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Matthias Anderle wird Bäcker

Matthias Anderle

Gekonnt schwingt Matthias Anderle eine Teigwurst durch die Luft, formt blitzschnell eine Schlaufe, einen Knoten, drückt die Enden fest. "Eine schöne Brez'n", sagt er und grinst. Der 22-jährige Mann mit Down-Syndrom macht gerade seine Lehre bei Bäckermeister Johann Weber in Ammerthal. Die praktische Gesellenprüfung habe er im Januar mit Bravour bestanden, berichtet die stolze Mutter Gertraud Anderle. Allerdings sei ihr Sohn bei der theoretischen Prüfung durchgefallen. Halb so schlimm: "Im Sommer will er es wieder versuchen."


Gertraud Anderle ist Mitglied in der Lebenshilfe Amberg und möchte andere Eltern ermutigen, ihre Kinder in herkömmlichen Lehrbetrieben unterzubringen. Bäcker Weber ist dafür sogar vom bayerischen Landtagspräsidenten Alois Glück und von Sozialministerin Christa Stewens mit dem staatlichen Integrationspreis "JobErfolg 2006 – Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz" ausgezeichnet worden.



"Jeder Betrieb sollte Behinderten eine Chance geben", sagt der engagierte Chef. Nur zu gerne erinnert sich Johann Weber daran, wie er zu seinem "Lehrbub Matthias" gekommen ist. Der Junge mit Down-Syndrom hat ihn auf der Kirchweih gefragt, ob er bei ihm Bäcker werden könne. Das hat Weber mächtig imponiert, und Matthias Anderle hatte seine Lehrstelle.

Verlag

Bundesvereinigung Lebenshilfe
 

Quelle

Lebenshilfe-Zeitung 1/2007
 

Veröffentlichung

12.03.2007, 10:27 Uhr
 
 
 
 
 
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