Auffälligkeiten in der vorgeburtlichen Diagnostik

Fragen bei auffälligem Befund
Foto (Ausschnitt): © Christian-Fraa - PIXELIO

Bisher war bei den Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft alles in Ordnung und nun plötzlich ergeben sich Unklarheiten: „Das sieht nicht so gut aus, das müssen wir genauer untersuchen!“ Oder nach einer Zeit der Unsicherheit, der unklaren Befunde gibt es jetzt Gewissheit, das Kind, das ich erwarte, hat eine Beeinträchtigung. Damit ist plötzlich alles anders, der Boden tut sich unter den Füßen auf und tausend Gedanken schwirren durch den Kopf. „Was heißt das für mich, für uns? Wie geht es jetzt weiter? Schaffe ich das alles?“

In welcher Situation ein auffälliger Befund die werdenden Eltern auch trifft – für viele bedeutet er eine große Umstellung unabhängig davon, welche Fragen sie in der nächsten Zeit beschäftigen werden.

An dieser Stelle möchte die Lebenshilfe Unterstützung anbieten.
Sie finden auf dieser Seite Informationen zu vorgeburtlichen Untersuchungen. Wenn Sie ein persönliches Gespräch wünschen, finden Sie auf der nebenstehenden Landkarte die Adressen von Beratungsstellen der Lebenshilfe, die auch Elternkontakte vermitteln. Dort können Sie sich informieren und mehr zum Leben mit einem behinderten Kind und den Unterstützungsmöglichkeiten erfahren. Klicken Sie dazu einfach auf das gewünschte Bundesland!

Verfahren der vorgeburtlichen Untersuchung

Bei der vorgeburtlichen Untersuchung soll mit der Mutterschaftsvorsorge sichergestellt werden, dass Mutter und Kind in Schwangerschaft und Geburt gesund bleiben und Auffälligkeiten wie z.B. ein Schwangerschaftsdiabetes oder eine Schwangerschaftsvergiftung rasch erkannt werden, damit sie behandelt werden können.

Im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge werden die Vorgeschichte und das aktuelle Befinden erfragt, Blut und Urin untersucht, um schwangerschaftsbedingte Krankheiten rasch zu entdecken, oder auch Krankheiten, die dem Kind gefährlich werden können. Daneben werden Ultraschalluntersuchungen durchgeführt, um zu sehen, wie sich das Kind entwickelt, an welcher Stelle der Mutterkuchen liegt.

In den Untersuchungen der Pränataldiagnostik (Fachwort für vorgeburtliche Untersuchungen) im engeren Sinne wird nach Auffälligkeiten des Kindes gesucht, die auf Beeinträchtigungen oder Behinderungen hinweisen.

Hierfür werden zumeist Ultraschall- oder Blutuntersuchungen durchgeführt. Eine verdickte Nackenfalte kann z.B. ein Hinweis auf einen Herzfehler oder das Down-Syndrom sein, ein erhöhtes Alphafetoprotein (Substanz aus dem mütterlichen Blut oder Fruchtwasser) ein Hinweis auf einen offenen Rücken.

Diesen Hinweisen ist gemeinsam, dass sie immer nur eine erhöhte Wahrscheinlichkeit anzeigen, aber mit ihnen keine Diagnose gestellt werden kann. So sind die meisten Kinder mit diesen Hinweiszeichen „gesund“. Zum Beispiel sind über 90% der Kinder mit verdickter Nackenfalte „gesund“ und haben kein Down-Syndrom.

Um eine Diagnose zu stellen, müssen häufig weitere Verfahren der Pränataldiagnostik angewandt werden, die auch in den Körper eingreifen. Hierzu zählen eine Fruchtwasserpunktion oder die Entnahme von Gewebe aus dem Mutterkuchen (Chorionzottenbiopsie). Diese eingreifenden Verfahren bergen das Risiko einer Fehlgeburt.

Leben mit einem behinderten Kind

Auf unserer Homepage gibt es weitere schriftliche Informationen zum Leben mit einem behinderten Kind unter der Rubrik "Leben mit Behinderung".
Das Buch "Recht auf Teilhabe" informiert über vielfältige Leistungen für behinderte Kinder und Ihre Familien. In der Box rechts finden Sie Hinweise und Bestellmöglichkeit dazu.

Organisation

Bundesvereinigung Lebenshilfe
 

Veröffentlichung

14.01.2011, 10:55 Uhr
 
 
 

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