Perspektivenwechsel

Menschen mit geistiger Behinderung als Alltagsbegleiter in der Altenhilfe

Alltagsbegleiterin Katja Häfke kümmert sich um "ihre" Seniorinnen und Senioren in einer Pflegeeinrichtung in Berlin. Foto: Hans D. Beyer

Alltagsbegleiterin Katja Häfke kümmert sich um "ihre" Seniorinnen und Senioren in einer Pflegeeinrichtung in Berlin. Foto: Hans D. Beyer

Menschen mit Behinderung brauchen Hilfe, selbstverständlich. Doch schauen wir auch mal anders hin! Viele behinderte Menschen möchten heute einen Beruf ergreifen, in dem sie auch selbst Unterstützung für Andere leisten, in dem ihre Einfühlsamkeit, ihre Umsicht und ihre Kommunikationsfähigkeit gefragt sind. Sie möchten es - und sie machen es auch schon!

Ein tolles Beispiel ist die Alltagsbegleitung in der Altenhilfe. Einige Menschen mit geistiger Behinderung arbeiten bereits in diesem Bereich: Sie helfen etwa den Senioren bei der Essenszubereitung, begleiten sie bei Spaziergängen, spielen oder singen mit ihnen oder sorgen für ihre Wäsche.

Keine Frage, dass diese Arbeit stolz und selbstbewusst macht und einen wichtigen Baustein zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung darstellt. Gleichzeitig ist sie auch für die Altenhilfe von großem Nutzen. Denn gerade die so genannten "Kleinigkeiten", um die sich die behinderten Alltagsbegleiter kümmern, sind für die Seniorinnen und Senioren enorm wichtig: Stimmts im Detail und atmosphärisch, so ist dies ein großer Zugewinn an Lebensqualität - ob im Altenheim oder im Seniorencafé.

Gründe genug also, die Sache genauer zu betrachten: Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat gemeinsam mit der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) im Mai 2011 ein Kooperationsprojekt "Perspektivenwechsel" ins Leben gerufen, um Praxis-Erfahrungen auf diesem Gebiet zusammenzutragen und aufzubereiten.

Wir haben eine Befragungsaktion bei 17 ausbildenden Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), 29 kooperierenden Altenhilfeeinrichtungen und 56 behinderten Alltagsbegleitern durchgeführt und die Ergebnisse von einer Expertenrunde auswerten lassen. Wir haben aber auch einige Alltagsbegleiter und -begleiterinnen mit geistiger Behinderung en detail porträtiert: Wir haben sie an ihrem Arbeitsplatz besucht und fotografiert, mit ihnen Gespräche geführt und auch mit ihren Jobcoaches, ihren Vorgesetzten und Kollegen im Altenheim, "ihren" Senioren und deren Angehörigen. Und ganz wichtig: Wir haben erfahren, wie sie für ihren Traumjob qualifiziert wurden und dies genau protokolliert.

Haben Sie Interesse am Ergebnis? Dann verweisen wir Sie gern auf unsere Publikation "Perspektivenwechsel. Menschen mit geistiger Behinderung als Alltagsbegleiter in der Altenhilfe" (pdf - 2.7 MB): Viel Vergnügen, viel Information, viel Anregung bei der Lektüre wünschen wir Ihnen! Und vielleicht ist unsere Broschüre ja auch für Sie vor Ort ein Anstoß, ein Alltagsbegleiter-Projekt zu initiieren oder politisch zu unterstützen.

Oder einfach, immer öfter auch mal anders hinzuschauen.

Freude im Altenheim der Alerds-Stiftung in Braunschweig: Ilse Eilert (rechts) arbeitet dort auf einem ausgelagerten WfbM-Arbeitsplatz der Lebenshilfe Braunschweig. Fotograf: Hans D. Beyer

Freude im Altenheim der Alerds-Stiftung in Braunschweig: Ilse Eilert (rechts) arbeitet dort auf einem ausgelagerten WfbM-Arbeitsplatz der Lebenshilfe Braunschweig. Fotograf: Hans D. Beyer

Organisation

Bundesvereinigung Lebenshilfe
 

Autor

Dr. Angelika Magiros
 

Veröffentlichung

25.01.2015, 19:27 Uhr
 
 
 
Broschüre Perspektivenwechsel - Cover

Klicken Sie auf das Cover - so können Sie die Broschüre "Perspektivenwechsel" downloaden.

 
 

Sie möchten weitere Informationen zum Projekt "Perspektivenwechsel" oder die Broschüre in Papierform?
Dann können Sie sich gerne an uns in der Bundesvereinigung Lebenshilfe wenden:

Dr. Angelika Magiros, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 030 206411 143, angelika.magiros@lebenshilfe.de

Andrea Hennig, Referentin für Arbeit, Tel. 030 206411 121, andrea.hennig@lebenshilfe.de

 
 
 
 

Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. - 35043 Marburg, Raiffeisenstr. 18, E-Mail: Bundesvereinigung@Lebenshilfe.de