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Flash, die Supermaus, bekommt den 1. Preis

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Die Familiale geht zu Ende.
Höhepunkt ist die große Abschluss-Gala in Berlin.
Alle Preisträger und 4-Hundert Gäste sind gekommen.
Es gibt einen 1. Preis und einen Publikums-Preis.


Alle Preisträger auf der Bühne im Kinosaal, © Bernd Lammel

Es ist der 15. September 2016.
Heute ist die große Preis-Verleihung der Familiale.
Vor über einem Jahr hat die Lebenshilfe aufgerufen:
Dreh dein eigenes Ding!
Mach einen Kurz-Film über das Thema:
Familie und Inklusion.
Jeder konnte bei dem Kurzfilm-Wettbewerb mitmachen.
Ende Mai 2016 war Einsende-Schluss.
Bis dahin kamen 106 Filme mit der Post!

 

Jury

Dann hat sich eine Jury getroffen.
Und sich die Filme angesehen.
In der Jury saßen 5 Fachleute zum Thema Film:
Die Schauspielerin und Drehbuch-Autorin Anna Brüggemann.
Der Kamera-Mann und Regisseur Michael Hammon.
Der Drehbuch-Autor und Regisseur Jan Schomburg.
Der Schauspieler und Synchron-Sprecher Sebastian Urbanski.
Der Moderator, Redakteur und Cutter Volker Westermann.

Sie haben 5 Filme ausgewählt: Das sind die besten!
Dazu sagt man: Diese Filme wurden nominiert.
Die Teams dieser Filme haben 5-Hundert Euro gewonnen.
Und sie wurden heute zur großen Abschluss-Gala eingeladen.
Alle sind nach Berlin gekommen.

 

Kino Kosmos, © Hans D. Beyer
 
 
 
Fotografen um Esther Schweins, © Bernd Lammel

Die Gala findet im Kino Kosmos statt.
Es ist 18 Uhr.
Die Teams der nominierten 5 Filme sind schon da.
Sie werden begrüßt und es gibt Getränke.
Alle sind sehr aufgeregt.
Auch 3 Jury-Mitglieder konnten kommen:
Michael Hammon, Volker Westermann und Sebastian Urbanski.

Und die Schirmherrin der Familiale ist da.
Es ist Esther Schweins.
Sie ist eine sehr bekannte Schauspielerin.
Schirmherrin bedeutet:
Sie unterstützt die Familiale.
Weil Esther Schweins sehr bekannt und beliebt ist,
erfahren noch mehr Menschen von der Familiale.

Draußen liegt der rote Teppich.
Wie bei einem großen Film-Festival.
Das Wetter stimmt.
Es ist warm und die Sonne scheint.

Esther Schweins steht vor dem roten Teppich.
Die Presse macht Fotos.

 

Film-Team Mord im Miltenberger Schwarzviertel, © Hans D. Beyer
 
 
 
Floriana Scholl und Alexander Torbett, © Hans D. Beyer

Ich spreche mit allen 5 Film-Teams.
Zuerst treffe ich auf ein besonders großes Team.
Sie sind von der Lebenshilfe im Landkreis Miltenberg.
Ihr Film heißt:
Mord im Miltenberger Schwarzviertel.
Das Team ist mit 45 Personen angereist.
Ihr Reise-Bus parkt direkt vor dem Kino.

Floriana Scholl und Alexander Torbett haben sich schick gemacht.
In langem Kleid und Anzug sind sie zur Gala gekommen.
Harald Bauer trägt die gleiche Kleidung wie im Film.
Sie berichten aufgeregt über ihren Krimi:
Wir wollten sofort mitmachen.
Zuerst hatten wir eine andere Idee.
Wir wollten eine Mittelalter-Geschichte erzählen.
Weil unser Ort Miltenberg so schöne enge Gassen hat.
Die Gassen passten aber auch zu einem Krimi.
30 Leute haben sich gemeldet.
Alle wollten mitmachen.
So ist der Krimi größer und größer geworden.
Bis alle eine Schauspiel-Rolle gefunden hatten.
Wir hatten 6 Dreh-Tage.
Sie waren an 4 Wochenenden.
Der ganze Ort hat uns unterstützt.
Es hat super viel Spaß gemacht.
Wir machen bestimmt den 1. Platz!

 

Film-Ausschnitt Olli dreht sein eigenes Ding, © Hans D. Beyer
 
Linda auf der Buehne, © Hans D. Beyer
 
Oliver im Publikum, © Hans D. Beyer

Ein viel kleineres Team ist aus Kelkheim angereist.
Ihr Film heißt:
Olli dreht sein Ding.
Sie kommen von der Lebenshilfe Main-Taunus.
Annette Flegel arbeitet dort im Büro: Treffpunkt Leichte Sprache.
Sie hatte die Idee:
Wir machen da mit!
Sie hat:
einen 1. Entwurf zum Dreh-Buch gemacht,
nach Film-Studenten an der Uni gefragt
und die Schauspieler gesucht.
4 junge Leute wollten gleich mitmachen:
Linda, Carmen, Oliver und Paul.
Sie sind zwischen 10 und 24 Jahre alt.

