Jahresbericht / Finanzen 2015 der Bundesvereinigung Lebenshilfe

Auch Menschen mit geistiger Behinderung sollen den Jahres-Bericht verstehen können.
Deshalb wurden die Texte in Leichte Sprache übertragen.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Bundesvorsitzende Ulla Schmidt, MdB und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages - Foto: Laurence Chaperonzoom

im Februar 2016 ist Tom Mutters gestorben, der Gründer der Lebenshilfe. 1958 hat er mit Eltern und Fachleuten zunächst die Bundesvereinigung Lebenshilfe gegründet: Für ihn war klar, dass es in Deutschland – nach der Nazi-Diktatur mit der Ermordung hunderttausender behinderter Menschen – einer nationalen Kraftanstrengung bedarf, um gerade auch Menschen mit geistiger Behinderung aus der Isolation, aus dem „Versteckt-werden“ in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Tom Mutters ermutigte Eltern, sich zu ihren Kindern zu bekennen, für sie einzutreten und vereint für gemeindenahe Hilfen zu kämpfen. Eine großartige Leistung! Von Anfang an steht so bei der Lebenshilfe die Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung im Vordergrund: Sie sollen da leben und Unterstützung erhalten, wo ihre Familien zuhause sind.

Die volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist auch das Ziel der UN-Behindertenrechtskonvention. Mit dem Bundesteilhabegesetz möchte die Bundesregierung die Eingliederungshilfe weiterentwickeln und ihrer Verpflichtung nachkommen, die Konvention in Deutschland umzusetzen. Die Lebenshilfe als Interessenvertretung für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien wirkt an dem neuen Gesetz von Beginn an intensiv mit. Es geht darum, die Unterstützung von Menschen mit Behinderung so zu gestalten, dass sie ihr Leben führen können wie andere auch – mit Familie und Freunden, beim Wohnen und am Arbeitsplatz, in der Freizeit und im Ehrenamt. Und dass jeder genau die Hilfen bekommt, die er oder sie dafür braucht.

Dazu gehört auch, dass Menschen mit geistiger Behinderung in der Kranken- und Pflegeversicherung die Leistungen erhalten, auf die sie als Versicherte Anspruch haben. Im Jahr 2015 hat die Lebenshilfe bereits erreicht, dass die Minderung des Regelbedarfs zurückgenommen wurde. Dieser erfolgreiche Einsatz der Lebenshilfe basiert auf Eltern und Menschen mit Behinderung selbst, die neben Fachleuten und engagierten Mitbürgern besonders glaubwürdig Interessen vertreten können. Bereits seit 16 Jahren sind Menschen mit Behinderung gewählte Mitglieder des Bundesvorstandes.

Jetzt ist es wichtig, bei der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention die angemessene Unterstützung nicht aus dem Auge zu verlieren. In den Beratungen zum Bundesteilhabegesetz werden wir uns weiter dafür einsetzen, dass es die Grundlage für bessere Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung legt. Dabei geht es um alle, um Menschen, die bereits selbstständiger leben, ebenso wie um Menschen mit schwerer Behinderung, für die wir als Lebenshilfe besonders eintreten.

Der Erfolg der Lebenshilfe geht auf das Engagement vieler zurück, die mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz, mit Freiwilligendiensten, als Freunde, Förderer und als Mitarbeitende dazu beitragen, dass das Leben für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien besser wird. Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen! Gern bin ich Teil dieser großen und starken Bürgerbewegung, die tatkräftig, kreativ und unermüdlich an einer Gesellschaft arbeitet, die alle willkommen heißt und ihnen die nötige Unterstützung gewährleistet.

Ihre
Ulla Schmidt


Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, MdB und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages

(Vorwort des Jahresberichts 2015, Seite 3)

Achim Wegmer, Mitglied des Bundesvorstandes - Foto: Rolf K. Wegst

„Im Jahr 2000 hat mich die Mitgliederversammlung in den Bundesvorstand der Lebenshilfe gewählt. Als Mensch mit Behinderung bin ich hier Pionier und spreche für Menschen mit Behinderung. Besonders wichtig ist mir das Wunsch- und Wahlrecht: Behinderte müssen selbst wählen können, wo und wie sie leben. Das gilt für alle – auch für die Schwächsten. Dafür setze ich mich ein!“

Achim Wegmer, Selbstvertreter und Mitglied im Bundesvorstand der Lebenshilfe

(Aus dem Jahresbericht 2015 , Seite 2)


 
Jahresbericht 2015 - Titelfoto: Hans D. Beyerzoom
Logo Leichte Sprache von Inclusion Europe

Hier kommen Sie auf unsere Seiten in Leichter Sprache.

 
 

Jahresabschluss 2015

Logo Leichte Sprache von Inclusion Europe

Den Wirkungsbericht 2015 finden Sie hier in Kürze!

 
 
Jahresbericht 2014 - Das Bild zeigt Lea Erkens mit ihrem Sohn Jona. Es entstand im September 2014 beim bundesweiten Lebenshilfe-Familientag in Aachen. Foto: Heike Lachmannzoom
 
 
 

Frühere Jahresberichte

Sie möchten Jahresberichte aus zurückliegenden Jahren? Bitte fordern Sie diese per E-Mail bei bei bundesvereinigung@lebenshilfe.de

 
 
 
 

Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. - 35043 Marburg, Raiffeisenstr. 18, E-Mail: Bundesvereinigung@Lebenshilfe.de