© Lebenshilfe/David Maurer
Regional
MINA - Leben in Vielfalt e.V.

Muttersprachliche Elternberatung

Familien mit Migrationshintergrund und behinderten Kindern erhalten aus unterschiedlichen Gründen nicht die geeigneten Maßnahmen und Hilfen des Behindertensystems. In einer Beratungsstelle werden sie auf türkisch,arabisch oder deutsch über ihre Rechte aufgeklärt und beraten.

© typelover Michael Schultz

Projekt

Für Familien mit Kindern mit Behinderung und Migrationshintergrund gab es 2010 keine adäquaten Beratungsangebote in der Muttersprache. Viele von ihnen blieben deshalb ohne geeignete Unterstützung. Die Hauptaufgaben sind die Beratung der Betroffenen und Angehörigen über die bestehenden Hilfesysteme und Stärkung des Selbstbewusstseins, der Abbau von Informationsdefiziten und von Ängsten sowie Befürchtungen gegenüber Institutionen, die Gründung und Begleitung muttersprachlicher Selbsthilfegruppen von Familien mit Behinderung und Migrationshintergrund und die Kooperation sowie die Vernetzung im Bereich der Behindertenhilfe sowie Migrationsarbeit.


Organisation

Der Verein wurde von Betroffenen und Mitarbeiter(inne)n, die im Bereich Gesundheit und Migration arbeiten, gegründet, um Menschen auf arabisch und türkisch zu beraten und damit für weitere Teile der Berliner mit Migrationshintergrund eine Brücke zur Behindertenhilfe zu schlagen.

Die Familien mit Migrationshintergrund erhalten aus unterschiedlichen Gründen nicht die geeigneten Maßnahmen und Hilfen des Behindertensystems. Um sie auf ihre Rechte aufmerksam zu machen, bei Bedarf sprachlich und fachlich zu begleiten und sie in ihrer Situation zu stärken, wurde der Verein gegründet und die Kontakt- und Beratungsstelle konzipiert.

Zielgruppe sind Menschen mit Behinderungen und ihre Familien mit Migrationshintergrund, die zuerst aufsuchend erreicht worden sind. Mit der Gründung der Beratungsstelle werden offene Sprechstunden angeboten. In der Beratungsstelle werden in arabisch, türkisch und deutsch Beratungen angeboten. Die Dienste und Einrichtungen, Förderschulen, Werkstätten bilden die weiteren Zielgruppen.

MINA arbeitet mit dem Interkulturellen Beratungs- und Begegnungs-Centrum (IBCC) Berlin zusammen. Das IBCC ist eine Beratungsstelle für sozial Schwache mit Migrationshintergrund und betreibt einen »Sonnengarten« als Erholungsort für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige, den MINA mit nutzt. MINA ist unter anderem Mitglied im Berliner Fachforum »Migration und Behinderung« der AWO, im Behindertenbeirat des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, in verschiedenen Netzwerken und hält engen Kontakt zu diversen Migrantenselbstorganisationen.

Neben offenen Sprechstunden findet aufsuchende Informationsarbeit bei Moscheen oder Nachbarschaftseinrichtungen statt. Mütter und Väter, jeweils in arabischer und türkischer Sprache, treffen sich regelmäßig in Selbsthilfegruppen. Für die Gruppen werden zwei Mal im Monat Informationsveranstaltungen mit Fachdozenten angeboten, um Wissensdefizite zu beheben.

Die Gründung einer Selbsthilfegruppe auch für türkisch und arabischsprachige Väter sowie die Einstellung eines männlichen Beraters für diese Zielgruppe.

Die MINA-Beratungsstelle wurde gefördert durch die »Aktion Mensch - Starterprojekt« und wurde zusätzlich mit Fehlbedarfsfinanzierung von der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales bezuschusst. Im Anschluss an die Projektablaufzeit ist bereits eine Regelförderung durch die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales (ISP Förderung) bewilligt worden.

Seit 2012 konnten die Beratungsangebote bei MINA stetig ausgebaut werden. Monatlich finden über 500 Beratungen ggf. Begleitungen statt. Jedoch war das Anstreben der Finanzierung sehr mühsam. Der Zulauf zeigt uns den hohen Bedarf der muttersprachlichen Beratung und Betreuung. Jetzt schon zeigen sich Tendenzen einer notwendigen Erweiterung, da die Arbeit enorm zugenommen hat. Auch der Zulauf von Familien mit Kindern mit Behinderung und Fluchterfahrung haben uns dazu gezwungen explizit ein Projekt für diese Zielgruppe zu gründen.

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