Lebenshilfe erinnert an ermordete behinderte und kranke Menschen

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
am 27. Januar

Vertreterinnen und Vertreter der Lebenshilfe gedachten am 31. Januar der "Euthanasie"-Opfer. Foto: Peer Brocke

Am 31. Januar erinnerte Verena Bentele, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, an die Opfer der NS-"Euthanasie" in der Berliner Tiergartenstraße. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Lebenshilfe legten im Gedenken einen Kranz nieder. Vordere Reihe, von links: Ute Grczonkowski, Lars Kaiser, Karin Grunde, Lars Keßeler (alle Schauspieler des Theaters Weltenbrecher der Lebenshilfe Lüneburg) und Bundesgeschäftsführerin, Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust. Hintere Reihe, von links: Ingrid von Randow, Lebenshilfe Berlin, Uwe Schummer, MdB und Vorsitzender der Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen, und Dr. Jürgen Auer, Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe Bayern.

Gedenk- und Informationsstätte für die Opfer der NS-"Euthanasie" an der Berliner Tiergartenstraße 4. Archivfoto: Peer Brockezoom

Berlin. Etwa 300.000 behinderte und kranke Menschen wurden während der Nazi-Zeit in ganz Europa systematisch getötet. Sie galten als „Ballastexistenzen“, als „Volksschädlinge“ und wurden als „lebensunwert“ aussortiert. An ihnen probte Hitler den späteren millionenfachen Mord an den Juden. Das grausame „Euthanasie“-Programm verbarg sich hinter dem Decknamen T4 – benannt nach der Zentrale in der Berliner Tiergartenstraße 4, wo das Töten geplant und verwaltet wurde. An dieser Stelle befindet sich heute eine Gedenk- und Informationsstätte.

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar betont die Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Ulla Schmidt, MdB: „Als Demokraten müssen wir alle dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderung nicht ausgegrenzt werden. Sie gehören in unsere Mitte und sie müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Lebensrecht niemals wieder in Frage gestellt wird.“ Hierzu fordert die ehemalige Bundesministerin auch ein klares Bekenntnis von der AfD, wenn am 31. Januar die offizielle Gedenkstunde im Bundestag begangen wird.

Im vergangenen Jahr hatte sich ganz besonders Ulla Schmidt dafür eingesetzt, dass erstmals die „Euthanasie“-Opfer im Mittelpunkt der Gedenkstunde standen. Sebastian Urbanski, ein Schauspieler mit Down-Syndrom aus Berlin, trug einen Brief vor, den Ernst Putzki an seine Mutter geschrieben hatte, bevor er in der Tötungsanstalt Hadamar ermordet wurde. Sebastian Urbanski sagt: „Heute werden zwar Menschen wie wir nicht mehr umgebracht, dafür werden sie aber kaum noch geboren. Wir sind aber auch ein Teil der Gesellschaft. Das wird leider immer noch oft vergessen, wir werden einfach an den Rand geschoben.“

Als Bundesvorsitzende der Lebenshilfe hat Ulla Schmidt in diesem Jahr die Schirmherrschaft für den zweiten bundesweiten Schul- und Jugendtheaterwettbewerb zu Biographien von Opfern der NS-„Euthanasie“-Verbrechen „andersartig gedenken on stage“ übernommen. Theatergruppen können im Schuljahr 2018/2019 Stücke erarbeiten und bis zum 29. Mai 2019 beim Träger des Projektes, dem Förderkreis Gedenkort T4, einreichen. Weitere Informationen gibt es unter www.andersartig-gedenken.de.

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Organisation

Bundesvereinigung Lebenshilfe
 

Autor

Pressestelle
 

Veröffentlichung

26.01.2018, 10:02 Uhr
 
 
 

Veranstaltungen
zum Gedenktag

Kranzniederlegung: Am 31. Januar 2018 werden Vertreterinnen und Vertreter der Lebenshilfe um 11 Uhr im Rahmen der Gedenkveranstaltung von Verena Bentele, der Bundesbehindertenbeauftragten, einen Kranz an der Blauen Wand in der Berliner Tiergartenstraße niederlegen.

Theaterstück im Kleisthaus: Um 19 Uhr tritt am selben Tag das Weltenbrecher Theater der Lebenshilfe Lüneburg auf mit seinem Stück "Wo der Pfeffer wächst" im Kleisthaus, Mauerstraße 53, 10117 Berlin, dem Dienstsitz der Bundesbehindertenbeauftragten.

Gedenkstunde im Bundestag: am 31. Januar, ab 13 Uhr, im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes. Es spricht die Cellistin und Auschwitz-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch. Die 92-Jährige gehörte zum sogenannten Mädchenorchester des Vernichtungslagers Auschwitz.

 
 
 
 

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