Wegen seiner Behinderung bekommt Alfons keine Ferienwohnung
Alfons Sch. liebt Bayern.
„Das Bayrische gefällt mir so gut. Die Sprache ist so lustig und die Landschaft so toll“, sagt er.
Zusammen mit seinem Kumpel will er dort Urlaub machen.
Eine Ferienwohnung ist noch frei. Das hat die Vermieterin am Telefon gesagt.
Die Koffer hat er schon gepackt.
Er freut sich schon riesig auf den Urlaub in Bad Kötzting.
Doch dann kommt alles anders.
Warum alles anders kommt
Charlotte Buch leitet den Bereich Wohnen bei der Lebenshilfe Frankfurt.
Sie schickt der Vermieterin ein Fax.
Mit dem Fax bestätigt sie, dass Alfons Sch. die Ferienwohnung mietet.
Auf dem Fax steht auch: „Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung“.
Daraufhin ruft die Vermieterin an.
Sie will wissen, ob Alfons Sch. eine Behinderung hat.
Charlotte Buch sagt: „Ja, er hat eine leichte geistige Behinderung und ist ein ruhiger, lieber Mensch.“
Sie erklärt auch, dass Alfons Sch. in Frankfurt alleine in einer eigenen Wohnung lebt.
Und dass er im Urlaub von einem guten Freund begleitet wird. Der Freund hat keine Behinderung.
Die Vermieterin sagt ab - wegen einer schlechten Erfahrung
Die Vermieterin sagt, sie hat schon einmal schlechte Erfahrungen mit einem behinderten Menschen gemacht. Deshalb will sie die Ferienwohnung nun doch nicht an Alfons Sch. vermieten.
Charlotte Buch ist sehr enttäuscht.
Sie ruft noch 3 andere Vermieter an.
Aber niemand will Alfons Sch. ein Zimmer geben.
Alfons Sch. ist sehr, sehr traurig darüber. Und wütend.
Alfons Sch. und Charlotte Buch wehren sich
Charlotte Buch sagt: „Das ist ungerecht und diskriminierend.“
Deshalb schreibt sie einen Brief an den Kurdirektor.
Aber der Kurdirektor antwortet, dass es keine Diskriminierung sei.
„Da war ich dann noch wütender“, sagt Charlotte Buch.
Deshalb ruft sie bei der Münchner Tageszeitung an und berichtet davon.
Dort wird dann ein Artikel darüber geschrieben.
Viele Menschen sind empört
Nach dem Artikel melden sich viele Leute bei Charlotte Buch.
Die meisten sind empört, dass Alfons Sch. die Ferienwohnung nicht bekommen hat.
Eine Wirtin sagt sogar: „Alfons Sch. und sein Kumpel können eine Woche lang kostenlos bei mir wohnen.“
Auch der Bürgermeister schenkt Alfons Sch. einen Reise-Gutschein für Bad Kötzting.
Aber Alfons Sch. kann diese Reisen erst nächstes Jahr machen.
Denn sein Kumpel hat jetzt keinen Urlaub mehr.
Den Text hat Annette Flegel geschrieben.
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