Zehn Fragen der LHZ an Diane Richler
Diane Richler war viele Jahre Präsidentin von Inclusion International. Nach dem Weltkongress in Berlin kandidierte die Kanadierin turnusgemäß nicht mehr für das Amt. Ihr Nachfolger ist Klaus Lachwitz, Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe.
1. Welches Tier oder welche Pflanze passt zur Lebenshilfe und warum?
Ein kanadischer Ahornbaum. Er ist groß und stark. Er schützt, indem er im Sommer Schatten spendet, er entzückt die Sinne mit einer Vielfalt von wunderschönen Farben im Herbst und nährt mit süßem Sirup im Frühling.
2. Dürften Sie einen Tag die Welt regieren, was würden Sie abschaffen?
Armut, so dass jeder seine eigenen Entscheidungen über seine Lebensgestaltung treffen kann.
3. Und was würden Sie einführen?
Ich würde Menschen die Möglichkeit bieten, in andere Teile der Welt zu reisen, damit sie mehr über die Gemeinsamkeiten lernen können.
4. Welches Rezept würden Sie in unserem Magazin für Menschen mit geistiger Behinderung vorstellen?
Einen kanadischen Eisbecher – Vanilleeis mit Schlagsahne, Ahornsirup und ein paar gehackten Nüssen.. Mmmmm, köstlich!
5. Wen oder was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Meine Familie – meine Eltern, meinen Mann, meine Kinder und ihre Ehepartner und meine Enkelkinder. Unter uns hätten wir genügend Fähigkeiten, das Überleben zu meistern, und wir würden uns gegenseitig unterstützen und unterhalten.
6. Wo möchten Sie gerne leben?
Ich bin sehr glücklich in Toronto zu leben. Es ist eine schöne Stadt, auch wenn sie möglicherweise nicht die schönste oder aufregendste Stadt der Welt ist. Aber hier habe ich meine Familie und Freunde, was das Wichtigste für mich ist.
7. Was macht Sie glücklich?
Viele Sachen – ein gutes Essen mit Freunden und Familie zu genießen, draußen in der Natur zu sein, zu einem Konzert oder Museum zu gehen. Aber auch Teil eines Prozesses zu sein, bei dem man Ungerechtigkeit beseitigt – für eine Person oder für viele.
8. Wie, denken Sie, wird in zehn Jahren die Stellung behinderter Menschen in der Welt sein?
Jetzt, wo Frauen sukzessive mehr Respekt in der Welt erhalten haben, glaube ich daran, dass die Rechte der Menschen mit Behinderungen ebenfalls mehr respektiert werden. Allerdings glaube ich nicht, dass jegliche Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen unterbunden werden kann.
9. Was wäre, wenn es die Lebenshilfe nicht gäbe?
Menschen mit geistigen Behinderungen und ihre Familien wären wesentlich einsamer. Kein Mensch kann allein gegen weitverbreitete Diskriminierung ankämpfen. Dafür braucht man die Kraft vieler Stimmen. Außerdem wären diese Menschen stärker in ihren Gemeinschaften isoliert und Familien würden nicht wissen, an wen sie sich für Unterstützung wenden könnten.
10. Was wünschen Sie sich von der Lebenshilfe?
Die Lebenshilfe hat eine große Aufgabe: stark zu bleiben, während man sich an ändernde Zeiten anpasst. Junge Familien wollen Unterstützung, damit ihre Töchter und Söhne volle und teilnehmende Mitglieder ihrer Gemeinde werden. Daher muss die Lebenshilfe sich weniger darauf konzentrieren, Services anzubieten, und mehr darauf Beziehungen zu den Gemeinden aufzubauen.