorteile für Mütter und Kinder als Adressaten einer Spielgruppe verhielt es sich so, dass Mütter ihre Kinder anfangs nur brachten und dann wieder gingen, ältere Geschwister mit den Jüngeren zur Spielgruppe kamen, die Kinder (>3) allein zur Spielgruppe kamen oder die Mütter mit ihren Kindern kamen und sich anfangs sichtbar unwohl fühlten (die Kleinkinder als Halt „an sich banden“). 

Im Juli 2015 wurde ein Förderantrag bei der Aktion Mensch gestellt, der aufgrund der hohen Anzahl von Anträgen bis dato leider noch nicht bearbeitet werden konnte. Diesbezüglich trägt das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda die bisher anfallenden Kosten.   sucht.

Das Projekt, das aus einer Notlage heraus geboren wurde und sehr holprig begann, hat sich zu einer Herzenssache aller Beteiligten entwickelt. Neben den Kindern, die das Angebot von Anfang an mit großer Begeisterung und Forderungen nach immer neuem Input angenommen haben, kommen auch immer mehr, öfter und auch regelmäßig Mütter mit ihren Kleinkindern (0-3).
Durch die Laufzeit, die Kontinuität und die positiven Reaktionen der Kinder nehmen die Eltern, und vor allem die Mütter, unsere Spielgruppe immer öfter an, um sich ungestört mit anderen Frauen zu treffen und mit ihren Kindern zu spielen. Neben einem individuellen Ort für die Kinder entwickelt sich das Projekt auch immer mehr zu einem individuellen Ort des Miteinanders für die Mütter. 

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