Mit der Einführung des Sozialgesetzbuchs IX wurde 2001 die rechtliche Grundlage für das Persönliche Budget geschaffen. In zahlreichen Modellprojekten auf Landes- und auch Bundesebene wurden seitdem Erfahrungen in der Umsetzung der neuen Leistungsform gesammelt. Der Schwerpunkt lag zunächst hauptsächlich auf dem ambulanten Bereich.
Menschen mit einem höheren Hilfebedarf, die stationär betreut und unterstützt werden, das Persönliche Budget und darüber einen stärkeren Einfluss auf die Gestaltung von Dienstleistungen im Bereich der Teilhabe zu ermöglichen, war aus diesem Grunde Gegenstand der Modellversuche“ Personenbezogene Unterstützung und Lebensqualität (PerLe I; Laufzeit von März 2001 bis April 2004)“ und „Persönliches Budget und Lebensqualität (PerLe II; Laufzeit von Mai 2005 bis Okto-ber 2006)“.
Am 29.11.07 fand in den v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel die Abschlussveranstaltung zum Projekt PerLe II statt, in der die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung präsentiert wurden sowie Gelegenheit bestand, mit den beteiligten BudgetnehmerInnen, MitarbeiterInnen, dem Leistungserbringer, dem Leistungsträger und den WissenschaftlerInnen ins Gespräch zu treten.
Stationäre Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung und Persönliches Budget - wie geht dies zusammen?
Im Projekt PerLe II haben sich Menschen in ihren verschiedenen Rollen als Interessierte zusammen getan und begonnen, Voraussetzungen zu schaffen, um die Welt von stationären Wohnein-richtungen für Menschen mit geistiger Behinderung gemeinsam ein Stück zu verändern.
Es wurde jedoch kein „lupenreines Persönliches Budget“ gestaltet, sondern es handelt sich „um eine trägerseitige Flexibilisierung der Leistungserbringung, bei der ein Teil der dem Einrichtungs-träger zufließenden Mittel aus der Maßnahmepauschale als Geldbetrag zur individuellen Deckung von Teilhabebedarfen den beteiligten Wohnheimbewohnern zur Verfügung gestellt wird“, so Michael Conti, der Vorsitzende des Bundesverbandes evangelische Behindertenhilfe e.V., im Vorwort des Abschlußberichts von PerLe II.
Information und Bildung von sowie Beratung für BudgetnehmerInnen und MitarbeiterInnen sind im Modellprojekt u.a. als wichtige Felder für die erfolgreiche Umsetzung identifiziert worden.
Stationäre Wohneinrichtungen werden weiterhin ein wichtiger Teil der Versorgungsstruktur für Menschen mit Behinderung und unterschiedlichstem Hilfebedarf bleiben. An der Leistungsdifferenzierung und Personenzentrierung zu arbeiten, ist daher eine zentrale Aufgabe der Organisationen und Einrichtungen, die jetzt und in Zukunft Dienstleistungen erbringen.
Weitere Informationen zu den Ergebnissen des Modellprojekts PerLe II entnehmen Sie bitte dem Praxisbericht:
Rainer Nußbicker (Hrsg.)
„Ich bin jetzt Chef“
Die Idee des Persönlichen Budgets in einer stationären Einrichtung für Menschen mit Behinderung
Erschienen im Bethel-Verlag, Bielefeld, als Broschur mit 98 Seiten und vielen Abbildungen.
ISBN 978-3-935972-17-8
19,80 Euro
Das Buch ist erhältlich in jeder Buchhandlung oder direkt beim Bethel-Verlag, Quellenhofweg 25, 33617 Bielefeld, Tel. 0521/144-3604, Fax 0521/144-6083
E-mail: Bethel-Verlag@bethel.de
www.bethel.de
Weitere Hinweise
Bildungsangebote für interessierte BudgetnehmerInnen finden Sie für das Jahr 2008 auch im Rahmen des Netzwerks Bildung der Lebenshilfe. Es werden bundesweit Seminare und Fachtage zum Persönlichen Budget für die Zielgruppe Menschen mit Behinderung durchgeführt Die Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und die Bundesvereinigung der Lebenshilfe bieten die Möglichkeit, Seminare als Inhouse-Angebote, also bei Ihnen vor Ort durchzuführen.
Weitere Informationen erhalten Sie über www.lebenshilfe.de/unsereAngebote und E-mail: Institut-InForm@Lebenshilfe.de sowie im Fort- und Weiterbildungsprogramm 2008 der Bundesvereinigung Lebenshilfe unter der Rubrik „Übergreifendes“ und Netzwerk Bildung. Telefonisch erreichen Sie uns unter 06421/491-0.