Reha, Kur und Co im Überblick

Reha, Kur und Co im Überblick

Mütter-/Väterkuren bzw. Mutter/Vater-Kind-Kuren

…sind Maßnahmen zur Vorsorge oder Rehabilitation speziell für Mütter oder Väter. Sie bieten Eltern die dringend benötigte Auszeit, wenn der Familienalltag zur Belastung wird und ihre Gesundheit gefährdet ist. Ganz wichtig: Im Mittelpunkt der Kur stehen die Mütter oder Väter selbst.

Zitat: „Arbeit und Haushalt mal hinter sich lassen; Ganz bewusst Zeit mit den Kindern verbringen - Ohne Stress und Termindruck! Die drei Wochen haben uns allen richtig gut getan.“

Eins muss Eltern klar sein, es geht bei einer Kur um Erholung, nicht um Urlaub. Behandlungen, Therapien und Kurse stärken die Eltern und machen sie fit für den Familienalltag. Damit das klappt wird ein individueller Therapieplan erstellt, der sowohl die gesundheitlichen Bedürfnisse als auch die Lebenssituation der Mutter oder des Vaters berücksichtigt.

Und die Kinder? Kleine Kinder (in der Regel nicht älter als 12 Jahre) und Kinder mit Behinderung können ihre Eltern begleiten. Sie erhalten bei Bedarf notwendige Therapien und Behandlungen. Um die Betreuung kümmert sich qualifiziertes Fachpersonal. So haben die Mütter und Väter Zeit für sich und können sich ganz auf ihre Anwendungen konzentrieren.

Zitat: „Es lohnt sich über eine reine Mutter-/Vaterkur Gedanken zu machen. Ein Rest an Belastung und Stress bleibt auch in der besten Kureinrichtung, wenn die Kinder mitkommen.“

Gut zu wissen: Sie können die Kureinrichtung auswählen, die am besten zu Ihnen passt, denn bei der Auswahl gilt das Wunsch- und Wahlrecht. Anrecht auf eine Kur für Mütter und Väter haben übrigens alle, die Erziehungsverantwortung übernehmen: also auch Pflegeeltern oder unter Umständen Großeltern.

„Normale“ Reha-Maßnahmen

Wenn die gesundheitlichen Probleme nicht im Zusammenhang mit ihrer Elternrolle stehen oder wenn die Reha-Maßnahme dem Erhalt der Erwerbsfähigkeit dient, ist eine Mutter/Vater-Kind-Kur nicht möglich. Eltern können jedoch ihr Kind auch zu einer „normalen“ stationären Reha-Maßnahme mitnehmen, sofern es pflegebedürftig ist. Die Aufnahme, Betreuung und Pflege erfolgt dann im Rahmen der Kurzzeitpflege in der Kureinrichtung. Diese Regelung gilt für alle pflegenden Angehörigen: Sie können also auch Ihre pflegebedürftige Mutter oder Ihren Bruder oder Ihre Partnerin zur Kur mitnehmen. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

TIPP: Und wer versorgt die Familie daheim? Ob Haushaltshilfen, Familienpflege oder Kurzzeitpflege: Es gibt viele Möglichkeiten Ihre Familie zu unterstützen, während Sie zur Kur sind. Informieren Sie sich dazu bei einer Kurberatungsstelle. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie hier und speziell für Mutter/Vater-Kind-Kuren hier.

Kinderrehabilitation

Bei der Kinderrehabilitation geht es ausschließlich um das Kind und seine gesundheitlichen Probleme. Kinder mit Behinderung können in der Regel von einem Elternteil zur Kur begleitet werden. Auch Geschwisterkinder können mitkommen, wenn die Betreuung anders nicht zu organisieren ist. Die Eltern kümmern sich außerhalb der Therapien um das Kind und werden selbst in der Regel nicht therapiert.

Gut zu wissen: Weder Jahressurlaub noch das Krankengeld bei Erkrankung des Kindes (Kinder-Krank-Tage) werden aufgebraucht, wenn Sie Ihr Kind zur Kur begleiten.

Familienorientierte Rehabilitation (FOR)
Wenn Kinder sehr schwer erkranken – etwa an Krebs oder Mukoviszidose – hat das Auswirkungen auf alle Mitglieder der Familie. Um Familien in dieser Situation zu unterstützen, gibt es mit der FOR eine spezielle Form der Kinderrehabilitation. Hier nehmen – oft im Anschluss an die Erstdiagnose sowohl die Eltern als auch Geschwister an der stationären Maßnahme teil. Die ganze Familie wird in das Therapiekonzept mit einbezogen und lernt mit der Erkrankung umzugehen.

Was gibt es sonst noch?

Familienferienstätten
… bieten Erholung für die ganze Familie. Kinderbetreuung, Freizeitaktivitäten und Bildungsangebote sind dabei inklusive. Das Angebot der mehr als 100 gemeinnützigen Familienferienstätten reicht dabei von Gesundheitsvorsorge über Erlebnis- und Umweltpädagogik bis hinzu Stärkung der Erziehungs- und Medienkompetenz. Für Familien mit behinderten oder pflegebedürftigen Angehörigen gibt es zudem spezielle Angebote. Die Preise sind familienfreundlich und steuerbefreit zudem besteht die Möglichkeit individuelle Zuschüsse zu beantragen. Mehr Infos gibt es bei der BAG Ferienerholung

Familienunterstützende Dienste
… oder auch Familienentlastende Dienste bzw. Offene Hilfen unterstützen mit ihren flexiblen und unkomplizierten Angeboten Familien und verschaffen den Eltern so kleine Auszeiten im Alltag. Zum Angebot gehören unter anderem stunden- oder tageweise Betreuung der Kinder mit Behinderung – auch nachts und in Notfällen, Freizeitangebote und Ferienfreizeiten, Beratung sowie Unterstützung in Behördendingen. Familienunterstützende Dienste in Ihrer Nähe finden Sie hier und über den Familienratgeber der Aktion Mensch

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Organisation

Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V.
 

Autor

Kai Pakleppa
 

Veröffentlichung

30.09.2014, 13:05 Uhr
 
 
 

Auszeit vom Alltag

Auszeit vom Alltag

Hinweise und Tipps zu Mutter-Kind-Kuren mit behinderten Kindern.Kompakt als Broschüre.

 
 
 
 
 

Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. - 35043 Marburg, Raiffeisenstr. 18, E-Mail: Bundesvereinigung@Lebenshilfe.de