KONGRESS-TAGEBUCH

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Freitag, 18. Juni 2010

Bewegte und bewegende Bilder von Donnerstag, 17. Juni 2010

Hier finden Sie das Video auch als Download (flv - 27 MB)

Vom Weltkongress berichten:

Peer Brocke, Kerstin Heidecke und Jürgen Reuter (Text)
Hans D. Beyer (Fotos)
arbeitsgemeinschaft behinderung und medien - abm, München (Film)

Einen ausführlichen Bericht zeigt auch das ZDF in seiner Sendung "Menschen - das Magazin" über den Weltkongress. Das Fernsehen begleitete Ramona Günther, behindertes Mitglied im Bundesvorstand der Lebenshilfe, und Bernd Frauendorf, Sprecher des Rates behinderter Menschen in der Lebenshilfe, nach Berlin. Die beiden Selbstvertreter machen in dem Beitrag eine gute Figur. Hier können Sie sich Menschen - das Magazin vom 19. Juni anschauen.

Eisbombe zum 50. Geburtstag von Inklusion International. Foto: Hans D. Beyer
Juliana Götze interviewt Hubert Hüppe, den Bundesbehindertenbeauftragten. Foto: Hans D. Beyer

21.15 Uhr: In New York gehen die Lichter aus. Unter Trommelwirbel tragen elegante Kellner Eisbomben mit Wunderkerzen darauf in den größten Saal des Kongresses, der den Namen der US-amerikanischen Stadt trägt. Inklusion International wird 50 Jahre alt, und der Kongress tanzt. Charmant führen Juliana Götze, Schauspielerin mit Down-Syndrom, und Cherno Jobatey, Moderator aus dem ZDF-Morgenmagazin, durch den Abend. Da es ein langer Tag war, lassen wir die Bilder für sich sprechen. Die Party geht bis weit nach Mitternacht.

 
Cherno und Juliana bildeten ein wunderbares Team. Foto: Hans D. Beyer
Die Karavana-Band aus Dänemark zum ersten ... Foto: Hans D. Beyer
... und die Karavana-Band zum zweiten. Foto: Hans D. Beyer
Auf dem Kongress gibt es eine Wand, auf der jeder seine Meinung hinterlassen kann. Foto: Hans D. Beyer

17.30 Uhr: Die Vorträge und Workshops gehen für heute zu Ende. Aber der Höhepunkt des Tages steht noch bevor: Um 19 Uhr beginnt die große Kongress-Party.

15.45 Uhr: Die Kaffee-Pausen bieten auch Zeit für Lob und Kritik: Auf einer blauen Wand können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Meinungen und Eindrücke zum Kongress kund tun.

Hier entstehen Bilder für das Kongress-Projekt Träume gestalten. Foto: Hans D. Beyer

Gemalt wird immer - für das Kongress-Projekt "Träume gestalten". Horst Holinski, ein bekannter Maler aus Schwerin (Deutschland) arbeitet häufig mit geistig behinderten Menschen zusammen. Er begleitet das Projekt vier Tage lang. Am Ende soll aus allen Bildern ein 3 mal 6 Meter großes Gesamt-Kunstwerk entstanden sein. Es wird am Abschlusstag auf der Bühne im Saal New York vor allen Teilnehmern präsentiert.

15.25 Uhr: Tokyo leert sich schnell. Die deutschen Fans sind enttäuscht und hadern mit dem verschossenen Elfer. Jetzt heißt es, zurückfinden in den Kongress. Dabei hilft eine Kaffee-Pause mit einem oder zwei Donuts. "Locker bleiben", meint ein Teilnehmer. Und die 16-jährige Laura Mohr ist sich sicher: "Jetzt gewinnen wir gegen Ghana." Sie ist Schülersprecherin einer Förderschule in Rheine/Wesfalen. Gemeinsam mit fünf weiteren Selbstvertretern aus der Schule, einer Wohnstätte und Werkstatt ist sie nach Berlin gereist. Alle drei Einrichtungen gehören zur Caritas.

Der Weg habe sich auf alle Fälle gelohnt, meint Thomas Nacke, Vertrauensmann des Werkstattrates und einer von drei Begleitern der Caritas-Selbstvertreter. Alle hätten sich zu Hause auf ganz bestimmte Veranstaltungen des Kongresses vorbereitet. "Schade ist nur, dass dann manchmal ein Saal so voll ist, dass wir auf einen anderen ausweichen müssen", bedauert Thomas Nacke. Natürlich habe man auf die Zugänglichkeit geachtet und vor allem auf die Angebote mit "AAA" geachtet, "und plötzlich landen wir in einem Vortrag mit einem oder zwei As".

