Juliana Götze, die ihr Handwerk im integrativen Theater „RambaZamba“ in Berlin lernte, spielt die schwangere Rosi, deren Mutter überfallen und lebensgefährlich verletzt wurde. Ist Rosi nur Zeugin oder in den Fall verwickelt? Sensibel und eindrucksvoll schaffen die drei Hauptakteure – Juliana Götze als Rosi sowie die Kommissare Jürgen Tauber (Edgar Selge) und Jo Obermaier (Michaela May) – eine besondere Atmosphäre und Spannung.
Vom ersten poltrigen Tauber-Satz „Na sauber, ein Mongo“ zu Beginn der Ermittlungen bis zu den leisen, nahen Momenten, als es Tauber gelingt, sich auf Rosis Welt einzulassen. Kommissarin Jo Obermeier, warmherzig und resolut, ist schon zu Anfang des Films ihrem Kollegen weit voraus: „Man sagt nicht Mongo, sondern Trisomie 21.“
Und Rosi selbst? Stark und selbstverständlich hat sich die schwangere junge Frau längst für ihr ungeborenes Kind entschieden: „Man kann es nicht wegmachen, es ist doch schon da!“ Für Rosi steht ihr Recht auf Selbstbestimmung außer Frage. Und damit berührt der Film „eine der zentralen Forderungen werteorientierten, humanistischen Denkens, der sich unsere Gesellschaft stellen muss, wenn es um Menschen mit Behinderungen geht“, so der Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Robert Antretter, in seiner Laudatio.
Mit diesem Film, so Antretter, „nehmen die Beteiligten die Zuschauer mit, bewegen sie im Innehalten und machen in vielfältiger Weise deutlich, dass eine Gesellschaft ohne Toleranz, Akzeptanz und Wertschätzung für behinderte Menschen eine verarmte Gesellschaft wäre. Im Mittelpunkt sollte immer der Mensch mit all seinen Verschiedenheiten, Eigenarten, Wünschen und Sehnsüchten stehen, ob behindert oder nicht.“ Dieser Polizeiruf 110 mahne uns durch die eigenwillige und eindringliche Interpretation der Rollenfiguren, „dass wir gleichberechtigt und solidarisch gemeinsam in einer Welt leben, die auch Menschen mit geistiger Behinderung ein Recht auf die freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit lässt.“
Mit dem „Bobby“, benannt nach dem behinderten Schauspieler Bobby Brederlow, würdigt die Lebenshilfe jedes Jahr vorbildliches öffentliches Engagement für behinderte Menschen. Der undotierte Medienpreis wird in diesem Jahr bereits zum 11. Mal verliehen. Die Bronze-Skulptur konnten bisher unter anderen TV-Journalist Günther Jauch, Liedermacher Rolf Zuckowski, Sänger und Moderator Guildo Horn und das Team der ARD-Serie „Lindenstraße“ mit nach Hause nehmen.
Der Medienpreis Bobby 2009 wurde unterstützt durch die Bruderhilfe - Pax - Familienfürsorge, Volkswagen Nutzfahrzeuge und Maritim Hotel Berlin.
3279 Zeichen – Abdruck honorarfrei – Belegexemplar erbeten
Die folgenden Fotos können im Zusammenhang mit der Bobby-Preisverleihung Bobby 2009 und dem Bildquellennachweis "Fotos: Hans D. Beyer" honorarfrei veröffentlich: