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Organisation

Bundesvereinigung Lebenshilfe
 

Autor

Pressestelle
 

Veröffentlichung

17.02.2016, 15:13 Uhr
 
 

„Deutschland hat Tom Mutters viel zu verdanken“

Abschied vom Gründer der Lebenshilfe – Kondolenzschreiben von Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Sigmar Gabriel

Achim Wegmer spricht voller Dankbarkeit über Tom Mutters. Foto: Nadine Weigel

Achim Wegmer, Vertreter mit Behinderung im Bundesvorstand der Lebenshilfe, spricht voller Dankbarkeit über Tom Mutters. Hier das honorarfreie Foto in druckfähiger Auflösung als Download (jpg - 2.4 MB). Bitte verwenden Sie den Bildquellenhinweis "Foto: Bundesvereinigung Lebenshilfe, Nadine Weigel".

Marburg/Berlin. Die Lebenshilfe hat Abschied genommen von Dr. h.c. Tom Mutters, ihrem Gründervater. „Tom Mutters hat dafür gesorgt, dass Menschen mit Behinderung für die Gesellschaft etwas darstellen – und er hat auch mich verändert. Ich arbeite, ich traue mir etwas zu, ich halte Reden.“ Das sagte gestern Achim Wegmer vor rund 130 Trauergästen in Marburg. Der 58-Jährige aus Mühlacker in Baden-Württemberg ist selbst behindert und gehört seit 2000 dem Bundesvorstand der Lebenshilfe an. Er war der erste Vertreter mit Behinderung in diesem höchsten Gremium der Lebenshilfe, heute sind es insgesamt drei.

Auch die Spitze der Bundesregierung sprach ihre Anteilnahme aus und würdigte die Lebensleistung des gebürtigen Niederländers, der im hohen Alter von 99 Jahren am 2. Februar in Marburg gestorben war. „Sein Engagement hat viel dazu beigetragen, die gesellschaftliche und politische Debatte für die Belange von Menschen mit Behinderung voranzubringen“, heißt es in einem Kondolenzschreiben von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel schreibt: „Unermüdlich trat er dafür ein, diese Menschen als wertvollen Teil der Gesellschaft anzuerkennen und ihnen die entsprechende Unterstützung zukommen zu lassen … Deutschland hat Tom Mutters viel zu verdanken.“

Ulla Schmidt würdigt das Lebenswerk von Tom Mutters. Foto: Nadine Weigel

Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, würdigt das Lebenswerk von Tom Mutters. Hier das honorarfreie Foto in druckfähiger Auflösung als Download (jpg - 1.9 MB). Bitte verwenden Sie den Bildquellenhinweis "Foto: Bundesvereinigung Lebenshilfe, Nadine Weigel".

„Tom Mutters war für uns ein echter Held, und er wird es immer bleiben“, so Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. „Nach dem furchtbaren Krieg, in dem etwa 300.000 kranke und behinderte Menschen als lebensunwert von den Nazis verfolgt und ermordet wurden, war es Tom Mutters, der die Familien dazu brachte, ihre geistig behinderten Kinder nicht mehr zu verstecken.“

Zusammen mit Eltern und Fachleuten gründete Mutters 1958 in Marburg die Bundesvereinigung Lebenshilfe, deren Geschäftsführer er 30 Jahre lang war. Die Lebenshilfe hat sich in der Folgezeit zur deutschlandweit größten Selbsthilfeorganisation für geistig behinderte Menschen und ihre Angehörigen entwickelt mit rund 130.000 Mitgliedern, 512 örtlichen Vereinigungen und 16 Landesverbänden. Das Angebot der Hilfen umfasst Frühförderung, Familienentlastende Dienste, Kindergärten und Schulen für Kinder mit und ohne Behinderung, Freizeitangebote, Werkstätten und inklusive Arbeitsplätze sowie Wohnformen mit mehr oder weniger intensiver Betreuung bis ins Alter.

Auf der bewegenden Trauerfeier in der Marburger Friedhofskapelle am Rotenberg stellte Ulla Schmidt noch einmal Mutters‘ frühe Vision einer inklusiven Gesellschaft heraus: „Tom Mutters war von Anfang an Vorbereiter und Mitgestalter dessen, was wir heute umfassende Teilhabe für Menschen mit Behinderung – Inklusion – nennen und was in der BRK als Menschenrecht verankert wurde. So wünsche ich mir bei manchen zaghaften Diskussionen, die wir heute über das Thema Inklusion, inklusive Schule führen, mehr von dem Engagement, dem Pioniergeist und Gestaltungswillen eines Tom Mutters und auch der Gründungsväter und Gründungsmütter. Denn sie haben aus dem Nichts angefangen, und das, was wir heute sehen, ist der unglaubliche Erfolg. Er hat an die Menschen geglaubt. Er hat ihnen etwas zugetraut.“

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Weitere Bilder von der Trauerfeier können Sie sich hier anschauen.

Mehr über das Lebenswerk von Tom Mutters lesen Sie hier.

 

In Leichter Sprache

Logo Leichte Sprache von Inclusion Europe

Am 2. Februar 2016 ist
Tom Mutters gestorben.
Über sein Leben gibt es einen Nachruf
in Leichter Sprache:
Zum Lesen klicken Sie bitte hier.
Den Text hat das Büro für Leichte Sprache der Lebenshilfe Sachsen geschrieben.

 
 

Kondolenzbuch
Tom Mutters

Lebenshilfe-Gründer Tom Mutters. Foto: Michael Bause

Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Bundesvorsitzender Sigmar Gabriel würdigen das Lebenswerk von Tom Mutters:

Schreiben Angela Merkel
Schreiben Sigmar Gabriel

 
 

Bewegende Worte

Auf der Trauerfeier zum Tod von Tom Mutters wurden zahlreiche Reden gehalten, die in bewegenden Worten an den Lebenshilfe-Gründer erinnern:

Rede von Ulla Schmidt, MdB, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe

Rede von Achim Wegmer, Vertreter mit Behinderung im Bundesvorstand der Lebenshilfe

Rede von Herbert Burger, Ehrenmitglied und ehemaliger Bundeskammervorsitzender
der Lebenshilfe

Rede von Dr. Bernhard Conrads, Ehrenmitglied und Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe i.R.

Rede von Klaus Lachwitz, Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe i.R. und Präsident von Inklusion International

Rede von Dr. Thomas Spies, Oberbürgermeister der Universitätsstadt Marburg

Reden von Familienangehörigen beschreiben den Menschen Tom Mutters

 
 
 
 

Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. - 35043 Marburg, Raiffeisenstr. 18, E-Mail: Bundesvereinigung@Lebenshilfe.de