Hier finden Sie das Video auch als Download ( flv - 65 MB)
Vom Weltkongress berichten:
Peer Brocke, Kerstin Heidecke und Jürgen Reuter (Text)
Hans D. Beyer (Fotos)
arbeitsgemeinschaft behinderung und medien - abm, München (Film)
Einen ausführlichen Bericht zeigt auch das ZDF in seiner Sendung "Menschen - das Magazin" über den Weltkongress. Das Fernsehen begleitete Ramona Günther, behindertes Mitglied im Bundesvorstand der Lebenshilfe, und Bernd Frauendorf, Sprecher des Rates behinderter Menschen in der Lebenshilfe, nach Berlin. Die beiden Selbstvertreter machen in dem Beitrag eine gute Figur. Hier können Sie sich Menschen - das Magazin vom 19. Juni anschauen.
Hier weitere Fotos vom Kongress.
13.10 Uhr: Nach der turbulenten Show von RambaZamba dankt Robert Antretter, der Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, allen Teilnehmern und Organisatoren für die aktive und kompetente Mitwirkung und für "die Wärme und die Menschlichkeit", die alle auf diesem Kongress erleben durften. Er erinnert daran, dass Forderungen nach einer inklusiven Gesellschaft allen nützen. Etwa die umfassende Barrierefreiheit, die jedem zugute kommt; so wie eine abgesenkte rollstuhlgerechte Bordsteinkante, über die sich die Mutter mit Kinderwagen ebenso freut, wie der Manager mit Trolley, der seinen ICE schnell erreichen will."
Ivo Vykydal (Tschechien), neu gewählter Präsident von Inclusion Europe und damit Nachfolger von Ingrid Körner aus Hamburg, dankt als erstes seinem Sohn, der mit einer geistigen Behinderung zur Welt kam: "Das war für mich der Ausgangspunkt, an dieser weltweiten Bewegung mitgestalten zu dürfen."
Klaus Lachwitz, der morgen als Präsident von Inclusion International zur Wahl steht, berichtet von seinen Gesprächen mit Selbstvertretern während des Kongresses. Immer wieder habe er die Forderung gehört, dass Menschen mit Behinderung über ihr Leben selbst bestimmen wollen, dass sie sich wünschen, dass nicht über ihren Kopf hinweg enschieden wird. Und sie wollen Teil der Gesellschaft sein. "So haben sie es schon vor der UN-Konvention auf den Punkt gebracht", sagt Lachwitz.
Mit dem Auszug der Flaggen der beteiligten Länder - getragen von Selbstvertretern - geht der Kongress unter großem Beifall zu Ende.
11.56 Uhr: So feiert man eine Party: Die RambaZamba All Stars, eine integrative Theater-Gruppe aus Berlin, lassen es in der Abschluss-Veranstaltung so richtig krachen. Mit "Wir - sind - Ram - Ba - Zamba", frei nach "We will rock you" von Queen stürmen sie auf die Bühne. Sie rocken den Saal mit Rap, Tanz, der Seeräuber-Jenny aus der Dreigroschenoper und Hits wie "Skandal um Rosi". Und die Kongress-Besucher wollen sie nicht mehr weg lassen: "Zugabe, Zugabe!"
Zuvor hatte Diane Richler (Kanada), die scheidende Präsidentin von Inclusion International, sichtlich bewegt die Aufbruchstimmung am Ende des Kongresses in ein Bild zusammengefasst. Sie schildert wie die Wildgänse in ihrer Heimat auf dem Boden sehr ungelenk wirken. "Bevor sie in die Luft aufsteigen, wirkt alles sehr ungeordnet. Aber im Himmel formieren sie sich zu einem V. Dann ist der Schwarm wunderschön." Und Wissenschaftler hätten herausgefunden, dass sie in dieser gemeinsamen Formation viel schneller und weitere Wegstrecken zurücklegen können, als allein.
"Lasst uns gemeinsam fliegen!", ruft sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu.
Diane Richler hat sich ein paar Zettel von den blauen Pinnwänden im Hotelfoyer herausgepickt. Dort haben die Kongress-Besucher Botschaften hinterlassen: "Dieser Kongress war Balsam für die Seele", liest Diane Richler vor. "Gemeinsam auf eine Schule gehen, das ist der Beginn von Inklusion", steht auf einem Blatt. "Geist und Herz müssen zusammen handeln", auf einem anderen.
Die Präsidentin freut sich darüber, dass der Kongress in Berlin als erster von Inclusion International die modernen Medien einsetzt. Es wird um den ganzen Erdball getwittert. Im Internet sind aktuell Informationen über den Verlauf des Kongresses zu finden - in Wort und Bild. So sind weltweit auch diejenigen, die zu Hause bleiben mussten, mit dem Kongress verbunden.
Tief berührt hat Diane Richler ein Selbstvertreter aus der Deutschland. Er lebe in einer Einrichtung zusammen mit 400 anderen und sei zum ersten mal auf einem Kongress gewesen: "Hier habe ich gelernt, dass ich ganz ich selbst sein kann."
Sie dankt abschließend allen freiwilligen Helfern, den Übersetzern und namentlich unter anderen dem Bundesvorsitzenden der Lebenshilfe Deutschland, Robert Antretter, und den beiden Geschäftsführern der Weltkongress 2010 gGmbH, Ingrid Körner und Ulrich Bauch, der zudem gemeinsam mit Klaus Lachwitz die Bundesgeschäftsführung der Lebenshilfe bildet. Ihr Dank gilt auch Dr. Bernhard Conrads, dem früheren Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe, der großen Anteil an der Kongress-Organisation - vor allem an den "social events" - hat. Diane Richler nennt Dr. Conrads "a good old friend of Inclusion International".
Diane Richler wird sich auf der morgigen Mitgliederversammlung von Inclusion International turnusgemäß nicht mehr für das Präsidenten-Amt zur Wahl stellen. Ihr Nachfolger soll Klaus Lachwitz werden.
Auch für die Hamburgerin Ingrid Körner, die neben der Kongress-Geschäftsführung auch das Amt der Vorsitzenden des Programm-Komitees ausübt, bedeutet Berlin ein Abschied. Ihre Präsidentschaft von Inclusion Europe geht hier zu Ende.
8.50 Uhr: Vor der Garderobe bildet sich eine lange Schlange. Es ist der letzte Tag des Weltkongresses, und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben schon ihr Gepäck aus dem Hotel mitgebracht.
An der Anmeldung stehen wie jeden Morgen Vivien Lietze und Martina Längle von der CTW - Congress Organisation Thomas Wiese GmbH und lächeln den Ankömmlingen entgegen. CTW wurde mit der Organisation des Weltkongresses beauftragt . Vivien Lietze und Martina Längle halten die Fäden in der Hand. Wann immer es klemmt, klingeln ihre Handys.
Jetzt haben es die beiden freundlichen Frauen bald geschafft. "Es war meine bisher größte Veranstaltung", sagt Vivien Lietze. Sie und ihre Kollegin hätten viel gelernt in Sachen Barrierefreiheit und leichte Sprache.
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