Dann ist Andreas Günther von der Film-Hochschule München angereist.
Er brachte er ein Film-Team von 5 Leuten mit.
Und ein neues Dreh-Buch.
Das hat Christian Hödl geschrieben.
Sie drehten alle zusammen ein Wochenende lang.
Von Freitag bis Sonntag.
Alle sagen:
Das Vorbereiten und Drehen hat so viel Spaß gemacht!
Wir bekommen hier bestimmt keinen Preis.
Aber es ist okay.
Für uns hat es sich gelohnt.
Und jetzt sind wir auch noch nach Berlin eingeladen.
Wir sind unter den besten 5 Filmen.
Wir sind glücklich.

 

Film-Team Flash, die Supermaus, © Hans D. Beyer
 
 
 
 
Film-Ausschnitt Flash, die Supermaus, © Hans D. Beyer

An einem Tisch sitzt das nächste Film-Team zusammen.
Sie kommen vom Atelier-Haus der Lebenshilfe Leer.
Ihr Film heißt:
Flash, die Supermaus.


Anja Reuter erzählt:
Wir machen in unserem Haus viele Angebote.
Zum Beispiel Foto-Kurse.
Öfter haben wir kleine Filme gedreht.
Und Flash, die Maus, gab es schon.
Deshalb dachte ich:
Da können wir mehr draus machen!
Wir machen einen Kurz-Film mit der Supermaus!

Oliver Wilken ist 20 Jahre alt.
Er besucht Kurse im Atelier-Haus.
Auch Tobias Behrends und Dieter Müntzel sind dabei.
Sie sind 23 und 27 Jahre alt.
Alle zusammen überlegen sich ein Dreh-Buch.
Flash bekommt eine Familie.

Oliver erzählt:
Wir haben Pappen ausgeschnitten.
Die Pappen angemalt.
Zusammen die Geräusche gemacht.
Und die Texte gesprochen.
Meine Stimme ist Flash, die Supermaus.

Ich frage,
ob sie auf den 1. Preis hoffen?

Anja Reuter meint:
Es wird sich beweisen,
ob Flash wirklich eine Supermaus ist!

 

Christina und Markus Trauth, © Hans D. Beyer
 
 
 
Film-Ausschnitt Eine Geschichte vom Leben, © Hans D. Beyer

Dann spreche ich mit der Familie Trauth.
Christina Trauth ist 21 Jahre alt.
Sie hat einen Film über ihren Bruder gedreht.
Markus ist 18 Jahre alt.
Und er hat Autismus.
Beide leben bei ihren Eltern.
Ihr Film heißt:
Eine Geschichte vom Leben.


Christina erzählt:
Das war ganz praktisch.
Jeden Tag konnte ich die Kamera nehmen und filmen.
Wir hatten Zeit.
Ich habe über 2 bis 3 Monate gefilmt.
Ich fand das Thema spannend.
Meine Meinung dazu ist:
Inklusion ist nur möglich, wenn man versteht.
Ich möchte Inklusion für meinen Bruder.
Aber dann muss man ihn verstehenlernen.
Mit dem Film wollte ich zeigen:
So erlebt er seine Welt.
Ich hatte die Idee mit dem Foto-Album.
Das haben viele Familien: ein Foto-Album.
Ich blättere darin.
Und komme darüber zu immer neuen Themen.
So ist der Film aufgebaut.
Ich habe alles allein gemacht.
Ich glaube nicht, dass wir den 1. Preis gewinnen.
Wir sind ja schon überrascht und glücklich,
hier heute dabei zu sein!

 

Film-Team von Mia san mia, © Hans D. Beyer
 
 
Film-Ausschnitt Mia san mia, © Hans D. Beyer

Schließlich gibt es noch ein 5. Film-Team.
Sie kommen aus der Gegend um München.
Sie leben in einer inklusiven ­Wohn-Gemeinschaft.
Kurz: WG.
Das heißt:
Menschen mit und ohne Behinderung wohnen hier zusammen.
Darüber haben sie einen Film gedreht.
Die WG in Riem gehört zu dem Verein: ­
Gemeinsam Leben Lernen.
Der Film heißt: Mia san mia.
Das ist bayrisch und bedeutet:
Wir sind wir.
In der WG leben 11 Personen zusammen.
10 von ihnen sind im Film zu sehen.
Nur Ute nicht, die war im Urlaub.
An 4 Dreh-Tagen ist der Film entstanden.
Es hat allen riesigen Spaß gemacht.
Man sieht im Film:
Sie fahren Fahrrad,
kochen und essen gemeinsam,
schauen Fußball
und vieles mehr.
Und: Sie alle sind sehr verschieden.
Aber jeder darf so sein, wie er ist!

 

Bundes-Vorsitzende Ulla Schmidt, © Hans D. Beyer

Nun geht es bald los.
Alle anderen Gäste kommen nach und nach an.
Es sind über 400 Personen eingeladen.
Um 19:30 Uhr öffnet sich der Kino-Saal.
Alle nehmen Platz.

