Volltextsuche
 
 
 
 
 
 

Wahl-Prüfsteine 2013


Titel Wahl-Pruefsteine

Am Sonntag, dem 22. September 2013, sind Bundestags-Wahlen.
Deutschland wählt einen neuen Bundestag.

Im Bundestag sind 600 Politikerinnen und Politiker.
Sie sind in verschiedenen Parteien.
Sie machen Gesetze.
Und sie entscheiden über wichtige Fragen in Deutschland.
Vor der Wahl stellt die Lebenshilfe ihnen Fragen.

Die wichtigste Frage ist:
Was tun Sie nach der Wahl für Menschen mit geistiger Behinderung?

 

CDU/CSU, Partei-Logo
Die Linke, Partei-Logo
SPD, Partei-Logo
Die Grünen, Partei-Logo
FDP, Partei-Logo
 
 
Zeitung, ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

Alle Fragen an die Politiker stehen in der Lebenshilfe-Zeitung vom Juni.
Sie heißen: Wahl-Prüfsteine.
Die Lebenshilfe schickt ihre Fragen an die Parteien.
Diese Parteien bekommen die Fragen:

  • CDU/CSU
  • SPD
  • Bündnis 90/Die Grünen
  • FDP
  • Die Linke

Die Antworten stehen dann in der nächsten Lebenshilfe-Zeitung im September.
Das ist kurz vor der Wahl.
Wir werden auch hier auf den Leichte-Sprache-Seiten im Internet darüber berichten.

Zu 6 Themen hat die Lebenshilfe Fragen:

 

wählen, ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

1. Wahl-Recht

In Deutschland dürfen nicht alle Menschen wählen.
Menschen mit Behinderung haben kein Wahl-Recht,
wenn sie eine Voll-Betreuung haben.
Voll-Betreuung bedeutet: Betreuung in allen Angelegenheiten.
Das ist gegen die UN-Konvention.
Und das ist gegen die Menschen-Rechte.

Frage an die Parteien:

Finden Sie richtig, dass nicht alle wählen dürfen?
Setzen Sie sich für ein Wahl-Recht für alle ein?

 

zeigen, ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

2. Betreuungs-Recht

In der UN-Konvention steht in Artikel 12:
Menschen mit Behinderung sollen ihr Leben selbst bestimmen.
Egal, wie schwer sie behindert sind.
Das ist in Deutschland noch nicht so.
Das muss sich ändern.

Frage an die Parteien:

Was werden Sie tun, damit Menschen mit Behinderung selbst entscheiden können?
Wie wollen Sie erreichen:
Dass Betreuer dabei helfen, damit Menschen mit Behinderung selbst entscheiden?
Dass Betreuer nur alleine ­entscheiden, wenn es gar nicht anders geht?

 

Menschen, ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013
 
Leichte Sprache, ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

3. Barriere-Freiheit

Das steht in der UN-Konvention:
Behinderung ist nicht nur eine persönliche Beeinträchtigung.
Behinderung passiert auch durch die Umwelt.
Weil sie nicht barriere-frei ist.
Die Behinderten-Politik muss jeden einzelnen Menschen beachten:
Wo sind für ihn Hindernisse?
Und wie können sie abgebaut werden?
Wo kann man Barrieren von Anfang an vermeiden?
Mit Leichter Sprache bekommen auch Menschen mit Lern-Schwierigkeiten alle wichtigen Informationen.

Frage an die Parteien:

Was möchten Sie tun, damit alle verstehen,
was Barriere-Freiheit für Menschen mit geistiger Behinderung ist?
Was werden Sie tun,
damit es überall Leichte Sprache gibt:
• bei allen Informationen der Regierung,
• in Broschüren und auf Internet-Seiten,
• auch bei Firmen, in Läden und Restaurants?

 

Baby, ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

4. Früh-Förderung

Seit 12 Jahren gibt das Sozial-Gesetz-Buch 9, das SGB IX.
Im SGB IX ist geregelt, dass es Früh-Förderung geben soll.
Und dass die Kranken-Kasse und das Sozial-Amt gemeinsam
die Früh-Förderung bezahlen sollen.
Früh-Förderung bedeutet: Kleine Kinder mit Behinderung bekommen ­Hilfen.
Das können zum Beispiel Spiel-Gruppen oder Kranken-Gymnastik sein.
Bis heute funktioniert das nicht gut.
Und es gibt immer Streit, wer die Früh-Förderung bezahlt.

Frage an die Parteien:

Was wollen Sie tun,
damit überall in Deutschland Kinder mit Behinderung
gute Früh-Förderung bekommen.

 

Pflege, ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

5. Pflege

Es gibt neue Leistungen in der Pflege-Versicherung.
Dafür gibt es ein neues Gesetz.
Es heißt: Pflege-Neuausrichtigs-Gesetz, kurz: PNG.
Auch Menschen mit geistiger Behinderung
bekommen Leistungen aus dem PNG.

