BTHG-Demo der Lebenshilfe am 7.11.2016 in Berlin. Foto: Lebenshilfe / Jan Pauls
BTHG-Demo der Lebenshilfe am 7.11.2016 in Berlin. Foto: Lebenshilfe / Jan Pauls
BTHG-Demo der Lebenshilfe am 7.11.2016 in Berlin. Foto: Lebenshilfe / Jan Pauls
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Fokus haben - aktuelles Thema: Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung


Unter allen Regelungen, die ab dem 01. Januar 2018 neu sein werden, ist die Einführung der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung sicher eine der zentralen.

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat gemeinsam mit vielen anderen Organisationen von Menschen mit Behinderungen für die Einrichtung einer solchen unabhängigen Beratungsstruktur gestritten. Wir haben den Rechtsanspruch darauf gefordert und wenigstens eine Bundesfinanzierung erhalten.

Für die Lebenshilfe war die Einrichtung einer solchen Beratung zwingend, damit Menschen mit Behinderung gerade in dem vom BTHG neu geschaffenen personenzentrierten Leistungssystem ihren Weg finden und in der Lage sind, in der entscheidenden Phase der Bedarfsermittlung ihre Wünsche und Bedarfe selbstständig und klar zu formulieren und ihre Interessen selbst zu vertreten. Die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung muss daher in hohem Maße unabhängig und nur dem Leistungsberechtigten verpflichtet sein und darüber hinaus das Ziel der Befähigung und des Empowerments nie aus den Augen verlieren.

Der Bund wird Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung, wie sie in § 32 SGB IX geregelt ist, mit jährlich 58 Mio. Euro zunächst befristet auf 5 Jahre fördern. Damit die ersten Beratungen dieser Art ab 2018 an den Start gehen können, hat das BMAS am 31.5.2017 seine Richtlinie hierzu veröffentlicht.

Gefördert werden niedrigschwellige Beratungsangebote zur Stärkung der Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung und von Behinderung bedrohter Menschen. Zuwendungsfähig sind insbesondere Personal- und Verwaltungsausgaben. Antragsberechtigt sind juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts mit Sitz in Deutschland. Es gibt zwei Förderzeiträume. Der erste Förderzeitraum beginnt frühestens zum 1. Januar 2018. Anträge für diese erste Förderperiode mussten bis zum 31. August 2017 an die vom BMAS beauftragte Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung mbH (gsub) gestellt werden. Die Förderbescheide werden ab Oktober 2017 verschickt. Anträge für die zweite Förderperiode (Beginn ab 1. April 2018) sind bis zum 30. November 2017 bei der gsub einzureichen. Hinweise zum Antrag und der Förderrichtlinie finden sich in einem Leitfaden. Die Laufzeit der ersten Bewilligung beträgt maximal 36 Monate und kann auf höchstens insgesamt 60 Monate verlängert werden.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat außerdem eine Fachstelle Teilhabeberatung ins Leben gerufen. Diese wird am 1. Dezember 2017 eröffnet. Zu diesem Termin wird auch das Webportal www.teilhabeberatung.de online gehen. In unseren Weiterführenden Informationen unten finden Sie ein Info-Blatt des BMAS zur Fachstelle.

Viele Aspekte der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung werden noch in der Praxis deutlicher werden und obliegen auch den unterschiedlichen Gegebenheiten vor Ort, doch eines ist schon jetzt klar: Die Integration von „Peer Beratung“ und die „Unabhängigkeit“ sind starke Säulen einer Beratung, die die Selbstbestimmung von behinderten Menschen zum Ziel hat! Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat daher konzeptionelle Hinweise und Anregungen zu diesen zwei Themen entwickelt (s.u.).




Weiterführende Informationen:


 

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