Herr Linke, was sind ihr Aufgaben?
Ich sorge für die Bewirtung im Haus.
Das heißt, wenn Gäste kommen sorge ich für Kaffee und Kuchen und decke die Tische.
Außerdem halte ich die Tee-Küche in Ordnung und richte die Seminar-Räume her.
Macht Ihnen die Arbeit Spaß?
Ja, meistens schon.
Früher habe ich in einer Werkstatt gearbeitet.
Dann konnte ich hierher wechseln.
Das Arbeitsamt hat mich dabei unterstützt.
Ich arbeite lieber hier als in der Werkstatt.
Warum?
Ich finde, die Werkstatt sollte nur für Leute sein, die draußen wirklich nicht zurecht kommen.
Alle anderen können doch andere Arbeiten machen.
Aber Deutschland hinkt da hinterher.
Vergangene Woche waren hier Menschen aus Israel zu Besuch. Ist es dort anders?
Ja, Israel ist Deutschland weit voraus,
was behinderte Menschen betrifft.
In Deutschland bin ich mit meinem Arbeitsplatz eine Ausnahme. In Israel ist das ganz normal.
Die meisten haben dort andere Arbeitsplätze.
Zum Beispiel als Hausmeister, in Küchen, im Krankenhaus oder in Altenheimen.
Da arbeiten nur wenige behinderte Menschen in Werkstätten.
Verdienen die Menschen dort auch besser?
Darüber wollten wir nicht sprechen.
Ich wollte nicht sagen, wie viel ich verdiene und die Israelis wollten nicht sagen, wie viel sie verdienen.
Wohnen die Menschen in Israel auch anders?
Ich glaube das ist ähnlich wie hier.
Es waren welche dabei, die in einer Wohngemeinschaft leben.
Und andere, die alleine leben, so wie ich auch.
Was sollte sich in Deutschland ändern?
Die Regierung sollte mehr Mittel aufbringen, damit weniger Menschen in Werkstätten arbeiten müssen. Viele Firmen sind aber schon abgeschreckt, weil für behinderte Menschen ein besonderer Kündigungs-Schutz gilt. Und weil sie 5 Tage mehr Urlaub haben. Das ist für viele Firmen schwer.
In Israel ist das für die Firmen lockerer.
Vielen Dank für das Gespräch.
Die Fragen stelle Annette Flegel am 20.10.2008