Tschüss Vorurteile - Hallo Inklusion

Vorurteilssensible Ansätze für die inklusive Praxis

Lisa Reimann im Workshop. Foto: Bernd Lammel

Lisa Reimann im Workshop. Foto: Bernd Lammel


„Inklusion beginnt im Kopf“ ist ein beliebter Leitspruch zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Im Kopf passiert aber noch viel mehr. Schon bevor wir überhaupt an Inklusion denken, haben wir gesellschaftliche Vorurteile verinnerlicht. Das passiert schon sehr früh und meistens unbewusst. Denn wir alle wachsen in Familien und Gemeinschaften auf, die bestimmte Vorstellungen haben. Fakt ist: Alle Menschen haben Vorurteile. Vorurteile verhindern Inklusion. Vorurteile machen ein tolerantes Miteinander schwierig. Vorurteile schaffen Ungerechtigkeit. Sind Vorurteile erst mal da, ist es gar nicht so einfach, sie abzubauen. Schon Albert Einstein bemerkte: „Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.“

Wollen wir Inklusion umsetzen, brauchen wir Konzepte und Ansätze, die bewusst mit Vorurteilen und Machtstrukturen umgehen. Der Anti-Bias-Ansatz ist ein Mittel, um mit Vielfalt, Vorurteilen und Diskriminierung umzugehen. Der Workshop sollte für Vorurteile sensibilisieren und Konzepte zur Vermeidung von Diskriminierung vorstellen. Vielfaltsaspekte wie Behinderung, Religion, Weltanschauung, Herkunft, Alter, Geschlecht und sexuelle Identität uvm. wurden aufgegriffen und thematisiert. „Anti Bias kann als ein Konzept verstanden werden, das ein pädagogisches Handeln umsetzen will, das einerseits bewusst Heterogenität positiv betonen und anderseits Mechanismen von Ausgrenzung aktiv beseitigen möchte.“ (Katja Gramelt)


Der Workshop bestand aus zwei Modulen. Man konnte aber auch nur eines besuchen und hatte trotzdem etwas davon.

Modul 1
Neben einem fachlichen Input über den Anti-Bias-Ansatz aus Kalifornien, die Antidiskriminierungspädagogik und die inklusive Pädagogik wurde in interaktiven Übungen das Bewusstsein für gesellschaftliche Vorurteile und Stereotypien gestärkt. Außerdem wurde die Frage beantwortet, wie das Schubladendenken eigentlich entsteht. Kleine Spiele verdeutlichten, wie sehr wir von Vorurteilen beeinflusst werden. Um neue Perspektiven zu ermöglichen, schlüpften die Teilnehmer in ganz neue Rollen.

Modul 2
Hier wurden Klischees und stereotype Haltungen unter die Lupe genommen, mit denen Kinder und Jugendliche aufwachsen. Diese sind auch in Kinderbüchern und anderen Spielmaterialien zu finden. Der Anti-Bias-Ansatz zeigt Schritte auf, wie Ungerechtigkeiten und Einseitigkeiten beseitigt werden können und wie man diesen auf die Schliche kommt. Verschiedene Gruppenübungen sollten helfen, Position zu beziehen, wenn wir homophobe, sexistische oder behindertenfeindliche Äußerungen hören.

 
Lisa Reimann, Master in Heilpädagogik, leitete den Workshop. Sie ist Vorstandsvorsitzende des Integrationsprojekts e.V. im Bund Deutscher PfadfinderInnen.

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