Menschen mit geistiger Behinderung möchten leben wie andere auch und gemeinsam mit anderen. Selbstbestimmung bedeutet, mit eigenen Entscheidungen sein Leben gestalten zu können – gemäß dem Motto „Ich weiß doch selbst, was ich will!“. Dazu gehört, zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen zu können. Für einen schwer behinderten Menschen, der nicht sprechen kann, kann das die Wahl zwischen Tee und Kakao sein oder zwischen wachen und schlafen. Selbstständigere können Vor- und Nachteile verschiedener Wohn- und Arbeitsformen gegeneinander abwägen, ihre Freizeit gestalten oder bestimmen, wo sie leben möchten.
WeiterlesenGeistig behinderte Erwachsene haben einen Anspruch auf ein eigenes Zuhause. Sie müssen die Möglichkeit haben, ihr Elternhaus im selben Alter zu verlassen, wie andere junge Leute auch. Wohnen bedeutet nicht nur ein Dach über dem Kopf, Versorgung, Unterkunft und Verpflegung. Wohnen bedeutet vor allem: Geborgenheit, Eigenständigkeit, Privatheit und Gemeinschaft, die Möglichkeit des Rückzugs und Offenheit nach außen. Eben ein richtiges Zuhause.
WeiterlesenDer Alltag in unserer Gesellschaft wird wesentlich durch das Arbeitsleben ausgefüllt. Auch geistig behinderten Frauen und Männern gibt die Arbeit Möglichkeit zur Selbstbestätigung, Selbstständigkeit, sozialen Anerkennung und zum Leben in der Gemeinschaft. Erfahrungen im Arbeitsleben können die Persönlichkeits- und Sozialentwicklung positiv beeinflussen. Geistig behinderten Menschen müssen daher der Anspruch auf dauerhafte Eingliederung in die Arbeitswelt gesichert werden.
WeiterlesenIn seiner Freizeit kann der Mensch sich einfach ausruhen, sich beim Sport fit halten, seinen Hobbys nachgehen, sich weiterbilden, neue Erfahrungen auf Reisen sammeln und mit seinen Freunden in fröhlicher Runde zusammen sein. Die Freizeit dient damit der Persönlichkeitsentfaltung und der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Für die Lebenshilfe hat die Freizeitgestaltung den gleichen Stellenwert wie Arbeits- und Wohnangebote.
WeiterlesenEine gute medizinische Versorgung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung hat eine besondere Bedeutung, da manche Krankheiten häufiger und in untypischer Weise auftreten. Gleichzeitig ist sie besonders schwierig zu leisten. Ärzte und Pflegepersonal sind auf die Behandlung dieses Personenkreises häufig weder durch Studium noch durch Fort- und Weiterbildung eingestellt. Persönliche Erfahrungen mit geistig behinderten Menschen liegen nur vereinzelt vor. Die Probleme beginnen schon bei der Diagnosestellung. Das ist zum einen auf die erschwerte Kommunikation zwischen Arzt und Patient und auf Abwehrreaktionen bei der Untersuchung zurückzuführen. Zum anderen haben geistig behinderte Menschen nur eingeschränkt die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und -wahrnehmung. Sie können Anzeichen für eine Krankheit in der Regel nicht deuten oder sich dazu äußern.
WeiterlesenNicht allein zu sein, ist ein Grundbedürfnis. Menschen mit geistiger Behinderung wünschen sich - wie andere auch - Freundschaft und Partnerschaft, Liebe und Lust, Zärtlichkeit und Sexualität. Für Frauen und Männer mit geistiger Behinderung ist es aber nicht immer einfach, hier Erfüllung zu finden. Die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme sind oft durch geringe Mobilität oder Verständigungsschwierigkeiten eingeschränkt. Auch das familiäre Umfeld kann mit Ablehnung reagieren und Paare auseinanderbringen. Geistig behinderten Menschen fällt es zudem schwerer, sich über die elterliche Meinung hinwegzusetzen.
WeiterlesenIn jedem von uns gibt es eine tiefe Sehnsucht nach dem Sinn des Lebens, nach dem Woher und Wohin. Viele Menschen, seien sie behindert oder nicht, finden Antworten darauf in ihrem Glauben. Die Lebenshilfe ist wie unsere Gesellschaft geprägt von christlich-humanistischen Werten. Sie versteht sich aber als überkonfessionelle Organisation, die nicht wie andere Träger der Behindertenhilfe (Caritas und Diakonie) einer bestimmten Kirche angehört.
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