Nach dem verlorenen Deutschland-Spiel will die Gruppe aus Rheine jetzt in den Raum Strasbourg. Dort gibt es Kulturprogramm zur Entspannung.

Der Kongress im Fußball-Fieber. Foto: Hans D. Beyer

13.58 Uhr: Tooor für Deutschland. Jubel im Saal Tokyo. Mehrere Hundert Kongress-Teilnehmer wollen das Spiel gegen Serbien nicht verpassen. Aber dann: Die Fahne ist oben - Abseits. So ein Pech. Doch es kommt noch schlimmer. Klose sieht nach seiner zweiten gelben Karte rot, und nur eine Minute später fällt der Führungstreffer für die Serben. Totenstille in Tokyo.

Oje, wie wird die deutsche Mannschaft mit diesem Schock umgehen. Sie rappeln sich wieder auf, und - kurz vor der Halbzeit - hat Khedira den Ausgleich auf dem Fuß. Der Ball jedoch knallt mit voller Wucht gegen die Latte.

Halbzeit. Auf geht's, Männer. Noch habt ihr 45 Minuten, um das Spiel zu drehen. Das wäre auch gut für die Stimmung auf dem Kongress.

13.05 Uhr: Elefanten oder Bienen im Hotel? Nein, die ersten Vuvuzelas sind durchs offene Fenster zu hören. Die südafrikanischen Tröten machen auch vor dem Kongress nicht halt.

Ulrich Bauch mit Bettina Eistel. Foto: Hans D. Beyer

13.00 Uhr: Im Foyer tummeln sich Fernsehleute. Ulrich Bauch, Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe, gibt für die ZDF-Sendung "Menschen - das Magazin" ein Interview. Kameraleute legen einen kleinen Metall-Koffer auf den Boden. Da stellt sich Moderation Bettina Eistel drauf, damit sie mit Ulrich Bauch auf Augenhöhe sprechen kann. Sein Interview ist nur kurz. "Vor mir war Ramona Günther vom Rat behinderter Menschen der Lebenshilfe dran, die hat schon ganz viel Wichtiges gesagt", erklärt der Lebenshilfe-Chef. Die Sendung läuft übrigens am morgigen Samstag, 12.50 Uhr, im Zweiten.

12.00 Uhr: „Keine Angst vor Inklusion.“ So wirbt Erich Geike dafür, dass sich die Lebenshilfe flächendeckend den neuen Ideen der Inklusion öffnet. Der Geschäftsführer der Lebenshilfe Donau-Ries, der alle seine Einrichtungsleiter mit nach Berlin genommen hat, ist überzeugt davon, dass die Lebenshilfe Inklusion erfolgreich verwirklichen kann, ohne ihr Wächteramt gerade für die sehr schwer behinderten Menschen zu vernachlässigen: „Wir müssen noch stärker als bisher vom Menschen mit Behinderung aus denken. Wie möchte er leben, arbeiten, wohnen. Daran richten wir dann unsere verschiedenen Angebote aus. Ambulante Unterstützung genauso wie zum Beispiel einen attraktiven Arbeitsplatz in der Werkstatt.“ So möchte Geike auch besorgte Eltern gewinnen, die um eine verlässliche Betreuung und Förderung ihrer behinderten Kinder fürchten. „Die Lebenshilfe wird nach wie vor da sein für alle, die uns brauchen.“

Dr. Bernhard Conrads, Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe a. D., und Petra Groß von Mensch zuerst entspannt sich im Ruheraum. Foto: Hans D. Beyer

Puuuh - so ein Kongress kann ganz schön anstrengend sein. Abgeschirmt vom Trubel gibt es einen Ruheraum, wo behinderte wie nicht behinderte Teilnehmer in der Hängematte oder auf der Matratze entspannen können.

