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Lebenshilfe: Lebensrecht behinderter Menschen darf nie wieder in Frage gestellt werden

Bundestag gedenkt am 27. Januar der „Euthanasie“-Opfer des Nationalsozialismus‘

Vertreterinnen und Vertreter der Lebenshilfe legten zum Gedenken der "Euthanasie"-Opfer einen Kranz an der Berliner Tiergartenstraße 4 nieder. Foto: Peer Brocke

Vertreterinnen und Vertreter der Lebenshilfe legten am 27. Januar zum Gedenken der "Euthanasie"-Opfer einen Kranz an der Berliner Tiergartenstraße 4 nieder. Von links, stehend: Dr. Jürgen Auer ( LH Bayern), Uwe Schummer, MdB (LH Nordrhein-Westfalen), Mario Herschel und Ingrid von Randow (beide LH Berlin); kniend: Gerhard John (LH Bayern), Hubert Hüppe, MdB (Bundesvorstand), Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust (Bundesgeschäftsführerin), Sascha Ubrig (LH Berlin) und Rolf Flathmann (Stellvertretender Bundesvorsitzender). Foto: Peer Brocke
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Gedenk- und Informationsstätte für die Opfer der NS-"Euthanasie" an der Berliner Tiergartenstraße 4. Foto: Peer Brockezoom

Berlin. Am 27. Januar wird im Bundestag an die „Euthanasie“-Verbrechen der NS-Zeit erinnert. Menschen mit Behinderung stehen damit erstmals im Mittelpunkt des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus‘. Dafür hat sich die Bundesvereinigung Lebenshilfe seit vielen Jahren eingesetzt, allen voran ihre Vorsitzende Ulla Schmidt, die auch Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages ist. Etwa 300.000 behinderte und kranke Menschen wurden damals in ganz Europa systematisch getötet. Sie galten als "Ballastexistenzen"„ als Volksschädlinge“ und wurden als „lebensunwert“ aussortiert, an ihnen erprobten die Nazis den späteren millionenfachen Mord an den Juden. Das grausame „Euthanasie“-Programm verbarg sich hinter dem Decknamen T4 – benannt nach der Zentrale in der Berliner Tiergartenstraße 4, wo das Töten geplant und verwaltet wurde. An dieser Stelle befindet sich heute eine Gedenk- und Informationsstätte.

Angesichts des weltweit zunehmenden Rechtspopulismus‘ und Nationalismus‘ betont Ulla Schmidt: „Als Demokraten müssen wir alle dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderung nicht ausgegrenzt werden. Sie gehören in die Mitte der Gesellschaft, und sie müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Lebensrecht niemals wieder in Frage gestellt wird.“

Sebastian Urbanski (38) ist ein Schauspieler mit Down-Syndrom aus Berlin und wird am 27. Januar im Bundestag einen Brief vortragen, den Ernst Putzki an seine Mutter geschrieben hat, bevor er in der Tötungsanstalt Hadamar ermordet wurde. Sebastian Urbanski sagt: „Für mich ist es wichtig, dass gerade ich den Brief vorlese und nicht ein anderer, sozusagen normaler Schauspieler. Es hätte mich damals ja auch betroffen. Heute werden zwar Menschen wie wir nicht mehr umgebracht, dafür werden sie aber kaum noch geboren. Wir sind aber auch ein Teil der Gesellschaft. Das wird leider immer noch oft vergessen, wir werden einfach an den Rand geschoben.“

Im Anschluss an die Gedenkstunde im Bundestag werden um 11 Uhr Vertreter der Lebenshilfe gemeinsam mit der Bundesbehindertenbeauftragten Verena Bentele und anderen Kränze und Blumen an der Gedenkstätte in der Tiergartenstraße 4 niederlegen.

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Lesen Sie dazu auch einenBeitrag in der Berliner Zeitung, die mit Sebastian Urbanski und Ulla Schmidt ein gemeinsames Interview geführt hat.

Auf den Seiten des Bundestages finden Sie mehr Informationen zur Gedenkstunde, die auch das ZDF live übertragen hat. Das Video steht noch bis zum 27. Januar 2018 zur Verfügung. Und hier ist Sebastian Urbanski auf YouTube zu sehen, wie er den Brief vorträgt.

Organisation

Bundesvereinigung Lebenshilfe
 

Autor

Pressestelle
 

Veröffentlichung

25.01.2017, 10:09 Uhr
 
 
 

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