Zuerst begrüßt Ulla Schmidt die Gäste.
Sie ist die Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe.
Sie blickt zurück auf die letzten 15 Monate der Familiale:
Es hat viel Arbeit gemacht.
Es gab auch Schwierigkeiten.
Auch die Film-Teams hatten viel Arbeit.
Aber vor allen Dingen:
Sie alle hatten viel Spaß!
Ich freue mich über die vielen Menschen,
die mitgemacht haben.
Ich freue mich, wie verschieden die Filme sind.
Und wie bunt die Themen sind.
Genauso vielfältig sind auch Familien.

 

Schauspielerin Esther Schweins, © Hans D. Beyer
 
 
Publikum, © Hans D. Beyer

Danach spricht Esther Schweins.
Sie sagt,
warum sie die Schirmherrschaft angenommen hat:
Als ich ein Kind war,
schenkte mir meine Oma einen Trink-Becher.
Darauf war ein Bild:
Ein kleines Mädchen mit einem Schirm.
Meine Oma sagte:
Esther, dieser Schirm ist deine Familie.
Die Familie schützt dich.


Nach einer kleinen Pause sagt sie weiter:
Das geht aber nur,
wenn in der Familie alles stimmt.
Wenn sie dir einen liebevollen Rahmen geben kann.
Ich hatte das.
Aber das haben nicht alle.
Es gibt auch die Schattenseite von Familie.
Familien, die überfordert sind.
Kinder, die nicht behütet aufwachsen können.


Dann spricht Esther Schweins sehr persönlich über Inklusion:
Als ich Kind war,
ist meine Familie umgezogen.
In eine andere Stadt.
Dort sprachen alle etwas anders.
Ich fiel auf, weil ich anders war.
Ich gehörte nicht dazu.
Der Junge Eugen gehörte auch nicht dazu.
Eugen hatte eine geistige Beeinträchtigung.
Aber er hatte an so vielen Dingen so viel Spaß.
Wir haben viel Zeit miteinander verbracht.
Er war mein Freund.
Für mich bedeutet Inklusion:
Wenn nicht alle gleich sein müssen,
sondern gleichberechtigt sind!

 

Musik-Band The Beez, © Bernd Lammel
 
Es wird getanzt, © Bernd Lammel
 
Die Sieger, © Hans D. Beyer

Dann übernimmt Knut Elstermann das Mikrofon.
Er begleitet die Gäste durch den Abend.
Alle 5 Filme werden nacheinander gezeigt.
Er sagt jeden einzelnen Film an.

Danach bittet er zwei Leute aus dem Film-Team auf die Bühne.
Eine Person von der Jury kommt auch auf die Bühne.
Sie liest die Begründung der Jury vor:
Das hat uns an diesem Film besonders gut gefallen.
Deshalb ist er unter den ersten 5 Filmen.

Alle 5 Filme sind toll.
Und alle ganz verschieden.
Wer wird den Preis bekommen?
Die Spannung steigt.
Die Musik-Band The Beez spielt.
Im Mittel-Gang von Kino tanzt das Publikum.

Dann ist der große Moment da.
Der Sieger ist:
Flash, die Supermaus!

Es gibt riesigen Applaus.
Das Team kommt auf die Bühne.
Sie bekommen noch einmal 1-Tausend Euro.
Und den Familiale-Pokal.

 

Publikums-Preis fuer Christina und Markus Trauth, © Hans D. Beyer
 
Film-Teams auf der Buehne, Abschluss, © Bernd Lammel
 
später Abend, © Hans D. Beyer

Nun wird noch der Publikums-Preis vergeben.
Das funktioniert so:
Jeder Film wird einzeln genannt.
Das Publikum klatscht.
Es klatscht so lange und so viel, wie es mag.
Der Film mit dem meisten Applaus bekommt den Publikums-Preis.
Für jeden ist es gut zu hören:
Es ist dieser Film:
Eine Geschichte vom Leben.
Auch Christina und Markus Trauth kommen nochmal auf die Bühne.
Sie bekommen 250 Euro Preis-Geld überreicht.

Dann wird es vor der Leinwand.
Alle, die mitgemacht haben, kommen auf die Bühne.
Es gibt für jeden eine Sonnen-Blume und nochmals viel Applaus.

Danach ist der Abend natürlich nicht zu Ende.
Mit Essen und Getränken wird weiter gefeiert.
Bis in den nächsten Tag hinein.

 

Den Text hat Ina Beyer geschrieben.
Die Fotos haben Bernd Lammel und Hans D. Beyer gemacht.


 

Texte in Leichter Sprache haben Bilder. Damit versteht man den Inhalt besser. Die meisten Bilder auf diesen Seiten sind aus dem Buch Leichte Sprache – Die Bilder. Das Buch ist von der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V. Der Zeichner ist Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013.

 
 
 
 
 
 

Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. - 35043 Marburg, Raiffeisenstr. 18, E-Mail: Bundesvereinigung@Lebenshilfe.de

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