Mit örtlicher Teilhabeplanung zum inklusiven Gemeinwesen
Wir machen uns auf den Weg
Die Diskussion um ‚Inklusion‘ hat durch die Verabschiedung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen einen neuen Impuls erhalten. Es gibt nun einen gesellschaftlichen Gestaltungsauftrag zur Überwindung von Ausgrenzung. Für die anstehenden Reformen im Bereich der Hilfen für Menschen mit Behinderungen kann die Idee des inklusiven Gemeinwesens eine übergreifende Orientierung bieten.
Damit sind alle Beteiligten – professionell Unterstützende ebenso wie Mitarbeitende in der Sozialverwaltung aufgefordert in erster Linie das Gesamtgeschehen im örtlichen Gemeinwesen in den Blick zu nehmen.
Die Kommunen einerseits und die Behindertenhilfe andererseits sollen ermutigt werden, sich an den Planungsprozessen zur stärkeren Umsetzung von Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung im Gemeinwesen aktiv und gemeinsam zu beteiligen und neue Formen der Artikulation der Interessen der Betroffenen zu erproben.
Die Forderung „Nicht über uns ohne uns“ erhält durch den Artikel 19 der UN-Behindertenrechts-Konvention einen verbindlichen rechtlichen Rahmen.
Die Marburger Gesprächstage verfolgen das Ziel, Betroffene und professionelle Unterstützer auf verbandlicher und kommunaler Seite für die Möglichkeiten und Chancen der Beteiligung an Prozessen der Teilhabeplanung auf lokaler Ebene zu sensibilisieren. Beispiele guter Praxis werden vorgestellt und wollen zur Nachahmung anregen.
Das Programm
Montag, 08. März 2010
Tagesmoderation: Gerhard Heß, Christine Karches
11.00 Uhr bis 11.15 Uhr
Begrüßung und Einführung
Peter Masuch, Mitglied im Bundesvorstand der Lebenshilfe
11.15 bis 11.45 Uhr
Vortrag 1
Was ist örtliche Teilhabeplanung? Wie wird sie erfolgreich?
Prof. Dr. Albrecht Rohrmann, Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE), Universität Siegen
11.45 bis 12.15 Uhr
Das kleine Podiumsgespräch:
Was bedeutet örtliche Teilhabeplanung für die Betroffenen und die Praxis?
Theo Lassau , Teilhabekoordinator im Landkreis Ahrweiler
Heidrun Schneider, LH Wetzlar-Weilburg (angefragt)
Peter Masuch, Bundesvorstand Lebenshilfe
Moderation: Christine Karches
12.15 bis 13.00 Uhr
Praxisbeispiel 1
Teilhabeplanung im Landkreis Ahrweiler – Umsetzungen und Erfahrungen
Theo Lassau, Teilhabekoordinator im Landkreis Ahrweiler
13.00 Uhr bis 14.00 Uhr
Mittagspause
14.00 bis 14.30 Uhr
Vortrag 2
Teilhabe 2020 - Strategien, Planungen und Lernprozesse
Dr. Johannes Schädler, ZPE, Uni Siegen
14.30 bis 15.00 Uhr
Das kleine Podiumsgespräch:
Was bedeuten diese Entwicklungen für die Betroffenen und die Praxis?
Stephanie Franken , KoKoBe, LH Oberhausen
Maren Müller-Erichsen , Lebenshilfe Gießen
Moderation: Gerhard Hess
15.00 bis 15.45 Uhr
Praxisbeispiel 2
"Einmischen - Mitmischen“ – Politische Beteiligung von Menschen mit Lernschwierigkeiten in der Kommune
Peter Pabst , Behindertenbeauftragter im Landkreis Weilheim-Schongau
15.45 bis 16.15 Uhr
Kaffeepause
16.15 bis 18.00 Uhr
Arbeitsgruppen:
Wie setzen wir das Konzept in der Praxis um?
AG 1
Was ist ein Sozialraum und wie erkundet man ihn?
Timo Wissel , ZPE, Uni Siegen
AG 2
Wo kann Lebenshilfe als örtlicher Verband unterstützen, dass Menschen mit Behinderung ihre Bedürfnisse (besser) mitteilen können?
Maren Müller-Erichsen, Lebenshilfe Giessen
AG 3
Was getan werden kann, wenn man mit bestimmten Sachen nicht einverstanden ist. Erfahrungen aus der Stadt Münster
Doris Rüter, Behindertenkoordinatorin der Stadt Münster
AG 4 Wie kann man Sitzungen und Entscheidungsprozesse gestalten, dass alle mitmachen und mitarbeiten können?
Heiko Wissinger , Erwachsenenbildner, Mücke
ab 18.00 Uhr
Gemeinsames Abendessen
Dienstag, 09. März 2010
Tagesmoderation: Maren Müller-Erichsen
9.00 Uhr bis 9.15 Uhr
Kurzinterviews mit TeilnehmerInnen
Johannes Schädler, Maren Müller-Erichsen
9.15 Uhr bis 10.00 Uhr
Vortrag 3
Einbezug von Menschen mit geistiger Behinderung in die sozialräumliche Planung. Sozialraum-Erkundungsprojekt Berlin Prof. Dr. Monika Seifert, Berlin
10.00 Uhr bis 10.30 Uhr
Erste Überlegungen zur Umsetzung von Teilhabeplanung für und mit Menschen mit Lernschwierigkeiten
Timo Wissel, ZPE, Uni Siegen
10.30 bis 11.00 Uhr
Kaffeepause
11.00 bis 12.30 Uhr
4 Arbeitsgruppen zum Thema:
Wie kann die Beteiligung von Menschen mit (geistiger) Behinderung bei der Teilhabeplanung aussehen?
Unter Moderation von Albrecht Rohrmann, Johannes Schädler,
Timo Wissel und Monika Seifert
12.30 Uhr bis 13.00 Uhr
Die wichtigsten Ergebnisse der vier Arbeitsgruppen –
Fish-Bowl
13.00 Uhr bis 14.00 Uhr
Abschlussdiskussion:
Was bedeutet örtliche Teilhabeplanung für die Zusammenarbeit zwischen den Verbänden der Behindertenhilfe und den Kommunen?
Klaus Lachwitz , Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe
Peter Pabst , Behindertenbeauftragter im Landkreis Weilheim-Schongau
Rainer Dillenberg, Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe Schleswig-Holstein
Moderation: Johannes Schädler
14.00 Uhr
Tagungsende mit kleinem Mittagsimbiss
Zielgruppe:
Menschen mit Behinderung, Fach- und Führungskräfte aus der Behindertenhilfe, aus der Sozialplanung, der Fort- und Weiterbildung sowie aus Politik und Verwaltung