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Jahresbericht 2010 der Bundesvereinigung Lebenshilfe

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde der Lebenshilfe,

behindertengerecht ist menschengerecht. Auf diese einfache Formel kann man das für viele noch unbekannte Wort „Inklusion“ bringen. Auf dem 15. Weltkongress von Inclusion International mit dem Titel „Rechte werden Wirklichkeit“, den die Bundesvereinigung Lebenshilfe federführend vorbereitet hat, haben im Juni 2010 in Berlin 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 80 Ländern diesen Begriff mit Leben erfüllt. Fast 1000 Menschen mit geistiger Behinderung – sogenannte Selbstvertreter – waren mit dabei! Für mich war es ein unvergessliches Erlebnis – und beispielhaft für all die andere gute Arbeit, die wir im Jahr 2010 geleistet haben.

Beim Weltkongress ging es um den Abbau von Barrieren – in der Umwelt und im Umgang miteinander. Wenn jeder behinderte Mensch von Anfang an dazugehört, ob in der Schule, am Arbeitsplatz, im Sportverein oder als Nachbar, wäre das Ziel der Inklusion erreicht.

Wir können, wenn wir uns für ein Leben ohne Hindernisse einsetzen, viel für unsere Mitmenschen tun. Die abgesenkte Bordsteinkante dient der jungen Mutter mit dem Kinderwagen genauso wie dem gehetzten Manager, der mit seinem Trolley den ICE erreichen will. Integrative Wohnmodelle können beispielgebend sein für uns alle, die wir älter werden. Auch eine verständliche Sprache hilft nicht nur geistig behinderten Menschen, sich leichter zu orientieren.

In Ursula von der Leyen, der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, haben die Menschen mit Behinderung eine prominente Verbündete. Als Gastrednerin bei der Eröffnung des Weltkongresses legte sie ein deutliches Bekenntnis für die Inklusion ab. So sagte sie: „Ich finde, alle Kinder müssen in eine Schule gehen.“ Nicht allein der Unterrichtsstoff sei wichtig, sondern auch das, „was die Kinder voneinander lernen“. Im Auftrag der Bundesregierung lud sie auf die Reise zur Inklusion ein.

Wie stark die deutsche Stimme im internationalen Konzert der Inklusion ist, zeigt die Wahl von Klaus Lachwitz, dem Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe, zum Präsidenten von Inclusion International. Diese Organisation setzt sich seit 50 Jahren überall auf der Welt für die Rechte von Menschen mit geistiger Behinderung ein. Sie hat ihren Sitz in London und vertritt mehr als 200 Mitgliedsverbände in 115 Ländern.

Unser Weltkongress in Deutschland, da bin ich mir sicher, hat ein starkes Signal zur raschen und globalen Umsetzung der Rechte von behinderten Menschen gegeben.


Ihr Robert Antretter
Bundesvorsitzender der Lebenshilfe
 
Die Berichterstattung der Bundesvereinigung Lebenshilfe ist ausgezeichnet worden mit dem Transparenzpreis 2010
Abbildung Logo Transparenzpreis 2010
 
 
 
 
 
 
 
© 2007 - 2012 Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V. - 35043 Marburg, Raiffeisenstr. 18, E-Mail: Bundesvereinigung@Lebenshilfe.de