Anfang November reisten der Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch und der Referent für internationale Hilfen Harald Kolmar für einige Tage nach Uganda, um die dortige Partnerorganisation Uganda Association for the Mentally Handicapped – Inclusion Uganda (UAMH) zu besuchen.
Der schon lange erwünschte Besuch erfolgte im Rahmen eines gerade aktuellen Projektes zur Hilfe für Menschen mit Behinderungen, welches mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vor Ort umgesetzt wird.
Zu den aktuellen Inhalten gehört neben der Ausstattung einiger einfacher und kleiner Förderzentren mit therapeutischen Materialien auch der Aufbau einer Trainingsfarm insbesondere für junge Menschen mit geistiger Behinderung, um ihnen durch Einübung in landwirtschaftliche Tätigkeiten zum Beispiel zu mehr Selbstständigkeit und Anerkennung durch Familie und Bevölkerung zu verhelfen.
Ulrich Bauch und Harald Kolmar bekamen während des Projektbesuches die Gelegenheit, diese Farm offiziell zu eröffnen (siehe Foto). Außerdem standen Gespräche mit der Deutschen Botschaft, der Fakultät für Sonderpädagogik der Universität sowie mit einem hochrangigen Vertreter des Erziehungsministeriums, Bereich Sonderpädagogik, auf dem Programm.
Solche Begegnungen können die Arbeit der Partnerorganisation vor Ort auf verschiedene Weise unterstützen und die Verbindungen wie in diesem Fall mit einer deutschen Fachorganisation für die dortige Verwaltungsebene verdeutlichen.
In beeindruckender Weise arbeiten die engagierten Mitwirkenden von UAMH unter sehr schwierigen und einfachen Bedingungen in Kampala und verschiedenen Regionen Ugandas für und mit behinderten Menschen und ihre Familien.
Ihr erstes Zentrum haben die Mitglieder der Partnerorganisation bewusst in unmittelbarer Nähe eines städtischen Slums aufgebaut. In einer solchen Lebensumgebung ist der Anteil von Menschen mit Behinderung besonders hoch, dies gilt verstärkt auch für geistige Behinderung.
Der hohe Hilfebedarf für Menschen mit Behinderung in Uganda wurde den Besuchern aus der Bundesvereinigung in diesen Tagen vor Ort sehr eingehend deutlich. Weiterer Unterstützungsbedarf über das aktuelle Projekt hinaus ist eindeutig gegeben, um durch auszubauende Hilfsstrukturen vor Ort weitaus mehr Menschen mit geistiger Behinderung erreichen zu können.
In Uganda lebt der größte Teil der über 30 Millionen Menschen in großer Armut. Nur ganz wenige Menschen mit geistiger Behinderung, aber auch anderen Behinderungen, erhalten in irgendeiner Form eine Förderung und Unterstützung.
Nach Aussagen unserer Partner vor Ort sind dies nicht einmal 2 bis 3 % der betroffenen Menschen. In den ländlichen Gebieten ist die Situation wegen der vorherrschenden Armut, sehr hoher Arbeitslosigkeit, fehlender Transportmöglichkeiten und schlechter Straßenverhältnisse besonders schwierig. In Stadt und Land versucht ein großer Teil der Bevölkerung, sich mit vielerlei Arbeiten über Wasser zu halten: zum Beispiel als ambulante Verkäufer verschiedenster Kleinwaren, als Fahrer von Mopedtaxis oder auch Fahrradtaxis, am Straßenrand in kleinen Hütten als Dienstleister in den unterschiedlichsten Arbeiten des alltäglichen Bedarfs.
Dass diese Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen sehr stark eingeschränkt sind oder unmöglich sind, braucht nicht besonders erwähnt zu werden.
Aber trotzdem: viele Menschen schauen mit offenen und teilweise lächelnden Augen in die Welt, sicher nicht nur wegen des immer herrschenden tropischen Klimas, in dem es auch nachts nicht kälter als um die 17 Grad Celsius wird.
Hier finden Sie eine
Bildergalerie zur Arbeit in Uganda.