Berufliches Orientierungsverfahren für alle Schülerinnen und Schüler mit Behinderung

In der 86. Arbeits- und Sozialministerkonferenz wurde die Kultusminister-
konferenz dazu aufgefordert, unter Einbeziehung der Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) und der Bundesagentur für Arbeit einen Vorschlag für ein berufliches Orientierungsverfahren für Menschen mit Behinderungen zu erarbeiten. Ziel des beruflichen Orientierungsverfahrens ist die Klärung des weiteren beruflichen Werdegangs von jungen Menschen mit Behinderungen in Abstimmung mit deren Erziehungsberechtigten und dem zuständigen Leistungsträger. Daneben sollen auch Lehrkräfte, Bundesagentur für Arbeit (BA), Träger der Sozialhilfe, Integrations-fachdienste sowie mögliche Leistungserbringer (z.B. WfbM) an dem beruflichen Orientierungsverfahren beteiligt werden.

Herr Dr. Mozet, Leiter der Abteilung Va2 „Teilhabe schwerbehinderter Menschen“ des Bun-desministerium Arbeit und Soziales (BMAS), berichtete am 02.07.2010 im Rahmen des Forums „Berufliche Bildung“ vom aktuellen Diskussionsstand.

Das berufliche Orientierungsverfahren soll spätestens zwei Jahre vor Ende der Schulzeit einsetzen und von einer neutralen Stelle koordiniert und durchgeführt werden.

Vorstellbar sei es, so Herr Dr. Mozet, dass die Integrationsfachdienste mit dieser Aufgabe betraut werden. Bei der inhaltlichen Ausgestaltung sollen Erfahrungen aus den Berufswegekonferenzen aus Baden-Württemberg einfließen. Außerdem bestätigte Herr Dr. Mozet eine Forderung der Bundesvereinigung Lebenshilfe, dass das berufliche Orientierungsverfahren nicht nur für eine bestimmte Personengruppe, sondern für alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger von Förder- und Sonderschulen gelten soll und damit auch von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf in Anspruch genommen werden kann.

Noch in dieser Woche (KW 27) soll es ein gemeinsames Treffen von Vertretern der ASMK, des BMAS, der BA und der Kultusministerkonferenz geben, bei dem die Arbeit am beruflichen Orientierungsverfahren fortgeführt wird.

Die Lebenshilfe begrüßt die bundesweite Einführung eines beruflichen Orientierungsverfahrens. Dadurch können Wahlmöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen erweitert und individuelle berufliche Perspektiven verbessert werden.



Organisation

Bundesvereinigung Lebenshilfe
 

Autor

Jörg Hinderberger
 

Veröffentlichung

06.07.2010, 14:53 Uhr
 
 
 
 
 

Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. - 35043 Marburg, Raiffeisenstr. 18, E-Mail: Bundesvereinigung@Lebenshilfe.de

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