Frage an die Parteien:

Wie wollen Sie die Pflege-Versicherung verbessern?
Was wollen Sie tun,
damit die Pflege-Versicherung auch in Zukunft genug Geld hat?

 

 

Gesetzbuch, ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013
 
 
Geld bekommen, ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013
 
 
Uhr, ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013
 
 
Werkstatt, ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013
 
 
Geld einteilen, ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

6. Bundes-Teilhabe-Gesetz

In den nächsten 4 Jahren soll ein Bundes-Leistungs-Gesetz
gemacht werden.
Die alten Regeln der Eingliederung-Hilfe sollen dann gestrichen werden.
In der UN-Konvention steht:
Menschen mit Behinderung sollen jede Unterstützung bekommen, die sie brauchen.
Damit sie überall teilhaben können.
Es geht nicht um Fürsorge.
Trotzdem wird die Eingliederungs-Hilfe bisher als Sozial-Hilfe bezahlt.
Das bedeutet:
Die Leistungen der Eingliederungs-Hilfe sind unterschiedlich hoch.
Ja nachdem, wie viel Geld eine Familie hat oder verdient.

Frage an die Parteien:

Welche Ziele haben Sie für das neue Bundes-Leistungs-Gesetz?
Werden Sie sich dafür einsetzen,
dass die Eingliederungs-Hilfe immer gleich ist.
Egal wie viel Geld eine Familie hat?

In der Eingliederungs-Hilfe gibt es verschiedene Leistungen.
Jeder Mensch mit Behinderung ist anders.
Jeder braucht etwas anderes.
Der Bedarf muss für jeden Einzelnen festgelegt werden.
Danach muss sich die Leistung richten.
Doch nicht immer reicht die Unterstützung.
Der Grund ist:
Wie viel Unterstützung ein Mensch braucht,
kann oft nicht in Stunden und Minuten gerechnet werden.

Frage an die Parteien:

Werden Sie sich für ein Teilhabe-Geld einsetzen?
Ein Teilhabe-Geld,
das jeder Mensch mit Behinderung bekommt?
Das nicht an anderer Stelle wieder abgezogen wird?

Bisher ist es so:
Nur wer in der Werkstatt für behinderte Menschen arbeitet,
kann Leistungen der Eingliederungs-Hilfe bekommen.
Außerhalb der Werkstatt bekommt er keine Unterstützung.

Frage an die Parteien:

Was wollen Sie tun,
damit überall Eingliederungs-Hilfe zur Arbeit gezahlt wird?
Ganz egal, ob jemand in einer Werkstatt arbeitet oder woanders?

Menschen, die in einer Werkstatt arbeiten,
bekommen nur wenig Geld für ihre Arbeit.
Davon können sie nicht leben.
Deshalb brauchen sie zusätzlich Geld vom Staat.
Das nennt man: Grund-Sicherung.
Weil ihr Geld nicht zum Leben reicht, haben sie das Gefühl:
Unsere Arbeit ist nichts wert.

Frage an die Parteien:

Was wollen Sie tun,
dass Menschen mit Behinderung in der Werkstatt
genug Geld zum Leben bekommen?

Die neue Eingliederungs-Hilfe kostet mehr Geld.
Das Geld dafür muss da sein.

Frage an die Parteien:

Sind Sie dafür,
dass die Bundes-Regierung Geld dazu gibt?
Und was wollen Sie tun,dass das Geld auch bei den Menschen mit Behinderung ankommt?

 

Die Wahl-Prüfsteine in Leichter Sprache darf jeder benutzen.
Fragen auch Sie die Politikerinnen und Politiker in Ihrem Wahl-Kreis!

Film-Ausschnitt, Politik geht uns alle etwas an

Originaltext
Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V.
Leipziger Platz 15
10117 Berlin
www.lebenshilfe.de
Ansprechpartner: ulrich.niehoff@lebenshilfe.de
Telefon: 030 206411-124

Übersetzung in Leichte Sprache
Ina Beyer
E-Mail: leichte-sprache@lebenshilfe.de
gelesen von der Prüfergruppe Leichte Sprache der BVLH

Bilder
Titelillustration © Ina Beyer,
Innenteil © Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

 

Vor der Wahl haben alle Parteien ihre Wahl-Programme geschrieben.
Die meisten sind auch in Leichter Sprache oder in einer Kurz-Fassung.
Wir haben für Sie die Wahl-Programme zusammengestellt.

Hier kommen Sie zu allen Wahl-Programmen in Leichter Sprache.


 

Texte in Leichter Sprache haben Bilder. Damit versteht man den Inhalt besser. Die meisten Bilder auf diesen Seiten sind aus dem Buch Leichte Sprache – Die Bilder. Das Buch ist von der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V. Der Zeichner ist Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013.

 
 
 
 
 
 

© 2007 - 2013 Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. - 35043 Marburg, Raiffeisenstr. 18, E-Mail: Bundesvereinigung@Lebenshilfe.de