Ein Artikel aus der Zeitschrift Teilhabe Ausgabe 3/2011 von Herrn Hinte zu dem Thema Sozialräume gestalten statt Sondersysteme befördern
Farbenfrohe, freundliche und finstere Fabelwesen. Alles gezeichnet auf dem Flächenplan eines Grundstücks. Geschaffen haben diese Werke elf Maler aus dem Atelier Goldstein der Lebenshilfe Frankfurt am Main. Insgesamt 50 einzigartige Plakate sind auf einem so verfremdeten Lageplan des Gutes Hausen entstanden. Die Kunstwerke sind Teil eines Großprojektes, das die Lebenshilfe in diesem Jahr zu ihrem 50. Geburts-tag anpackt (die LHZ berichtete bereits).
Zur Woche des bürgerschaftlichen Engagements vom 16. bis 25. September zeigen Menschen mit geistiger Behinderung, dass sie - oft nur als Empfänger von Hilfe und Engagement wahrgenommen - sich auch selbst gern für eine gute Sache einsetzen: In verschiedenen Naturschutzgebieten im ganzen Bundesgebiet werden sie an freiwilligen Arbeitseinsätzen teilnehmen. Koordiniert wird die Aktionsreihe von der Bundesvereinigung Lebenshilfe und EUROPARC Deutschland, die seit dem Frühjahr 2009 eine Kooperation unterhalten.
Dr. Jens Kreuter (46) hat Theologie und Rechtswissenschaften studiert. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Seit fast fünf Jahren ist er der Bundesbeauftragte für den Zivildienst und kennt die Lebenshilfe als Träger von Zivi-Stellen gut. Der Wegfall des Zivildienstes bedeutet aber nicht gleichzeitig das Ende der Dienstzeit für den Bundes-beauftragten. „Welchen Titel ich dann führe, steht noch nicht fest“, sagte er der LHZ. Derzeit könnten wir schreiben: „Im Bundesfamilienministerium ist Dr. Jens Kreuter jetzt auch für die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes wie für die bestehenden Jugendfreiwilligendienste (FSJ und FÖJ) verantwortlich."
Neven Bäker arbeitet seit 2009 als Helfer in der Kirchengemeinde Grömitz. Er mäht zum Beispiel den Rasen auf dem Friedhof oder teilt sonntags die Gesangbücher an die Gottesdienst-Besucher aus. Damit hat sich für ihn ein großer Wunsch erfüllt: Er tut das, was er gut kann. Und arbeitet dort, wo man ihn gut kennt. Neven Bäker ist einer von 35 behinderten Mitarbeitern, die über die Werkstatt einen passenden „gemeindenahen Arbeitsplatz“ gefunden haben. Geschäftsführer Reinhard E. Sohns berichtet, wie das gelingen konnte.