Alb-Crema – diesen Namen halten viele Kongress-Teilnehmer in bester Erinnerung. Denn so heißt der Espresso, den das Kaffeewerk der Lebenshilfe Zollernalb draußen vor dem Hotel neben vielen weiteren Kaffeeköstlichkeiten ausschenkte. So lang sind die Schlangen am mobilen Kaffeewagen, dass man schon längst nicht mehr von einem Geheimtipp sprechen kann. Ein Jahr ist die Lebenshilfe Zollernalb mit ihrem Kaffeewagen unterwegs auf Wochenmärkten, bei Festen und Sportveranstaltungen. Und eine Goldmedaille der Röstergilde hat man für eigene Mischung Alb-Crema auch schon eingeheimst. Übrigens, wer auch nach dem Kongress nicht auf den köstlichen Kaffee verzichten möchte, kann ihn im Internet unter www.kaffeewerk-zollernalb.de bestellen.

Werner Heidler schwingt den Hammer. Foto: Hans D. Beyer

10.30 Uhr: An den drei Holzböcken im Außenbereich des Kongress-Hotels arbeiten sich wieder etliche Teilnehmer beim kunstvollen Meißeln ab. Auch Werner Heidler (Deutschland) schwingt den Hammer. Der blinde Kongress-Besucher braucht nur ein wenig Hilfe des Ostfriesischen Künstlers Paul Krüper-Wallenstein.

Gunter Vogel, Mitarbeiter der Bundesvereinigung Lebenshilfe, erklärte wie Kopfhörer-Geräte funktionieren. Foto: Hans D. Beyer

9.00 Uhr: Auch wenn viele mit ihren Gedanken schon beim Deutschland-Spiel sind, jetzt heißt das Thema "Kampf gegen soziale Ausgrenzung und Armut: Wie kann die UN-Konvention dabei helfen?" Der Saal New York, der größte beim Kongress, ist fast voll. Annähernd 2000 Menschen mit und ohne Behinderung haben Platz genommen, um dem Vortrag von Roberto Leal (Nicaragua) zu lauschen. Der Redner sagt auf Spanisch: „Wir sind das, was wir sind, dank der Unterschiede, die uns ausmachen.“

Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer tragen wieder ihre Kopfhörer. Jedes Wort wird sofort von Dolmetschern ins Deutsche, Englische, Französische und Japanische übersetzt. Ein Wunderwerk der Technik: Ein Besucher fragte an der Ausgabe der Kopfhörer, ob er einen davon kaufen könne. Er möchte das Gerät mitnehmen in den Urlaub, weil das so viele Sprachen kann.

Kongress-Teilnehmer als Fußball-Fans. Foto: Hans D. Beyer

8.30 Uhr: Das Estrel Hotel scheint sich in ein Fußball-Stadion zu verwandeln. Zahlreiche Kongress-Besucher haben ihre Fan-Sachen aus dem Koffer geholt und das National-Trikot übergezogen. Überall Schwarz-Rot-Gold. Kein Zweifel - heute spielt Deutschland bei der Weltmeisterschaft. Und beim Weltkongress sind die deutschen Teilnehmer klar in der Überzahl.

Das Spiel gegen Serbien beginnt um 13.30 Uhr. Da wird gerade Mittagspause sein, und in der Eingangshalle des Hotels stehen glücklicherweise überall Fernseher.  Eine halbe Stunde haben Poldi, Lahm und Schweinsteiger Zeit in Führung zu gehen. Das wäre der richtige Kick für den Kongress, wenn es um 14 Uhr mit Vorträgen und Workshops weitergeht. Wer aber am Ball bleiben will, der kann sich in den Raum Tokyo schleichen. Dort regiert allein König Fußball.

Ob die zwei Schauspieler des Theaters Maatwerk aus Holland gegen Deutschland pfeifen wollen? Foto: Hans D. Beyer

Organisation

Bundesvereinigung Lebenshilfe
 

Autor

Pressestelle
 

Veröffentlichung

18.06.2010, 14:28 Uhr
 
 
 
Herzlich willkommen in Berlin! Foto: Hans D. Beyer
 
 

Der Weltkongress
im Fernsehen und Radio

Voraussichtliche Sendetermine:

RBB Info-Radio

Mittwoch, 16. Juni
Reportage: 7.30 Uhr
Nahaufnahme: 10.45 Uhr, Wiederholung: 12.45 Uhr

Deutsche Welle (Hörfunk)
Freitag, 18. Juni

ZDF: Menschen - das Magazin

Samstag, 19. Juni, 12.50 Uhr

3sat: Magazin "Aus anderer Sicht"
im August, der genaue Termin steht noch nicht fest

DSF: Magazin "miteinander"
Samstag, 3. Juli, 11.15 Uhr

 

 

 
 
 
 

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